

Mögen Sie an Ihrem Job denn das viele Hände-Schütteln?
Doch, schon. Ausgenommen, wenn ich gerade nicht stolz auf einen Film bin, was ja auch schon vorgekommen ist. Da muss man dann durch.
Vermissen Sie die Dogma-Zeit?
Ich habe in einem "offiziellen" Dogma-Film mitgespielt, war aber auch schon vorher in Filmen, die ich als Dogma bezeichnen würde: ohne Geld und gemacht, wie wir wollten. Ich liebe die RocknRoll-Energie, diese freie Art zu arbeiten. Zumindest in der Arbeit bin ich lieber Anarchist als Monarchist. Die Dogma-Zeit hat der dänischen Filmindustrie, auch den Schauspielern, sehr viel gebracht. Aber ich begrüße es sehr, dass es auch andere Genres gibt.
Als bekanntester dänischer Schauspieler haben sie vom Musical über exzellente Arthouse-Dramen bis hin zum Fantasy-Flop schon in beinahe allen Genres gespielt, aber noch nie mit dem bekanntesten dänischen Regisseur, Lars von Trier, gearbeitet.
Mit wem? (lacht) Stimmt, wir könnten einen neuen Nazi-Film machen! Nein, im Ernst, er ist ein witziger, intelligenter, interessanter Mann und Regisseur. Ich würde ihn gerne einmal treffen. Vielleicht könnte für ihn ja auch meine Ausbildung als Ausdruckstänzer von nutzen sein.
Historienfilme, die ich bisher gemacht habe, waren eher im Action-Genre angesiedelt, wie zum Beispiel "King Arthur" oder, naja, "Valhalla Rising". Sogenannte Schwert-Schwinger-Filme. Ich habe es aber genossen, diese Rollen zu spielen, bevor ich zu alt dafür bin. Sehen Sie, ich habe mir nicht schon als Achtjähriger französische Dramen oder italienische Meisterwerke angesehen. Nein, ich bin mit Action-Filmen aufgewachsen. Ich habe auch nie davon geträumt, Schauspieler zu werden. Aber ich wollte dieser Pirat sein, den ich als Kind im Film gesehen hatte, oder der Schwertkämpfer oder Ritter. Ich denke beim Arbeiten nicht mit dem Hirn, sondern mit meinem Gefühl. Ein seriöses Historien-Drama war neu für mich und gerade hier war es mir wichtig, die Emotions-Ebene ins Heute zu holen.
Kennen Sie als Schauspieler das Peter-Pan-Syndrom?
Bestimmt, aber die Situation ist für meine weiblichen Kolleginnen viel härter. Ihre Karriere ist im Prinzip vorbei, wenn sie 22 sind, und geht erst wieder weiter ab 50, weil die Rollen für Frauen einfach dementsprechend angelegt sind. Männer sind nicht derart unter Alters-Druck in diesem Geschäft, aber unsere Sorge gilt unserer Fitness. Für eine Action-Rolle angefragt zu werden heißt also immer auch: Ja, ich bin noch fit genug, um ein Schwert zu halten, ja, ich kann noch über diesen Bach springen und dann die Frau küssen. Das ist immer auch ein Test.
Mussten Sie jemals gegen Ihr "Casino Royale"-Image kämpfen?
Nein, nie wirklich. Ich habe so viele unterschiedliche Rollen gespielt, dass ich nie darauf festgelegt wurde. Trotzdem bin ich in diesem Film für die königliche Gesellschaft auch wieder ein Bösewicht. Und das, obwohl ich eigentlich der Gute bin.
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