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Kultur

Update: 13.09.2017, 19:41 Uhr

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Eine nette Boulevardkomödie

(fan) Die 47-jährige Mado (Juliette Binoche) und ihre 30-jährige Tochter Avril (Camille Cottin) verstehen sich äußerst gut, könnten aber unterschiedlicher kaum sein. Die Jüngere ist verheiratet und lebt nach genauem Plan, Mado hingegen erlebt nach ihrer Scheidung eine zweite Pubertät und liegt Avril ständig auf der Tasche. Beide werden zur gleichen Zeit schwanger, was einen großen Eklat auslöst. Diese Umkehr des Rollenverhaltens soll wohl den Erwartungen der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Doch davon ist nicht viel zu merken. Wert wird auf exzentrische Typen und komödiantische Unterhaltung gelegt. Die Darsteller ziehen dies spielfreudig, aber kaum mehr als boulevardesk durch.

Wie die Mutter, so die Tochter (Telle Mère, Telle Fille), F 2017
Regie: Noémie Saglio
Mit: Juliette Binoche, Camilie Cottin, Lambert Wilson

Verschachteltes Beinahepaar

(fan) In einem seiner letzten Filme spielt der früh an den Folgen eines Unfalls verstorbene Anton Yelchin einen melancholischen Drifter, der in der Hafenstadt Porto eine bezaubernde Französin trifft. Mit seiner Partnerin bietet er eine berührende, seltsame Liebesgeschichte. Beide stürzen sich Hals über Kopf in eine Affäre, verbringen aber nur eine einzige Nacht miteinander. Von Beginn an weiß man, dass sie kein Paar werden, denn ihre Geschichte wird nicht linear, sondern verschachtelt, fragmentarisch und mit ständigen Rückblicken erzählt. Emotional stark, aber etwas experimentell bemüht, wobei der Zuschauer sich schwertut, die Zusammenhänge und Verschachtelungen zu ordnen.

Porto, USA/F/PL/PT 2016
Regie: Gabe Klinger
Mit: Anton Yelchin, Lucie Lucas, Aude Pépin

Sozialklamauk ohne Sinn

(fan) Als Babys wurden sie vertauscht: Das verwöhnte It-Girl aus superreichem Haus, Anabel (Emilia Schüle) mit der armen, in einem Berliner Plattenhaus aufgewachsenen Aura (Caro Cult). Natürlich wird beider Leben über den Haufen geworfen. Soziale Gegensätze sind nichts Neues, "Frauentausch" im TV längst durchgezogen. "High Society" kommt ebenso wie ein Fernsehfilm daher. Ähnliche andere Filme, werden beliebig zusammengebraut. Irgendwelche gesellschaftskritischen Ansätze kommen hinter viel Klamauk nicht hervor. Bemühte Darsteller können auch nicht viel retten. Anika Decker hätte statt ihrer Zweitregie lieber bei den Mit-Drehbüchern für "Keinohrhasen" und Co bleiben sollen.

High Society, D 2017
Regie: Anika Decker
Mit: Emilia Schüle, Caro Cult, Jannis Niewöhner





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-13 16:21:03
Letzte ńnderung am 2017-09-13 19:41:34



Kommentar

Reden ist Silber und Schweigen ist Prost

Weihnachtsfeiern sind bekanntlich ein hochgefährliches Minenfeld. Trinkt man zum Beispiel zu viel, könnte es sein... weiter





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