• vom 20.09.2017, 16:53 Uhr

Kultur

Update: 20.09.2017, 17:03 Uhr

Das Löwenmädchen

Angst vor dem Fremden




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Von Thomas Fanta

  • "Das Löwenmädchen" muss ihren eigenen Weg gehen.

Das "Löwenmädchen" leidet von Geburt an unter dem seltenen Gendefekt Hypertrichose. So wird eine Behaarung über nahezu den ganzen Körper genannt. Bereits die Renaissance berichtet von den "Haarmenschen". Im 19. Jahrhundert arbeiteten einige als Freaks auf Jahrmärkten. Der Mythos des Werwolfs oder "Die Schöne und das Biest" sollen ebenfalls auf der Erkrankung basieren. Mit diesem haarigen Thema setzt sich der norwegische Autor Erik Hansen im Roman "Das Löwenmädchen" auseinander. Im Fokus der Leinwand-Adaptierung steht die Innenansicht des Mädchens, deren Wahrnehmung der Menschen sowie auch umgekehrt durch ihre Umgebung. Die Schwierigkeit, einer glaubhaften Ganzkörper-Maske wurde souverän gelöst. In einem kleinen Ort in Norwegen stirbt im Jahr 1912 die Mutter bei der Geburt ihrer Tochter. Der trauernde Vater, Bahnhofsvorsteher Arctander (Rolf Lassgård), ist über die "missgebildete" Tochter Eva völlig entsetzt, will anfangs nichts von ihr wissen, schottet sie total von der Umwelt ab. Doch so kann ein Leben nicht verlaufen.

Das Erzählmuster, nach dem Motto: Egal, wie die Welt dich sieht, gehe deinen Weg, bleibt ebenso bewusst konventionell, wie Banalitäten und Platitüden, die das Leben umgeben. Durch diese scheinbar simplen Kniffe kommt die Emanzipation der intelligenten, eigensinnigen Eva (Mathilde Thomine Storm) erstaunlich realitätsnahe heraus. Nicht zuletzt weist die Angst vor dem Fremdem unübersehbare Bezüge zur Gegenwart auf.

Information

Drama

Das Löwenmädchen,

D/NO/S 2016

Regie: Vibeke Idsøe

Mit: Rolf Lassgård, Mathilde Thomine Storm, Ida Ursin-Holm





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-20 16:57:03
Letzte ─nderung am 2017-09-20 17:03:35



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