• vom 20.09.2017, 16:53 Uhr

Kultur

Update: 20.09.2017, 17:02 Uhr

Das Schloss aus Glas

Eine schwierige Jugend




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Von Thomas Fanta

  • "Das Schloss aus Glas": hochemotionell, facettenreich.

Bekanntlich schreibt das Leben die seltsamsten Geschichten. In diesem Fall wurde "Das Schloss aus Glas", autobiografischer Bestseller von Jeannette Walls aus dem Jahre 2005, adaptiert. Die später erfolgreiche Gesellschaftskolumnistin (Brie Larson) wurde 1960 als zweitältestes von vier Kindern geboren und wuchs unter schwierigen, ganz ungewöhnlichen Umständen auf. Ihre Eltern dürften beide manisch depressiv gewesen sein. Sie wechselten andauernd ihre Bleibe, wurden zeitweise auch obdachlos. Denn ihr Vater Rex (Woody Harrelson), ein Alkoholiker, konnte sich nie unterordnen, schmiss jeden Job hin, hatte kein Geld für Mieten, fühlte sich obendrein vom FBI verfolgt. Dafür versorgte er seine Kinder mit Lügenmärchen, etwa, dass sie einmal in einem Schloss aus Glas residieren würden.

Ähnlich bipolar war auch ihre Mutter, die sich für eine große Künstlerin hielt. "Soll ich lieber ein Essen kochen, das in einer Stunde verdaut ist, oder ein Bild malen, das für immer existiert?", sagt sie. Also mussten die Kinder hungern.

Information

Familiendrama

Das Schloss aus Glas, USA 2017

Regie: Destin Daniel Cretton

Mit: Brie Larson, Woody Harrelson, Naomi Watts

Der Film setzt ein, nachdem die längst geflüchtete Jeannette Karriere gemacht hatte. Als sie vor ihrer Heirat zufällig die Eltern beim Müllstöbern wiedersieht, erfährt man in Rückblenden über ihre Vergangenheit, die sich allmählich mit der Gegenwart verbindet.

Herausgekommen ist ein hervorragend gespieltes, hochemotionales, facettenreiches Familiendrama, das auch die selbstheilende Kraft des Geschichtenerzählens widerspiegelt.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-20 16:57:04
Letzte ─nderung am 2017-09-20 17:02:58



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