Georg Friedrich wurde bei der Berlinale prämiert. - © Stadtkino

Filmkritik

Wenn dunkle Seelen durch helle Nächte streifen

Der Tod seines Vaters bringt den in Berlin lebenden österreichischen Bauingenieur Michael (Georg Friedrich) in die Situation, sich gemeinsam mit seinem 14-jährigen Sohn Luis (Tristan Göbel), den er kaum kennt, auf eine lange Autofahrt nach Norwegen zum Begräbnis aufzumachen. Unterwegs gibt es nur eine sehr spärliche Annäherung zwischen den beiden;... weiter





Battle of the Sexes

Spiel, Satz, Sieg!

  • "Battle of the Sexes" gewinnt in vielerlei Hinsicht.

Die Problematik um die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen ist heute ein ebenso heftig diskutiertes Thema wie vor Jahrzehnten. Als Wettkampf der Geschlechter wird nun ein legendäres Ereignis aus dem Jahre 1973 ausgetragen. Das Sportmatch selbst bleibt allerdings bis zum Finale eher im Hintergrund... weiter




Filmkritik

Uniform als leere Hülle

  • Straßenkampf: Kathryn Bigelows "Detroit".

Die Veränderung musste kommen, heißt es im Prolog von "Detroit". In der fünftgrößten Stadt der USA brechen 1967 Proteste und Unruhen auf den Straßen der von der schwarzen Bevölkerung bewohnten Innenstadt aus. Regisseurin Kathryn Bigelow wirft uns mitten hinein in die Spannungen. Fünfzehn Minuten ohne erkennbare Hauptfiguren sind wir auf den Straßen... weiter




Ein paar Häufchen als Installation: "Ist das Kunst oder kann das weg?", fragt "The Square". - © Filmladen

Filmkritik

In der Kunstblase

  • In "The Square" arbeitet sich der Schwede Ruben Östlund satirisch an den Untiefen des Kunstbetriebs ab.

Museen sind die Orte der Kunst, an denen man reflektieren kann, die einem die Weitsicht ausdehnen und die die Kunst auch als Seelennahrung begreifen. Das ist die positive Sicht. Aber es gibt auch Stimmen, die kritisch mit dem Kunstbegriff umgehen, oder zumindest: satirisch. So wie "The Square" des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund... weiter




Happy Deathday

Jeden Tag derselbe Tod

  • "Happy Deathday" alias "Täglich grüßt der Sensenmann".

Studentin Tree Gelbman (Jessica Rothe) wacht im Zimmer ihres Studienkollegen Carter (Israel Broussard) auf. Der Kopf dröhnt, sie hat keine Lust, sich mit ihm zu unterhalten. Auch zum Feiern des heutigen Geburtstags hat sie keinen Bock. Auf dem Rückweg zum eigenen Heim wird sie in einer Unterführung von einem mit Babymaske Maskierten bedrängt und... weiter




Filmkritik

Später ist es zu spät

  • "Guardians of Earth" berichtet über das Klima-Ringen.

Nach 21 Jahren des ständigen Scheiterns von UN-Klimaverhandlungen trafen im Jahre 2015 Unterhändler aus 195 Ländern zur COP 21 in Paris zusammen, um einen weiteren Versuch zur Rettung der Erde zu unternehmen. Die monatelang akribisch recherchierte Doku "Guardians of the Earth" von Filip Antoni Malinowski präsentiert sich äußerlich schlicht und... weiter




Filmkritik

Zu viele Superhelden verderben den Spaß

Als Wonder Woman noch ihren eigenen Film hatte, da war die Welt des DC-Universums noch in Ordnung. Aber jetzt wird Gal Gadot, die die Wonder Woman auch in "Justice League" spielt, wieder reduziert auf den erotischen Aufputz der Comicreihe. Sie darf als Amazone wieder mit Schild und Schwert hantieren... weiter




The Big Sick

Neu im Kino

Tradition mit Tücke (suv) Comedian Kumail sollte sich nicht verlieben, denn seine traditionell pakistanische Familie in Chicago sieht eine arrangierte Ehe für ihn vor. Da kommt Emily dazwischen. Die wahre Geschichte schwankt gekonnt zwischen tragisch und urkomisch. The Big Sick, USA 2017 Regie: Michael Showalter... weiter




Filmkritik

Shakespeare am Zug

  • "Mord im Orientexpress" fokussiert sich auf Branagh.

Als Agatha Christie 1974 die Adaption ihres Krimis "Mord im Orientexpress" von Sidney Lumet vorgeführt bekam, war sie sehr zufrieden. Mit einer Ausnahme: Der Schnurrbart von Albert Finney als Hercule Poirot hätte zum "prächtigsten Moustache von ganz England" werden müssen. Jetzt wäre sie mit dem gewaltigen Gesichtsschmuck von Kenneth Branagh wohl... weiter




Hexe Lilli rettet Weihnachten

Neu im Kino

Behinderung bewegt (fan) Ein ungleiches Brüderpaar muss sich auf eine Reise begeben, damit Ben (Frederick Lau) seinen geliebten Bruder vor der Heimeinweisung bewahren kann. Der 22-jährige Barnabas (David Kross), genannt Simpel, ist auf dem Geistestand eines Dreijährigen. Eine höchst berührende Tragikomödie mit Fingerspitzengefühl... weiter




Resi (Maria Dragus, rechts) kann als Sehende nicht mehr so virtuos Klavier spielen, das merkt auch ihre Mutter (Katja Kolm). - © Filmladen

Filmkritik

Dann lieber blind5

  • Barbara Albert erzählt in "Licht" von einer blinden Klaviervirtuosin und ihrer Heilung.

Selbstbestimmung und Entfaltung stoßen schnell an gesellschaftlich determinierte Grenzen, das ist heute so, und das war auch früher so. Nur die Tabuzonen haben sich verschoben, aber die öffentliche Bestrafung für das Ausscheren aus der Norm sind die gleichen geblieben. Ächtung ist da nur die harmloseste Schelte... weiter




Filmkritik

Mut zur Wut

  • George Clooneys Regiearbeit "Suburbicon".

Ein unverfilmtes Drehbuch der Coen-Brüder, sanft aktualisiert und abgeändert von George Clooney: Das ist "Suburbicon", Clooneys neue Regiearbeit, die in einem Vorstadtidyll der 1950er Jahre spielt: Hier leben nur Weiße, und als die erste schwarze Familie einzieht, laufen die Nachbarn Sturm. Das ist die Rahmenhandlung des Films... weiter




Schimmelreiter Meinhard (Meinhard Neumann) braucht keinen Sattel zum Reiten, als Zügel genügt ihm die Pferdemähne. - © Stadtkino

Filmkritik

Die pure Männlichkeit2

  • "Western" von Valeska Grisebach untersucht zeitgenössische Männerbilder.

Es ist, vielleicht gerade in Zeiten wie diesen, an der Zeit, einmal über den Mann und seinen Platz in der Gesellschaft nachzudenken. Wie er sich gebärdet, wohin er zieht und was er will. Nur allzu platt und durchsichtig sind die scheint’s von Trieb und Gier und Machthungrigkeit gesteuerten Mannsbilder, und da ist schon etwas Wahres dran... weiter




Thor 3

Neu im Kino

Der Watergate-Informant (fan) Im Klassiker "Die Unbestechlichen" deckte der Unbekannte, genannt "Deep Throat", den Watergate-Skandal noch aus dem Dunkel heraus auf. Erst 2005 wurde seine Identität bekannt: Mark Felt, ehemals Vize-Chef des FBI. Er steht nun im Fokus der Spielfilm-Mockumentary. Scharfes Porträt eines Hin und Her Gerissenen... weiter




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Kommentar

Reden ist Silber und Schweigen ist Prost

Weihnachtsfeiern sind bekanntlich ein hochgefährliches Minenfeld. Trinkt man zum Beispiel zu viel, könnte es sein... weiter





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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


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