Good Time

Rastlos durch die Nacht

  • "Good Time", authentisch statt in Hollywoodglätte.

Die Indie-Filmbrüder Ben und Joshua Safdie sind bekannt für ihre bedingungslose Authentizität. Ihre beiden Low-Budget-Langfilme "Daddy Longlegs" (2009, auch bekannt als "Go Get Some Rosemary") und der Drogen-Liebesfilm mit einer tatsächlich heroinsüchtigen Obdachlosen, "Heaven Knows What" (2014), hatten für viel Aufsehen gesorgt... weiter





Filmkritik

Hinter der Leinwand

  • Der Künstler als wildes Kind: "Gauguin" reist nach Tahiti.

Alle Gesichter verdorben, jede Landschaft schmutzig. So fühlt sich der Maler Paul Gauguin (Vincent Cassel) 1891 in Paris. Hier gibt es nichts mehr, was ihn zu malen reizt. Ausgestattet mit einer naiven Vorstellung vom Paradies, macht er sich auf nach Polynesien. Er sucht den ursprünglichen Zustand, von dem seine Künstlerkollegen Ende des 19... weiter




Sie raufen sich Schritt für Schritt zusammen: Fischer Everett (Ethan Hawke) und Malerin Maud (Sally Hawkins). - © Filmladen

Filmkritik

Die Malerin und der Miesepeter2

  • "Maudie": Aisling Walshs Filmbiografie der Malerin Maud Lewis berührt feinsinnig - frei von Kitsch.

Mauds Hände und Beine sind stark verkrüppelt, den Pinsel kann sie nur noch unter starken Schmerzen halten. Ihre Beine tragen ihr zartes Körpergewicht nicht mehr und ihr Rücken ist so verformt, dass sie nur durch eine Bewegung ihrer Augen aufschauen kann. Dennoch malt sie unermüdlich bunte Motive an die Wände ihres Hauses... weiter




God's Own Country

Raus aus der Kälte

  • "God’s Own Country" ist ebenso innig wie schroff.

Mit God’s Own Country werden verschiedene Gebirgslandschaften umschrieben, darunter auch in Yorkshire. Im sehr authentischen Heimatfilm "God’s Own Country" lässt der späte Winter die nordenglische Gegend jedoch trist und trostlos wirken. Durchaus ein metaphorisches Spiegelbild zwischen rauer, kalter... weiter




Die Unsichtbaren

Plädoyer für Zivilcourage

  • "Die Unsichtbaren" in unglaublichem Überlebenskampf.

1943: Goebbels erklärt Berlin für "judenrein". Eine der vielen Lügen. Denn etwa 7000 Juden waren zu dieser Zeit in der Hauptstadt untergetaucht. Viele versteckten sich, manche konnten in den Untergrund flüchten. Claus Räfle formt aus dem täglichen Überlebenskampf aber auch der Hilfe durch andere eine großartige historische Rekonstruktion... weiter




Filmkritik

Neu im Kino

Goethe und der liebe Schulfrust (fan) Zeki Müller (Elyas M’Barek) ist mittlerweile zum Vorzeigelehrer geworden und kommt mit seiner Chaosklasse sehr gut zurecht. Wenn da nur nicht das fucking Schulsystem wäre, das wieder Frust und Leistungsverweigerung bei den Schülern auslöst. Anti-Mobbing-Seminare werden eingeführt... weiter




Detective Hole (Michael Fassbender) tappt angesichts eines Mordes an einer jungen Frau zunächst im Dunklen. - © Universal Pictures

Filmkritik

Schneemann mit rosa Schal3

  • Die Jo-Nesbø-Verfilmung "Schneemann" legt viele falsche Fährten.

Serienmörder haben sich zu einer Art Mythos entwickelt, in der Literatur wie im Kino oder Fernsehen. Bereits der erste deutsche Tonfilm von 1931 schuf eine unheimliche Hauptfigur: "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" von Fritz Lang, mit dem legendären Peter Lorre. Seitdem gab es international mehr als 250 Serial-Killer-Filme... weiter




Filmkritik

Neu im Kino

Puzzlesteine auf dem Weg zur Freiheit (fan) "Nein" schreit ein Mann durch die Stille der Nacht. Der 9-jährige Sohn Massimo (ausdrucksstark: Nicolo Cabras) schreckt aus dem Schlaf, versteht nicht, was geschehen ist. Der Zuschauer sieht es auch nicht. Der Vater geht mit anderen Männern weg, ein Priester erklärt später... weiter




Akkurate Darstellung: John McEnroe (Shia LaBeouf) und Björn Borg (Sverrir Gudnason) spielen das Match ihres Lebens. - © Filmladen

Filmkritik

Am Ende zählt die Freundschaft1

  • Das Tennisdrama "Borg/McEnroe" erzählt von der spannenden Auseinandersetzung zwischen Björn Borg und John McEnroe.

Tennis als Therapie für die inneren Dämonen, das kann - wie bei vielen anderen Sportarten auch - als Ventil gut funktionieren, birgt aber auch die Gefahr, sich emotional im Sport zu verlieren, vor allem, wenn es für einen selbst um viel geht. Von dieser Prämisse ausgehend schildert Regisseur Janus Metz in "Borg/McEnroe" die problembehaftete... weiter




Tiere und andere Menschen

Von Mensch und Tier

  • Der Dokumentarfilm "Tiere und andere Menschen".

Der Filmtitel "Tiere und andere Menschen" impliziert, dass alle Lebewesen auf einer gleichrangigen Stufe stehen und einander auf Augenhöhe begegnen. Dass diese These keinesfalls der Realität entspricht, zeigt der Dokumentarfilm des aus Italien stammenden und in Österreich lebenden Regisseurs Flavio Marchetti... weiter




What Happened to Monday

Sieben statt Einer

  • "What Happened to Monday" verbietet Geschwister.

Das Problem der Weltüberbevölkerung wird seit langem viel diskutiert. Bereits in den 1980er Jahren versuchte China die Ein-Kind-Politik. In Indien werden weibliche Föten oft sogar abgetrieben oder gleich nach der Geburt getötet. Auch genügend Filmumsetzungen gibt es zu dem Thema. Hauptsächlich kritische Dokus wie "Population Boom" oder dystopische... weiter




Was für eine Überraschung zum Lunch: Familie Laurent erblickt einige ungebetene Gäste. - © Filmladen

Happy End

Die bourgeoise Ego-Show3

  • Michael Haneke untersucht in "Happy End" die ichbezogenen Befindlichkeiten einer bürgerlichen Familie.

Zum Auftakt ein hochformatiges Handyvideo von einem Hamster, der mit Tabletten vergiftet wird. Dann die Kranperspektive auf eine Baustelle in voller Leinwandbreite. Die Kamera verharrt eine Minute, dann bricht plötzlich ein ganzer Straßenzug hinab in die Baugrube. Bei Michael Haneke passieren Katastrophen immer so undramatisiert... weiter




Konfliktgeladene Unterhaltung in der Retro-Disco: Ryan Gosling (l.) und Harrison Ford lauschen hier (Spoiler!) sogar Elvis Presley. - © Sony

Blade Runner 2049

Nur zweimal gegähnt3

  • "Blade Runner 2049" ist das bildgewaltige - und lange - Sequel eines Filmklassikers.

Irgendwann in diesem Film beginnt das nervöse Zucken im linken Arm. Man will ihn heben, um endlich auf die Uhr zu sehen, wie lange der stoisch ruhige, beinahe meditative Rundgang von Ryan Gosling durch eine dystopische Welt noch dauert. Zugleich aber spürt man eine nervöse Gegentendenz in Form bleierner Schwere in der Hand... weiter




Eine fantastische Frau

Neu im Kino

Transgender ohne Kitsch (fan) Für die Kellnerin und Hobby-Sängerin Marina, in deren Pass ihr früherer Name Daniel lautet, bricht nach dem plötzlichen Tod ihres Freundes die Welt zusammen. Nicht nur die Behörden sind hinter ihr her, besonders die Familie des Verblichenen hegt heftige Vorurteile gegen den jungen Transgender... weiter




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Kommentar

Reden ist Silber und Schweigen ist Prost

Weihnachtsfeiern sind bekanntlich ein hochgefährliches Minenfeld. Trinkt man zum Beispiel zu viel, könnte es sein... weiter





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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.


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