• Artikel vom 21.02.2012, 13:10 Uhr

Kulturpolitik

Update: 21.02.2012, 13:44 Uhr
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Naturhistorisches Museum

Weniger Sonderschauen durch knappe Finanzen


  • "Größte und älteste Meteoriten-Schausammlung der Welt" wird neugestaltet.

Wien.

Christian Köberl, Generaldirektor des  Naturhistorischen Museum Wien.

Christian Köberl, Generaldirektor des Naturhistorischen Museum Wien.APAweb / Schedl Christian Köberl, Generaldirektor des Naturhistorischen Museum Wien.APAweb / Schedl

Elf Ausstellungseröffnungen hatte das Naturhistorische Museum Wien (NHM) im vergangenen Jahr - "ein so vielfältiges und furioses Programm schaffen wir aus finanziellen Gründen heuer nicht", erklärte NHM-Direktor Christian Köberl bei einer Pressekonferenz in Wien angesichts der stagnierenden Basisabgeltung des Bundes. Mit den vorhandenen Mitteln will sich das Haus deshalb auf die Renovierung von Schausälen und Dauerausstellungen konzentrieren. Den Auftakt soll die Neueröffnung des Meteoritensaals im Herbst dieses Jahres machen.

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Dieses Projekt ist dem seit 2010 amtierenden Direktor ein Anliegen, der auch an der Uni Wien als Kosmochemiker und Meteoritenforscher tätig ist. Die "größte und älteste Meteoriten-Schausammlung der Welt" sei inhaltlich seit mehr als 100 Jahren unverändert und soll ein neues und zeitgemäßes Erscheinungsbild erhalten. Die Meteoriten selbst sollen weiterhin im Mittelpunkt stehen, sie seien das Wertvollste der Sammlung, was Köberl mit dem Gramm-Preis von 1.000 Euro im Meteoriten-Handel deutlich machte. Gleichzeitig sollen aber auch mit modernen Medien und interaktiven Stationen Fragen wie "Wie erkennt man Meteoriten, woraus bestehen sie, wo findet man sie, wo kommen sie her, was passiert bei einem Einschlag?" beantwortet werden.

Dialog zwischen Naturwissenschaften und Kunst

Fortsetzen will Köberl den Dialog zwischen Naturwissenschaften und Kunst. Ab 23. Mai ist das Ergebnis eines "unkonventionellen Dialogs" von Daniel Spoerri mit den Sammlungsobjekten des Hauses zu sehen. Die Künstlergruppe Steinbrener und Dempf beschäftigt sich in einer Schau ab Juni mit "Tieren in den Megacities". Als Eigenproduktion des Hauses ist ab Mitte Oktober eine Schau zum Thema "Das Geschäft mit dem Tod - Das 6. Artensterben" zu sehen. Weiter gearbeitet wird an der Neueinrichtung der Anthropologie-Säle, die Anfang 2013 eröffnet werden sollen.

Nach einem starken Besucherplus 2010 konnte sich das NHM auch im vergangenen Jahr über weiter steigende Besucherzahlen freuen, die nunmehr bei mehr als 550.000 liegen. Nicht zuletzt dadurch konnte das ursprünglich mit 1,2 Mio. Euro kalkulierte, durch zahlreiche Investitionen in das Haus verursachte Defizit deutlich niedriger gehalten werden, sagte der wirtschaftliche Geschäftsführer, Herbert Kritscher. Wie im vergangenen Jahr ist auch für 2012 ein Investitionsvolumen in Höhe von 3,5 bis 4 Mio. Euro geplant. Der Staat werde sich aber bei der Nichtanpassung der Basisabgeltung (dzt. erhält das NHM 13,739 Mio. jährlich) etwas einfallen lassen müssen, so Kritscher.

Finanzlage "nicht rosig"

Köberl bezeichnete die Finanzlage der Bundesmuseen als "nicht rosig". Die Fixausgaben seines Hauses würden derzeit 97,5 Prozent seines Budgets ausmachen, nur 2,5 Prozent stünden für Ankäufe, Sonderausstellungen und Werbung zur Verfügung. Dieses und nächstes Jahr schaffe man es noch. "Wenn wir aber den Besucherstrom aufrechterhalten wollen, müssen wir Neues bieten und in die Infrastruktur und die Präsentation des Hauses investieren - und dafür verwenden wir schon die Rücklagen", so Köberl.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-21 12:59:18
Letzte Änderung am 2012-02-21 13:44:48


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