Wien. (irr) Ab April ist Gerald Matt, nach Monaten im Sperrfeuer der Kritik, zwar nicht mehr Direktor der Kunsthalle Wien. Dem Vorarlberger dürften aber bald 200.000 Euro ins Haus flattern - ein Drittel jenes Salärs, das er im Rahmen der vollen Vertragslaufzeit (bis Ende 2014) verdient hätte. Wie berichtet, könnte ein weiteres Drittel folgen: falls die Kritik am Ex-Direktor (sie rief auch die Staatsanwaltschaft auf den Plan) nicht zu einer Verurteilung führt.
So hoch die Summen, so wortkarg aber die Protagonisten. Über die einvernehmliche Vertragsauflösung zwischen Matt und dem privaten Kunsthalleverein, den im April eine GmbH der Stadt ablöst, wurde Stillschweigen vereinbart. Auch die Stadt Wien, schon bisher Hauptfinancier, schweigt über die Konditionen, trägt aber wohl die Kosten. Wie es heißt, wird die Subvention heuer gesplittet: Einen Teil erhält die GmbH, den anderen der bisher zuständige Verein, der damit auch die Matt-Zahlung leisten soll.
Der neue GmbH-Aufsichtsrat dürfte mit dem Thema nicht mehr befasst werden, auch nicht mit einem noch ausständigen Prüfbericht über die Matt-Vorwürfe: Das Kulturamt hatte das Dokument kurz nach der Präsentation der GmbH-Lösung beauftragt, demnächst dürfte es den Auftraggeber erreichen. Ob die Ergebnisse publiziert werden, ist bisher nicht klar. Dafür wird Anderes kommuniziert: Die Jury für die Matt-Nachfolge steht fest, Mitglieder sind etwa der MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein und Chris Dercon, Leiter der Tate Gallery.
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