Wien. Wiens Messe für zeitgenössische Kunst, die Viennafair, erhält ein internationales Leitungsteam: Die in Kasachstan geborene Christina Steinbrecher und die Litauerin Vita Zaman werden auf die kürzlich zurückgetretenen, bisherigen künstlerischen Leiter Georg Schöllhammer und Hedwig Saxenhuber folgen.
Eine dritte Persönlichkeit mit "jahrelanger kuratorischer Erfahrung in Ost- und Südosteuropa und einer ausgezeichneten Anbindung an die Wiener Galerien- und Museumsszene" könne "aus rechtlichen Gründen" erst in der kommenden Woche bekanntgegeben werden, hieß es am Dienstag. "Es ist niemand, der derzeit einen vertragslosen Zustand hat", beantwortete Edelbert Köb, Vertreter der österreichischen Minderheitsgesellschafter, Nachfragen von Journalisten, ob es sich um den kürzlich zurückgetretenen Kunsthallen-Leiter Gerald Matt handeln könne.
Man werde als Team arbeiten, betonte der russische Investor Sergey Skaterschikov, der Hauptgesellschafter der VF Betreibergesellschaft mbH, die im Jänner als neuer Veranstalter der Kunstmesse vorgestellt wurde. "Wir müssen sicherstellen, dass die Galerien bei der Messe Umsatz machen."
Junges Publikum gefragt
Die 1983 geborene Kuratorin Christina Steinbrecher meinte, sie kenne die Viennafair als Besucherin sehr gut. Sie hoffe, mehr junges und internationales Publikum zur Kunstmesse bringen zu können. "Eines unserer Ziele ist es, die Stadt enger an die Messe anzubinden." Sie absolvierte ein Kunststudium in Manchester, leitete in Moskau Kunstgalerien sowie seit 2009 die Art Moscow und seit 2011 das Moscow House of Artists.
Vita Zaman (36), die am Royal College of Art in London studierte und zuletzt 2009 bis 2011 Direktorin des Chelsea Space der New Yorker Pace Gallery war, zeigte sich "begeistert und geehrt" Teil des Leitungsteams zu sein. Sie möchte die Viennafair The New Contemporary" dynamischer machen und den Osteuropa-Schwerpunkt stärken.
Köb, früherer Direktor des Museums Moderner Kunst, wird auch eine internationale Ankaufsjury zusammenstellen, die für den von Skaterschikov gegründeten Kunstfonds Art Vectors Investment Partnership in den nächsten fünf Jahren Kunstwerke im Wert von jeweils mindestens einer Million Euro auf der Messe erwerben soll. Beim Aufbau der fondseigenen Kunstsammlung stehe zwar das Investment im Vordergrund, "es geht aber auch um ein kulturelles und künstlerisches Engagement".
Ein neues International Art Industry Forum soll im Rahmen der Messe (20. bis 23. September) zum Informationsaustausch an der Schnittstelle von Kunst und Wirtschaft dienen. "Es gibt längst nicht mehr nur Galerien, Museen und Sammler", sagte Andras Szanto, der das neue Forum auf die Beine stellen soll.
Ian Hunter, Professor für Maschinenbauwesen am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), vermittelt seinen Studenten ein Denken über...
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