
Salzburg.Die Auslastung der Salzburger Festspiele 2012 ist gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 90 Prozent gesunken. Diese niedrigste Auslastung seit 13 Jahren hat das Direktorium der Festspiele am Freitag bei seiner Bilanz-Pressekonferenz bekannt gegeben. Insgesamt sind 240.000 Besucher in 251 regulären Veranstaltungen gekommen. Rechnet man zu diesen Zahlen drei Benefiz-, zwei Open-Air- und 42 Sonderveranstaltungen hinzu, so ergibt das eine Zuschauer-Gesamtzahl von fast 279.000. Dies wiederum bedeutet einen absoluten Zuschauerrekord in der Geschichte der Salzburger Festspiele.
Extrem niedrige Auslastung auf der einen und Zuschauerrekord auf der anderen Seite - diese Divergenz ergibt sich aus der Tatsache, dass die Festspiele heuer mit 265.000 Karten um 42.000 Karten mehr aufgelegt hatten als 2011. "Wir haben heuer in unsere Schwäche investiert, und im Schlussdrittel der Festspiele besonders viele attraktive Veranstaltungen inklusive Opernpremieren programmiert. Es dauert zwei, drei Jahre, bis das Publikum registrieren wird, dass auch der Schluss und nicht nur der Anfang der Festspiele attraktiv ist", so Intendant Alexander Pereira. "Ich fühle mich mehr geohrfeigt als ich es verdient habe", so Pereira, der beklagte, dass er in Salzburg immer nur über Zahlen reden müsse. Das Gesamtbudget betrug heuer 57 Millionen Euro und soll 2013 auf 60 Millionen erhöht werden.
Festival-Ball zum Ausklang
Sven-Eric Bechtolf, Regisseur und Schauspielchef der Festspiele, sagte, es gebe so etwas wie einen Auslastungsfetischismus, der keinesfalls überbewertet werden dürfe. "Man muss wagen und Risiken eingehen, und wir werden das auch in Zukunft tun. Wenn eine Produktion nur zu 60 Prozent ausgelastet ist, dann ist das völlig wurscht. Diese Art von Verschwendung ist keinesfalls obszön, sie ist vielmehr Teil des Festes. Wenn wir permanent 99 Prozent hätten, würde man uns ,Populisten nennen".
Die Festspiele werden am Samstag mit dem erstmals stattfindenden Festival-Ball ausklingen.
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