• vom 17.10.2016, 10:38 Uhr

Kulturpolitik

Update: 17.10.2016, 13:13 Uhr

Belvedere

Stella Rollig übernimmt künstlerische Leitung




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Bisheriger "Standard"-Geschäftsführer Wolfgang Bergmann wird neuer kaufmännischer Geschäftsführer.

Das Obere Belvedere in Wien. - © APAweb / Herbert Neubauer

Das Obere Belvedere in Wien. © APAweb / Herbert Neubauer

Wolfgang Bergmann, neuer kaufmännischer Geschäftsführer des Belvedere, Stella Rollig, neue künstlerische Leiterin des Belvedere, Kulturminister Thomas Drozda und Andrea Ecker, Sektionsleiterin und Belvedere-Kuratoriumschefin (v.l.n.r.).

Wolfgang Bergmann, neuer kaufmännischer Geschäftsführer des Belvedere, Stella Rollig, neue künstlerische Leiterin des Belvedere, Kulturminister Thomas Drozda und Andrea Ecker, Sektionsleiterin und Belvedere-Kuratoriumschefin (v.l.n.r.).© APAweb / Hans Klaus Techt Wolfgang Bergmann, neuer kaufmännischer Geschäftsführer des Belvedere, Stella Rollig, neue künstlerische Leiterin des Belvedere, Kulturminister Thomas Drozda und Andrea Ecker, Sektionsleiterin und Belvedere-Kuratoriumschefin (v.l.n.r.).© APAweb / Hans Klaus Techt

Wien. Die neue Doppelspitze des Belvedere wird ihre Funktionen mit 16. Jänner antreten. Neugierde, Haltung und die Entwicklung einer Vision seien die Säulen, auf denen ein Museum der Zukunft stehen müsse, so die künftige Belvedere-Chefin Stella Rollig. Im Konkreten müsse man das Profil der Belvedere-Standorte schärfen: "Wir können eine größere Klarheit gewinnen, welches Ausstellungshaus wofür steht."

"Das 21er Haus soll noch deutlicher Kunst seit den 1960ern bis zur zeitgenössischen Kunst zeigen", so Rollig, die eine "Beruhigung und Klärung" bei der Zahl und Dauer der Ausstellungen in Aussicht stellte. Während das Untere Belvedere seinen Schwerpunkt auf der Kunst des 19. Jahrhunderts behalten solle, werde man in der Orangerie einen Schwerpunkt auf die Beziehungen Österreichs zu Mitteleuropa legen. Was mit dem Ambrosi-Museum im Augarten geschehe, lasse sich noch nicht sagen, da müsse sie sich erst die Vertragsgrundlage mit der ebenfalls am Standort beheimateten TBA21 ansehen.

Winterpalais beherbergt bald keine Ausstellungen mehr

Das Winterpalais als Ausstellungsstandort des Belvedere dürfte indes ab Ablauf der für 2017 geplanten Schauen Geschichte sein. "Wenn jemand dafür verantwortlich ist, bin es ich - nicht die Frau Rollig", stellte Kulturminister Thomas Drozda klar. Das Finanzministerium habe den Mietvertrag für die Räumlichkeiten gekündigt und entscheide über die künftige Verwendung: "Ich habe dafür gekämpft, ich habe es ungern zur Kenntnis genommen, aber es war Teil eines Budgetkompromisses. Dass der Kulturminister immer gerne mehr Ausstellungsräume als weniger hat, ist ja keine Frage."

Ein Museum dürfe nie die Bereitschaft aufgeben, von anderen zu lernen und sich auch positionieren, beschied indes die künftige Belvedere-Chefin Rollig: "Ich meine, dass Museumsarbeit klar von einer politischen, ethischen Haltung grundiert sein muss." Dazu gehöre auch, eine Vision zu entwickeln für eine Welt, in der wir leben wollen. So könne man nicht nur das althergebrachte Erbe verwalten: "Es muss auch das Erbe zukünftiger Generationen gestaltet werden." Dazu gehörten für sie Fragen wie: "Was ist die österreichische, kulturelle Identität im Gefüge der heutigen globalisierten Welt?" Das Museum müsse heute als "Content-Provider" auftreten und wie ein Medienunternehmen verschiedenste Plattformen bespielen: "Ein Museum kann sich nicht darauf beschränken, Ausstellungen zu machen."

Bergmann freut sich auf "neue Herausforderungen"

Auch der neue wirtschaftliche Leiter Wolfgang Bergmann zeigte sich erfreut, nach Tätigkeiten für die Erzdiözese Wien und die Tageszeitung "Der Standard" nun einen neuen Bereich für sich zu erschließen: "Nach 17 Jahren ist es durchaus auch einmal Zeit, neue Herausforderungen anzunehmen." Er sehe seine Hauptaufgabe als Geschäftsführer im Wesentlichen darin, die künstlerischen Visionen seines Pendants zu ermöglichen. "Das wird in Zeiten knapper Haushalte nicht immer ganz leicht sein", so Bergmann.

Auf die Zusammenarbeit mit Stella Rollig freue er sich in jedem Falle, beschied der künftige Museumsmitarbeiter in Richtung Kulturminister Drozda: "Ich muss das Kompliment an die Partnervermittlung machen - bei unserem ersten Date ist der Funke übergesprungen."

Insgesamt hatten sich 86 Personen für die beiden Positionen der künstlerischen und der kaufmännischen Leitung des Belvedere beworben. Von den 35 Interessenten für die künstlerische Position wurden in einem ersten Schritt elf zu vertieften Gesprächen geladen, von den 51 für die des Geschäftsführers vier, wie Sektionsleiterin und Belvedere-Kuratoriumschefin Andrea Ecker bekannt gab.

Linz sucht nun zwei neue Kulturmanager
Die Leitung des Kunstmuseums Lentos bzw. der Linzer Museen soll nach dem Wechsel von Stella Rollig ins Wiener Belvedere per 16. Jänner möglichst rasch ausgeschrieben werden. Das teilte Kulturreferent Vizebürgermeister Bernhard Baier (ÖVP) am Montag mit. Linz hat damit nun zwei wichtige Kulturpositionen neu zu besetzen - denn auch Brucknerhaus-Chef Hans Joachim Frey verlässt die Stadt.

Baier streute der scheidenden Lentos-Direktorin Stella Rollig zum Abschied Rosen: "Sie hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet und das Lentos als das zeitgenössische österreichische Kunstmuseum außerhalb der Bundeshauptstadt positioniert." Ihre Bestellung zeige, dass diese Arbeit auch in Wien honoriert werde. Die Leitung der Linzer Museen soll nun möglichst rasch ausgeschrieben werden.

Rollig war als Lentos-Direktorin auch künstlerische Leiterin der Linzer Museen, zu denen noch das Stadtmuseum Nordico gehört. Die Position soll nun ausgeschrieben werden. "Für die Übergangsphase werden wir uns um eine professionelle und gute Lösung bemühen", betonte Baier in einer Aussendung.

In Linz müssen nun zwei große Leitungsfunktionen im Kulturbereich neu besetzt werden: Auch der künstlerische Direktor der Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA und damit des Brucknerhauses, Frey, wird die Stadt mit spätestens Ende 2017 verlassen. Er übernimmt die Leitung eines internationalen Kultur- und Festivalzentrums in Sotschi.





2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-10-17 10:39:24
Letzte nderung am 2016-10-17 13:13:10



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Kunstvolles Scheitern
  2. Der König mit der groben Klinge
  3. Alle Ehre dem Wortwitz
  4. Auf der dunklen Seite der Welt
  5. Allahs religiöser Supermarkt
Meistkommentiert
  1. Allahs religiöser Supermarkt
  2. Der König mit der groben Klinge
  3. "Wir sind viel mutiger,
    als es den Anschein hat"
  4. Das Zeitalter der Einfälle
  5. "Abscheu vor dem Islam"

Werbung




Zu Gast bei der äthiopischen Nacht: Der Circus Debre Berhan aus Äthiopien.

Der kanadische Sänger Leonard Cohen posiert auf einer Schienenschwelle, aufgenommen am 25.04.1976 anlässlich eines Konzertes in Frankfurt am Main. Vanitas-Köpfe (Memento Mori), 1. Hälfte 17. Jahrhundert, Elfenbein, 
Kunsthistorisches Museum, Kunstkammer.

Dieses Papier sorgt derzeit für Diskussionen in Hollywood: Angelina Jolie hat "aufgrund unüberbrückbarer Differenzen" die Scheidung von Brad Pitt eingereicht.

Werbung