• vom 15.12.2016, 16:16 Uhr

Kulturpolitik


Tanzquartier Wien

Ausfahrt in unbekannte Gebiete




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Judith Belfkih

  • Die österreichische Kuratorin Bettina Kogler löst Walter Heun ab. Sie wird ab 1. Jänner 2018 Direktorin des Tanzquartier Wien.

Erst Krems, dann Wien: Im Frühjahr startet das erste Donaufestival-Programm in Krems, das Bettina Kogler mit Thomas Edlinger kuratiert hat. 2018 übernimmt sie das Tanzquartier Wien.

Erst Krems, dann Wien: Im Frühjahr startet das erste Donaufestival-Programm in Krems, das Bettina Kogler mit Thomas Edlinger kuratiert hat. 2018 übernimmt sie das Tanzquartier Wien.© Donaufestival/Ingo Pertramer Erst Krems, dann Wien: Im Frühjahr startet das erste Donaufestival-Programm in Krems, das Bettina Kogler mit Thomas Edlinger kuratiert hat. 2018 übernimmt sie das Tanzquartier Wien.© Donaufestival/Ingo Pertramer

Wien. Das Tanzquartier will sie zu einem "lebendigen Ort mit ungewöhnlichen Formaten" machen. Ihre Bestellung sieht sie dabei als einen guten Anlass für eine Bestandsaufnahme, bei der sich Bettina Kogler als designierte neue Chefin des Tanzquartiers Wien auch vorstellen kann, "diese Institution gänzlich neu denken".

Die 1974 in Wolfsberg (Kärnten) geborene Bettina Kogler folgt auf Walter Heun, der seit 2009 Chef des Hauses ist und dessen Vertrag ausläuft, und tritt den Direktorenposten des Tanzquartiers Wien mit 1. Jänner 2018 an. Bettina Kogler konnte sich damit gegen 16 Mitbewerber durchsetzen, sieben Männer und neun Frauen, die Hälfte aus dem Ausland. Koglers Vertrag läuft für vier Jahre, eine Verlängerung ist möglich.


"Wiener Homebase für das heimische Tanzschaffen"
Die designierte Intendantin Kogler betonte in einer ersten Stellungnahme, wie wichtig es ihr sei "anzuerkennen, was im bisherigen Bestehen des Tanzquartier Wien gut funktioniert hat und dieses Potenzial weiter auszuschöpfen". Unter ihrer Leitung will sie das Tanzquartier Wien zu einem "lebendigen Ort mit ungewöhnlichen Formaten, besonderen Kuratierungen und Kooperationen" machen, "bei denen man die Fühler auch in bisher unbekannte Gebiete ausfährt".

Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, in dessen Ressort diese Bestellung fällt, lobte die neue Tanzquartier-Leiterin als "in der Tanz- und Performanceszene ausgezeichnet vernetzt". Unter ihr werde neben der weiterhin angestrebten internationalen Ausrichtung das Tanzquartier Wien "künftig noch stärker die Wiener Homebase, das lebendige Zentrum für das heimische Tanzschaffen und sein tanzbegeistertes Publikum sein". Erfahrungen im Tanzbereich und vor allem in der heimischen Szene bringt Bettina Kogler reichlich mit, ist sie doch seit mehr als fünfzehn Jahren als Veranstalterin im Bereich Tanz, Choreografie und Performance tätig.

Bettina Kogler war zwischen 2003 und 2013 künstlerische Leiterin des Festivals Imagetanz und zusätzlich zwischen 2007 und 2013 als Kuratorin im brut tätig. Auch als Ko-Kuratorin bei der Sommerszene Salzburg fungierte sie (2008 und 2011). Danach wechselte sie ins WUK, wo sie seitdem die Abteilung performing arts betreute. Außerdem wird Kogler im kommenden Frühjahr in Niederösterreich kuratorisch in Erscheinung treten: Der neue Leiter des Donaufestivals in Krems, Thomas Edlinger, holte sie als Kuratorin für Performance in sein Team.

Tanz als universelle Sprache für neue Geschichten
Das Tanzquartier wurde 2001 gegründet und ist im Museumsquartier beheimatet. Neben den temporär zu bespielenden Spielstätten Hallen E und G betreibt das Tanzquartier mit seinen knapp 30 Mitarbeitern einen ganzjährigen Studiobetrieb in drei Studios für Training, Workshops und Showings für professionelle TänzerInnen. Dazu gibt es ein Diskurs- und Theorieangebot, das laut Ausschreibung ausgebaut und weitergeführt werden soll. In der Saison 2015/16 besuchten 53.000 Menschen die 115 Vorstellungen des Tanzquartiers. Die Auslastung der Performancevorstellungen lag bei 88 Prozent. Die Jahressubvention der Stadt Wie beträgt 2,95 Millionen Euro.

Inwieweit Kogler die aktuellen Strukturen übernehmen wird, bleibt abzuwarten. Dass es sich bei Tanz auch um eine politische Kunstform handelt, machte sie bereits deutlich: "Die Welt befindet sich unbestreitbar im Wandel. Ob sich ein weltoffener Ansatz durchsetzt, ist im Moment noch unklar. Tanz ist eine für viele Menschen zugängliche Sprache, die es ermöglicht, neue Geschichten zu erzählen. Und zwar neue Geschichten für eine bessere Zukunft."




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-12-15 16:20:06



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Nicht mit uns"
  2. Kein "Irrer mit der Bombe"
  3. 152 rasante Minuten mit Laserschwert
  4. Manuel Legris verlässt Staatsballett
  5. "Das ist Wahnsinn"
Meistkommentiert
  1. Sophie Rois ärgert sich über "Peniszulage"
  2. Die Kamera als Schutz
  3. "Ohne Polen kollabiert London"
  4. Nothung, neidliches Brotmesser
  5. Unter Druck

Werbung




CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Werbung



Werbung