• vom 16.02.2017, 16:04 Uhr

Kulturpolitik

Update: 16.02.2017, 16:21 Uhr

Sammlung Essl

Neu aufgehoben




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Die Sammlung Essl geht als Dauerleihgabe an die Albertina, neuer Standort ist das Künstlerhaus.

Sprachen von einer Win-win-Situation: Klaus Albrecht Schröder, Thomas Drozda und Karlheinz Essl. - © apa/Roland Schlager

Sprachen von einer Win-win-Situation: Klaus Albrecht Schröder, Thomas Drozda und Karlheinz Essl. © apa/Roland Schlager

"Private Sammlungen können nur in staatlichen Museen überleben", hat Klaus Albrecht Schröder einmal gesagt. Nur folgerichtig, dass am Donnerstag "seinem" staatlichen Museum die Sammlung Essl übergeben wurde: Die Albertina Wien übernimmt die Kunstsammlung als Dauerleihgabe, vorerst bis 2044. Dies haben Kulturminister Thomas Drozda, Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder und Sammlungsgründer Karlheinz Essl am Donnerstagvormittag bei einer Pressekonferenz in Wien bekanntgegeben. Die über 6000 Werke umfassende Sammlung gilt als bedeutendste Sammlung österreichischer Kunst nach 1945, sie hat einen kolportierten Buchwert von 86 Millionen Euro.

"Mit dieser zukunftsweisenden Kooperation ist die Sammlung Essl für Österreich gesichert", erklärte Drozda und sprach von einer "Win-win-Situation" für alle Beteiligten, einem Gewinn für die Kunst und für die Republik Österreich. Das Bundeskanzleramt sichert mit einer Million Euro die Finanzierung für die Übernahme der Sammlung durch die Albertina, der auch sämtliche Rechte - von der Präsentation bis zur Verleihung und Publikation - zukommen. In den weiteren Jahren steuert der Bund jeweils 1,1 Millionen bei. Im Gegenzug übernimmt die Albertina die Verpflichtung, die Sammlung konservatorisch optimal zu verwahren, angemessen zu zeigen und wissenschaftlich weiter zu bearbeiten. Während die eine Million für 2017 aus dem laufenden Budget stammt, muss die geplante Zuwendung von jährlich 1,1 Millionen Euro in die kommenden Budgetverhandlungen eingebracht werden, wie es auf APA-Anfrage aus dem Kulturministerium heißt. In Folge erfordert diese Erhöhung der Basisabgeltung für die Albertina eine Novelle des Bundesmuseengesetzes. Bisher erhielt die Albertina eine jährliche Subvention von 7.746.500 Euro.


Erfreut über diese Entwicklung zeigte sich Karlheinz Essl, der in der Albertina einen "idealen Partner für die Zukunft der Sammlung", die ein "kulturelles Erbe" darstelle, sieht. Von einer "Sternstunde in der Geschichte der Albertina" und einem "großen Baustein" sprach Schröder. Zum vorgesehenen eigenen Standort - dem Künstlerhaus in Wien - verwies Schröder auf laufende Vorbereitungen, hielt sich aber bedeckt über Eröffnungstermin und konkrete Details. Die will er erst zusammen mit Mäzen Hans Peter Haselsteiner verraten.

Museumszukunft unklar
Die Sammlung Essl war im Jahr 2014 akut in ihrer Existenz bedroht gewesen, da Karlheinz Essls Unternehmen Baumax ins Trudeln geraten war. Nachdem eine Übernahme durch den Bund unter dem damaligen Kulturminister Josef Ostermayer nicht zustande gekommen war, sprang der Industrielle Hans Peter Haselsteiner ein und sicherte die Sammlung durch eine Überführung in eine neue Besitzgesellschaft, an der seine Familienstiftung 60 Prozent hält. Seit der Schließung des von Heinz Tesar erbauten und 1999 eröffneten Essl Museums in Klosterneuburg im Juli 2016 sind die Werke aus der Öffentlichkeit verschwunden. Das soll sich nun ändern. Die Sammlung Essl soll zudem auch anderen Museen zur Verfügung stehen. So sei in Florenz eine Maria-Lassnig-Ausstellung geplant, kündigte Schröder an.

Zum Essl Museum in Klosterneuburg könne er hingegen noch gar nichts sagen, so Schröder, das dort beherbergte Depot werde jedenfalls für die nächsten zehn Jahre weitergeführt, das künftige Schicksal der Immobilie hänge von den Eigentümern ab. Drozda zeigte sich grundsätzlich interessiert an einer Wiederbelebung des Hauses, doch sei dies eine Frage der Finanzierung. Diesbezüglich erhofft sich der Minister eine gute Gesprächsgrundlage mit der designierten niederösterreichischen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-02-16 16:08:05
Letzte ─nderung am 2017-02-16 16:21:04



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Troll und Tod
  2. Oscar-Nominierungen werden bekanntgegeben
  3. "Es geht nicht um Trumps USA"
  4. "Dem Krieg entkommen"
  5. Das Glück ist rückläufig
Meistkommentiert
  1. Kurz besucht Berlin - "taz" kommentiert mit Biss
  2. "Trocknen Sie die homogenen Sümpfe aus"
  3. Kunst- und Kulturverbände präsentieren Forderungen an die Regierung
  4. Tagebuch des Untergangs
  5. Alles gut im zweiten Anlauf

Werbung




Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer.

Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede Ein Gruppenfoto der PreisträgerInnen.

CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey, Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte.

Werbung



Werbung