• vom 16.06.2017, 16:30 Uhr

Kulturpolitik


Rechtsstreit

Der Doch-wieder-Direktor von Mantua




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  • Peter Assmann verlor seinen Chefposten im Palazzo Ducale - nun erhielt er ihn zurück.

Kämpft für mehr Autonomie: Peter Assmann.

Kämpft für mehr Autonomie: Peter Assmann.© apa/Rubra Kämpft für mehr Autonomie: Peter Assmann.© apa/Rubra

Mantua. (irr) Opernfans kennen Mantua vor allem aus dem "Rigoletto": In der Tragödie von Giuseppe Verdi arbeitet ein Hofnarr den grausigen Launen eines Herzogs zu. Karrieren und Abstürze sind hier ein Produkt adeliger Willkür.

Im heutigen Mantua herrscht freilich Demokratie. Dennoch läuft in der norditalienischen Stadt nicht jede Karriere auf ebenmäßigen Bahnen - schon gar nicht jene des österreichischen Kulturmanagers Peter Assmann.


Der Ex-Direktor der Oberösterreichischen Landesmuseen hatte sich vor einigen Jahren für die Leitung des Palazzo Ducale beworben. Mit Erfolg: Assmann setzte sich in einem internationalen Bewerb durch und übernahm im November 2015 die künstlerische Leitung jenes Herzogpalasts, der bereits Verdi als Opernschauplatz gedient hatte. Dann aber focht eine geschlagene Mitbewerberin die Entscheidung an und bekam recht: Ein Verwaltungsgericht in Rom kippte im Mai 2017 nicht nur Assmanns Kür, sondern insgesamt fünf Entscheidungen des Kulturministeriums in Rom über Direktorenposten: Bei dem Prozedere seien nicht jene Bedingungen erfüllt worden, die für eine internationale Ausschreibung vorgesehen sind.

Assmann gab sich nicht geschlagen. Wie er der APA erzählt, habe er seit Mai mit Rückendeckung des Ministeriums weitergearbeitet, um Großprojekte nicht zu gefährden. In seinem Kampf um den Posten habe er "viele Solidaritätserklärungen erhalten. Mehrere hundert Menschen haben Briefe an den Kulturminister und an die Medien geschrieben." Nun hat der 53-Jährige einen Etappensieg errungen: Der italienische Staatsrat, letzte Instanz im Bereich der administrativen Justiz, setzte das Urteil des Verwaltungsgerichts in Rom vorerst außer Kraft. Seit Freitag ist Assmann somit wieder im Amt.

Wichtig sei es jetzt, den Prozess zur Konsolidierung der Museumsautonomie in Italien voranzutreiben, sagt er. "Vor allem die Personalautonomie muss gestärkt werden. Es ist wichtig, dass sich die Museen aus der Umklammerung der Bürokratie befreien." Der Palazzo Ducale konnte seine Besucherzahlen deutlich steigern, seit Assmann die Leitung innehat. Ob er den Posten endgültig behält, wird aber wohl erst ein Gerichtsurteil im Oktober entscheiden.




Schlagwörter

Rechtsstreit, Peter Assmann

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Dokument erstellt am 2017-06-16 16:35:13



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