Honoré Daumier geißelt bürgerliche Doppelmoral und zeigt unschöne Bilder der Wahrheit: Die Parade der Schausteller. - © Musée d´Orsay, Paris, Dist. RMN-Grand Palais, Franck Raux

Ausstellungskritik

In tiefen Schichten gespeichert1

  • Die Albertina zeigt die Ausstellung "Degas. Cézanne. Seurat. Das Archiv der Träume aus dem Musée d’Orsay".

Wenn der Surrealismusexperte Werner Spies mit Leïla Jarbouai aus dem etwa 80.000 Blätter umfassenden Archiv des Pariser Musée d’Orsay aussucht, entsteht in doppeltem Sinn ein "Archiv der Träume". Sigmund Freuds Tiefenschichten der Traumdeutung entsprechend, passt die Auswahl französischer Kunst auf Papier des späten 19... weiter





Gefangen in der Endlosschleife: Rodney Grahams "Vexation Island" (1997). - © Ralf Kliem

Ausstellungskritik

Und täglich grüßt die Kokosnuss

  • Insel-Interpretationen in "Elsewhere. Observations on Islands".

Von wegen Inselidylle: In Rodney Grahams "Vexation Island" gerät das paradiesische Eiland, auf dem der vom Künstler gemimte Schiffbrüchige strandet, zum Ort eines sich permanent wiederholenden Ärgernisses. Gefangen in der Endlosschleife des filmischen Loops, wird der eben erst aus der Ohnmacht erwachte Robinson Crusoe... weiter




Das Bett als Verführung - aber auch als Anspielung auf das Totenbett, wie es hier von Jimmie Durham in "A Stone Asleep in a Bed at Home" inszeniert wird. - © Gregor Titze, (c) Belvedere, Wien

Ausstellungskritik

Ruhestatt, Liebesnest und Toteninsel

  • Die Großausstellung "Schlaflos" im 21er Haus befasst sich mit dem Bett in der Geschichte und in der Kunst.

Nun hat er seine wahren Leidenschaften verraten: Der Chefkurator des 21er Hauses, Mario Codognato, ist ein Bildersammler in Bezug auf ein großes Thema - das Bett. Seine die Enzyklopädien vergangener Tage wiedererweckende Wanderung quer durch die westliche Kunstgeschichte in neun Kapiteln startet mit einem Fresko aus Pompeji... weiter




Algen? Beim Schlammcatchen? Nein, Badezusätze vergnügen sich auf einer Overheadfolie: "Ranking abstract" von Birgit Jürgenssen.

Galerien

Kunst7

Schweizer sind auch nur Roboter (cai) Wenn eine Ausstellung "Belle de Jour" heißt, denkt man sofort an einen Film über eine Hausfrau mit SM-Phantasien, die am Tag heimlich im Bordell arbeitet (nein, nicht als Domina, die die Freier mit Spinat zwangsernährt). Und die sechs gleichnamigen Arbeiten in der Galerie Lindner hält man dann für Porträts von... weiter




Ein intelligenter Küchenschrank für Starkoch Helmut Österreicher. - © MAK/Georg Mayer

Design

Vom Mehrwert der Dinge2

  • Das Designkollektiv Eoos blickt im MAK auf eine 20-jährige Erfolgsgeschichte zurück.

Am Anfang stand die Vision eines "poetischen Designs" und das verbindet Martin Bergmann, Gernot Bohman und Harald Gründl bis heute. 1995 formierten sich die drei Absolventen der Universität für angewandte Kunst in Wien unter dem Label EOOS. Ovids "Metamorphosen", ein Werk voller phantastischer Geschichten... weiter




Zwei Seiten einer Fliege: Petra Egg, "Fliege" Fotografie, zu einen Zitat aus dem Buch "ÚLTIMO ROUND" von Julio Cortázar. - © Kunstraum NÖ

Kunstraum Niederösterreich

Kunst lesen3

  • Der Kunstraum Niederösterreich versucht mit der neuen Ausstellung, Literatur und zeitgenössische Kunst zu verbinden.

Das Grundkonzept der Ausstellung ist ausgesprochen anspruchsvoll. Die Künstlerin und Kuratorin Ingeborg Strobl hat für "lesen [Literatur]" zwölf Künstlerinnen und Künstler aufgefordert, zwölf kurze literarische Texte oder Zitate - kunsttheoretische Abhandlungen waren verboten - in Originalsprache auszuwählen und aus diesen Vorlagen künstlerische... weiter




Eine Barke zur Überquerung des Styx? - Olga Jitlina verbindet Ersten Weltkrieg und Gegenwart. - © V. Undritz

Ausstellungskritik

Jede Kugel wird Buchstabe

  • Das Museum am Judenplatz zeigt in Kooperation mit dem Memorial Moskau "Tales of 2 Cities".

Zwei Institutionen, das Jüdische Museum Wien und die älteste zivilgeschichtliche Institution in Moskau, das Memorial, spannten im Kulturforum in Moskau sechs künstlerische Projekte mit ihren kuratorischen Ideen eines Austauschs zusammen. Auch Moskaukorrespondentin Susanne Scholl war an der Idee beteiligt... weiter




Host a Kleingeld? Jochen Höllers "Budgetloch" (Technik: Stanleymesser auf Buchseiten) bettelt, dass man es stopft. - © Lea Titz

Galerien

Kunst11

Malen bis der Pinsel blutet (cai) Der Manfred Lang muss sich in seiner Galerie grad fühlen wie der Schubert in der Operette "Das Dreimäderlhaus": Er ist von drei Mäderln umringt. Nur dass die nicht Hannerl, Hederl und Haiderl heißen. Und sich nicht so schön germanisch reimen wie Tick, Trick und Track... weiter




"Sie sehen heute zum Anbeißen aus": ein Kompliment, das man mit dieser Brosche von Wolfgang Lieglein herausfordern könnte. - © MAK

Ausstellung

Mut zur Brosche!2

  • Das MAK zeigt Schmuckkunst: abwechslungsreich, subversiv und auch ein bisschen visionär.

Das Ehepaar Bollmann ist ein bisschen wie das Ehepaar Elizabeth Taylor und Richard Burton. Nur ganz anders. Taylor ließ sich bekanntlich von Burton mit Diamantschmuck überschütten (den sie, nebenbei gesagt, meist selber zahlte). Karl Bollmann hat sich 1970 entschieden, diese Form der Aufmerksamkeit ein wenig anders zu gestalten... weiter




Meisterwerk reiht sich an Meisterwerk in der Rembrandt-Ausstellung der Londoner National Gallery. Aber um sie zu sehen, muss man in den Keller steigen. Das sorgt für Befremden. - © apa/epa/Will Oliver

Ausstellungsbesprechung

Zu Mr. Rembrandt in den Keller, please1

  • Höhepunkt des Londoner Kulturwinters ist eine Ausstellung zum Spätwerk Rembrandts in der Britischen Nationalgalerie.

London. Oft folgen einem Bilder einer Ausstellung ja zurück ins tägliche Leben. Manchmal ist es auch nur ein einzelner Blick oder ein Gesichtsausdruck, der einen nicht mehr loslassen will. Mit Titus - Rembrandts Sohn - ist es mir jetzt so gegangen. Wie Titus beim Schreiben innehält, den Kopf auf die rechte Hand stützt und sich selbst verloren in... weiter




Man hört ja auch mit den Augen: gnes Zászkaliczky hat ein musikalisches Porträt der Pianistin Annie Fischer gemalt. - © gnes Zászkaliczky

Galerien

Kunst16

Der Ernst des Lächelns (cai) Holz arbeitet. Und damit ist kein Schreibtischjob gemeint (dass es also in einem Büro einen Job als Schreibtisch hätte). Aber womöglich lächelt die Mona Lisa nur, weil sie auf Holz gemalt ist und sich dieses immer mehr verzieht, und irgendwann wird sie herzhaft lachen und ihre Zähne zeigen... weiter




Rätselhafte Aussichten: Jasper Johns verfremdet ein Foto von Lucian Freud. - © Jasper Johns, Jerry Thompson

Ausstellung

Ein kopierendes Bedauern

  • Intervention im Oberen Belvedere: der Zyklus "Regrets" von Jasper Johns.

Jasper Johns, 1930 geborener amerikanischer Künstler, lieferte Beiträge zum abstrakten Expressionismus und zur Pop-Art, die in die Kunstgeschichte eingingen: so seine Flaggen-, Ziffern- und Zielscheibenbilder oder seine Bierdosen-Objekte als Weiterentwicklungen des Readymades von Marcel Duchamp. In Österreich war sein Werk selten zu sehen... weiter




 - © Robert Zahornicky

Galerie

Robert Zahornicky2

"Mein Himmel ist hier und jetzt. Mein Himmel ist meine Vorstellung von Himmel. Er ist Freundlichkeit, Verlässlichkeit, Anteilnahme bei Glücks- und Unglücksfällen. Mein Himmel ist nicht voller Geigen, sondern voll Solidarität. Mein Himmel ist auch eine Utopie von einer gerechteren Welt, in der Einsicht und Nachsicht tägliche Realität sein sollte... weiter




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Stella Bach

 - © Stella Bach "Re-link, Assemblage, figuratives Übermalen und Appropriation Art: Gegebenes wird angeeignet, hergenommen und gestaltet; drei Prozesse sind sichtbar... weiter




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Eduard Tauss

 - © Eduard Tauss "Die Farbe hat sich von ihrem Bildträger befreit und macht sich mittels ihrer eigenen plastischen Substanz zum Ausdruck ihrer selbst und zum... weiter




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Leopold Kogler

Bei Koglers Bildern eröffnet sich die Farbe gleich einem eruptiven Reigen. Irdenes Schwarz, erdiges Braun, tiefes Wasserblau, abendliches Violett... weiter






Böse Zungen behaupten, Markus Lanz sei als Nachfolger von Thomas Gottschalk ein Griff in die Sch . . . okolade gewesen (hier badet er jedenfalls am 23. März 2013 darin). Christoph Waltz hat den 2536. Stern am Walk of Fame bekommen.

Poesie und Ironie: Peter Zegveld.


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