• vom 16.08.2011, 17:00 Uhr

Kunst

Update: 16.08.2011, 17:34 Uhr
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Na, alles senkrecht?

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(cai) Hm. Die Galerie Insam lädt also zu einer Accrochage. Accrochage? Das klingt so . . . französisch. Wie ein feiner Ausdruck für was Unfeines. So wie manstatt "Besäufnis" halt "Vernissage" sagt. Das Opus vom Roland Kollnitz schaut mir jedenfalls sehr verdächtig aus. Okay, nur weil er ein paar Stangen aufstellt, muss das nicht gleich ein Denkmal für Viagra sein. Gehen Architekten eigentlich in eine Go-go-Bar, damit ihre Häuser höher werden? (Und bei Gärtnern schießt eben der Schnittlauch in die Höh’.) Ist das Stangentanzen nämlich ein magisches Ritual, das das Wachstum (wovon auch immer) anregen soll, weil da ekstatische Priesterinnen der Vertikalen huldigen, sich um Stangen herumwickeln, die ja eindeutig senkrecht sind?

Praktisch alles, was hier gezeigt wird, hat irgendeinen verborgenen Gag. Wie hat der Peter Weibel wohl die Quadratur des Halbkreises hingekriegt? Er hat ein Quadrat zum Kreis erklärt (einfach das Wort "Kreis" reingeschrieben) und dann die halberte Fläche weggeschnitten. Ein Fall von konzeptueller Geometrie. Komisch. Obwohl in der Kunst angeblich schon alles da gewesen ist und wir auf wirklich alles gefasst sein müssten, können uns die Künstler immer noch reinlegen. Oh, die geschundene Schachtel vom Peter Sandbichler ist ja überhaupt nicht echt! Die ist steinhart wie Michelangelos David! Das ist kein Karton, das ist ein Monument! (Oder ein origineller Couchtisch.) Und die komplett schwarzen Bilder von Manuel Knapp sind gar nicht "nichtig". (Ätsch!) Sondern total ausgefeilte abstrakte Kompositionen. Tja, wenn das Nichts nicht nichtet, wenn also eh was da ist, macht das bekanntlich nix. Und wieso heißt das Ganze "Accrochage"? Weil sich das besser anhört als "Gruppenausstellung mit Sachen, die wir halt aus dem Lager geholt haben, damit in der Galerie nicht das Nichts blöd herumnichtet".

Galerie Grita Insam
(An der Hülben 3)
"Accrochage"
bis 26. August
Di. - Fr.: 12 - 18 Uhr

Stahl ist geduldig

(cai) Den Skulpturen vom Georg Johann Gsteu sieht man’s direkt an, dass er eigentlich ein Bauer ist. Wieso? Ackert er in der Materie so wild herum? Nein. Außerdem ist er ein Häuslbauer. (Quasi.) Ein Architekt.Genormte Quadratprofile vom Bau verwandelt er mit wenigen Knicken und Schnitten in erstaunlich lebendige Figuren. Jö, fast wie Origami. Na ja, nicht ganz. Aber immerhin mit Stahlrohren (mit quadratischem Querschnitt). Das ist in etwa so, als ob ein Tor (ein tumber Tor? Nein, ein Autor!) aus Büchern Papiermaché machen tät’ und daraus dann Kunst. Ziemlich cool.

Galerie Chobot
(Domgasse 6)
Georg Johann Gsteu
bis 31. August
Di. - Fr.: 13 - 18 Uhr




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Galerien, Kunst

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-08-16 17:06:08
Letzte Änderung am 2011-08-16 17:34:21


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