Die Klarheit und die Großzügigkeit der vom renommierten Architekten Gregor Eichinger gestalteten Räume in der ehemaligen Ankerbrotfabrik beeindrucken. Mit Bedacht auf die historische Industriearchitektur hat Eichinger einen Ausstellungsraum geschaffen, der den Vergleich mit institutionellen Kunsthallen oder Museen nicht scheuen muss. Aber "OstLicht" ist, wie Peter Coeln mit Nachdruck betont, eine Galerie. Eine Galerie, die zeitgenössische Fotografie in den Mittelpunkt ihrer Konzeption und Programmatik stellt. Kein Fotomuseum, wie Coeln das ebenfalls von ihm vor zehn Jahren gegründete "WestLicht" definiert.
Das "OstLicht" soll eine Plattform werden, die sich grundsätzlich auf Einzel- und Gruppenausstellungen etablierter und aufstrebender Künstler konzentrieren und nationale wie internationale Positionen zeitgenössischer Fotografie präsentieren wird. Ohne Förderungen aus öffentlicher Hand, worauf Peter Coeln dezidiert hinweisen möchte.
Künstlerische Auseinandersetzung
Daher werden die Exponate der jeweiligen Ausstellungen auch verkauft, eben wie bei Galerien üblich. Wobei er auch unterstreicht, dass das Hauptaugenmerk der geplanten Präsentationen eindeutig in der inhaltlichen und künstlerischen Auseinandersetzung liegt und nicht im Willen des unbedingten Verkaufens und der Gewinnmaximierung. Langfristig soll sich das "OstLicht" selbst erhalten können, so das wirtschaftliche Ziel von Coeln. Um dies vielleicht etwas schneller zu erreichen, sind auch Teilnahmen an internationalen Kunstmessen geplant, wie etwa bei der bedeutenden "Paris Photo" im Herbst 2012.
Für die künstlerische Ausrichtung zeichnet die Leiterin der Galerie und Kuratorin Verena Kaspar-Eisert verantwortlich, und sie beweist mit der von ihr konzipierten Eröffnungsausstellung "Nacht" eindrücklich, wie vielfältig und spannend sich zeitgenössische Fotografie darstellen kann. Kaspar-Eisert hat Arbeiten von 18 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt, die sich der Thematik von den verschiedensten Seiten annähern. Wie die nachdenklich stimmende Fotoserie von Katrina Daschner, die Matratzen zeigt, auf denen Spuren sexualisierter Gewalt erkennbar sind. Diesen Arbeiten stehen die poetisch-reduzierten Fotografien von Michael Höpfner gegenüber: Bilder von Zelten, in denen der Künstler übernachtete, in geografischen Randgebieten, weitab unserer gewohnten Zivilisation. Wie weit der fotografische Rahmen gespannt werden kann, zeigt das Oeuvre von Thomas Eller. Auf schwarz ausbelichtetem Fotopapier montierte er Tape und reflektierende Folien, die je nach Lichteinfall Buchstaben, Wörter lesbar machen. Seine im "OstLicht" präsentierte Arbeit hat den Titel "Expanded Uncertainty". Hoffentlich kein programmatisch zu verstehender Titel für das ambitionierte Galerienprojekt "OstLicht".
"Die Arbeit mit Papier ist ein starkes sinnliches Erlebnis. Beim Illustrieren ist es ähnlich; verschiedene Techniken erfordern verschiedene...
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"Die Künstlerin geht in ihrer zeichnerischen und skulpturalen Arbeit meist von vorgefundenen Materialien und Objekten aus...
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"Erst im Licht- oder Elektronenmikroskop zeigt sich diese verborgene kleine Welt in ihrer wahren Größe und Formenfülle...
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