Abgesehen von den bekannten österreichischen Künstlern wie Rudolf von Alt, Tina Blau, Thomas Ender, August von Pettenkofen oder Leopold Carl Müller gibt es 32 weitere Künstler, die im 19. Jahrhundert auf das Reisen setzten, um neue Motive zu finden. Schon die damalige Monarchie umfasste Ungarn, Oberitalien und Dalmatien, der Freiheitskampf der Griechen gegen die Türken löste einen Boom in Richtung Orient aus. Durch neue Agenturen und Schifffahrtsgesellschaften konnten erstmals Weltreisen bis Indien und Ceylon in Angriff genommen werden. Dazwischen lag mit Ägypten ein Land abendländischer Träume, Persien und die Sahara schlossen sich an.

Realisten vom Biedermeier bis in den Jugendstil
Das Belvedere hat für die Ausstellung "Orient & Okzident" Werke aus dem Depot "ausgegraben", restauriert und Kuratorin Sabine Grabner entdeckte den großen Unterschied der österreichischen Maler und Zeichner zu den in Haremsfantasien schwelgenden Engländern und Franzosen. Vom Biedermeier bis in den Jugendstil waren allesamt Realisten - es ging um die Schilderung exotischer Natur oder von Mensch und Tier auf Marktplätzen, dazu - wie bei Bernhard Fiedler und Alfons Leopold Mielich - um Mauerwerk Jerusalems oder Kairos Zitadellen und neben Wüstenschlössern um Lichtflimmern im Sonnenlicht. Hubert Sattlers Memnonkolosse (1846) wirken wie ein Werbepanorama, Emil Jakob Schindler fing die Stimmung an der Felsküste Dalmatiens mit Palmen und Scirocco ein. Alois Schönn und Johann Victor Krämer haben das alte Sarajevo, Isidor Kaufmann das jüdische Leben in Brody dokumentiert.
Der Brasilien-Reisende Ender kam an der Schwarzmeerküste bis Sewastopol, seine Aquarelle vom Bosporus sind neben Karl Ludwig Libays Konstantinopel-Eindrücken oder Josef Sellenys indischen Tempeln kleine Höhepunkte einer malerischen Archäologie, denn diese Welten sind längst verloren durch den Massentourismus. Die Gemälde eines Hermann von Königsbrun oder auch von Müller entstanden nach den Skizzenblättern im Atelier. Hubert Sattler hat sein Damaskus-Panorama 1842 bereits vor Ort mit einem Übertragungsraster für die Leinwand versehen.

Eugen von Ransonnet-Villez öffnet den Blick 1864 in die Tiefsee: Exotische Fische umkreisen einen Totenkopf. Es war noch kein ökologischer Appell für die Zukunft. Das Erobern und die Kolonialherrlichkeit liegen den dokumentarischen Malern aus Österreich meist fern, die wenigen Genreszenen mit Karawanen und Wäscherinnen von Müller oder Charles Wilda verzichten auf typische Exotismen oder Überlegenheitsgesten des Okzidents. Die Kritik der "postkolonial studies" wird hier nicht fündig werden.
Die erste Personale mit drei Variationen von großformatigen Holzschnitten, Farbdrucken und Collagen in der Albertina kommt spät für den "Neuen Wilden"...weiter
Sein Pinselempfängt HD(cai) Bei Sotheby’s in New York ist also der teuerste Richter der Welt versteigert worden...weiter
Bryan Adams war indisponiert. Als er am Mittwoch seine Fotos in der Galerie Ostlicht vor Journalisten präsentieren sollte...
weiter
"Agnes Nebehay hat einen neuen und frischen Zugang zur Street Photo- graphy. Für die junge Künstlerin ist die Straße eine Bühne...
weiter
Aus dem Buch "Willy Puchners Welt der Farben" (erschienen im Residenz Verlag und ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis...
weiter