Seit Frühjahr hat die neue Landesgalerie Zeit Kunst Niederösterreich (ZKN) zwei Standorte - die von den Architekten Luakas & Fritz Göbl/Franz Gschwantner adaptierte Dominikanerkirche in Krems und Hans Holleins Shedhalle in St. Pölten. In Krems startet Kuratorin Alexandra Schantl nun eine Reihe von Personalen mit dem 1952 geborenen Manfred Wakolbinger. Ein Querschnitt seiner Werkserien von 1980 bis heute trägt den Titel "Up from the Skies" nach einem Song von Jimi Hendrix und propagiert eine Skulptur, die sich mit Beweglichkeit, Prozess, Schwerelosigkeit und der Architektur wie dem öffentlichen Raum verbundener Skulptur befasst.
Das sind Ingredienzien für eine aktuelle Mischung, begonnen hat Wakolbinger als Werkzeugmacher, Konstrukteur und Schmuckdesigner. Er liebt Kupfer als körperhaftes, gut zu bearbeitendes und warm schimmerndes Material, verbindet es mit Glas, Spachtelputz, anderen Metallen und Farbe. Was zuerst nur Anregung gab, Film und Fotografie, ist jetzt in sein Werk integriert - im Zentrum der Schau ist ein begehbares Display für die Filme "Galaxy 1-3" zu finden, am Dach als Draufgabe ein Spiegelobjekt, das die Skulpturen im Kirchenschiff auf subtile Weise noch einmal auf zwei rotierende Ebenen bringt. In den Fotoserien der "Galaxies" sind Seescheiden im Meer von dem begeisterten Taucher nachts aufgenommen worden; jene Tiere, die sich entfalten und wieder vergehen wie nicht greifbare Materie.
Die Filme sind den Toraja gewidmet, die annehmen, per Raumschiff auf die Erde gekommen zu sein.
Echo im Kirchenschiff
Der Tanzschwung der Wasserwesen findet ein Echo in einer Kirchenschiff und Chorraum durchwandernden Linie aus Metall - ein Schlauch oder Draht, der auch bis zur Decke hoch wandert, während die neuen "Forces" aus Kupfer mit eiförmigen Köpfen an der Wand lehnen oder sich strecken, und die "Travellers" auf dünnen Beinen daherstelzen. Es sind organisch anmutende Mischwesen zwischen Blumen, auch tierhaft und abstrakt wie Amöben, seltener erotisch wie Spermien. Die Verbindung zur Architektur ist bei den reinen Wandobjekten klar, oft aber auch bei anderen fast verschmelzend. Die Schmuckvergangenheit ihres Meisters sieht man den Werken an, bis auf die in Glas eingehausten oder mit Putz ummantelten frühen Serien.
Möbelhaft wirken manche "Placements", von August Ruhs "Blickwesen" genannt, die auf Fotomontagen das Spiel von Realität und Konstrukt in einen ironischen Austausch mit nackten Menschen auf Dünen versuchen oder solo an berühmten Stränden wie dem Lido auftauchen. Sie hocken auch Ruinen in Marokko auf oder erscheinen visionär auf Flugfeldern. Echo, Traum und Erblicken voll staunender Neugier machen den Narziss-Mythos wieder für die Kunst fruchtbar, dabei liest Wakolbinger lieber Peter Sloterdijk oder Christoph Ransmayr, wie durch ihre poetischen Text im Katalog ablesbar ist.
Eigenwillige Zwitter aus Objekt und Schmuck im Großformat sind die pilzförmigen "Ufos", die auch an Ringe von Wakolbingers Lebensmensch, der Schmuckkünstlerin Anna Heindl, denken lassen. Durch sie kam er zur Kunst und hörte etwa Vorlesungen von Bazon Brock. Auf Vermittlung von Erwin Wurm kam es zur ersten Personale im Forum Stadtpark Graz, 1987 stellte er bei der documenta 8 aus und 1992 war der preisgekrönte Künstler bei der Expo Sevilla zu sehen.
Do You Speak Pingpong?(cai) Schlägertypen können sich hier so richtig austoben. Mit den Tischtennisschlägern. (Was haben Sie denn geglaubt...weiter
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