• vom 25.06.2013, 16:12 Uhr

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    Die Zukunft ist


    Geschichte

    (cai) Wieso ist der Ausstellungstitel durchgestrichen? Ach, das ist wahrscheinlich wie in "Mission Impossible". Fünf Sekunden, nachdem der erste Besucher ihn gelesen hatte, hat er sich selbst zerstört. Schließlich geht es in "Little Bit of History Deleting" um die Vergäng- und -gesslichkeit.

    Die meisten vergessen eh sehr diskret. Ardan Özmenoglu fügt zum 11. September, dem Tag der Amerikalypse, einfach die Vergangenheit dazu ("past") und macht aus dem besondersten Datum der Welt eine gewöhnliche Uhrzeit. In Leuchtschrift. ("Nine Past Eleven." - He, in einer Dreiviertelstunde ist es fünf vor zwölf!) Und Gerald Zahn löst mit seiner originellen Technik "Radierer auf Zeitschrift" beim Papier eine Amnesie aus.

    Vorsicht Stufe! Sakir Gökcebag schneidet eh nur Männerschuhen die Zechen ab.

    Vorsicht Stufe! Sakir Gökcebag schneidet eh nur Männerschuhen die Zechen ab.© Mirko Lazovic Vorsicht Stufe! Sakir Gökcebag schneidet eh nur Männerschuhen die Zechen ab.© Mirko Lazovic

    Kuratorin Isin Onol hat gescheit ausgewählt und alles zu einem stimmigen Ganzen arrangiert. Und das düstere Kellergewölbe spielt fleißig mit. Das Katakombenflair. Beim Hinabsteigen in die Unterwelt kommt man an zurückgelassenen Schuhen vorbei. Mit abgeschnittenen Spitzen. Die schmalen Stufen passen eben grad für Cinderella-Schuchis. Was drüberragt, wird gekappt. Sakir Gökcebag hat halt das Talent, banalste Dinge zu einem überraschenden Ende zu bringen. Aus Klopapierrollen (die sind vergänglicher als ein Abreißkalender, von dem man pro Tag ja bloß ein Blatt abreißt) und Linsen wird ein Bodenmosaik.

    Und Mirko Lazovic ist sowieso schon jenseits von Gut und Besser. Nämlich genial. Der bringt Glühbirnen scheinbar zum Weinen. Die Tränen fallen in eine riesige Lacke, und trifft ein Tropfen ein versenktes Mikrofon, donnert es gewaltig. Beklemmende Weltuntergangsstimmung. Und die im Labor gezüchteten feuchtphantastischen Vaginen von Pinar Yoldas sind zwar lebhafte Erinnerungen an morgen, aber auch die Zukunft ist irgendwann Geschichte.

    Galerie Peithner-Lichtenfels

    (Sonnenfelsgasse 6)

    "Little Bit of History Deleting . . ."

    Bis 15. Juli

    Di. - Fr.: 10 - 18 Uhr

    Sa.: 10 - 16 Uhr

    Die Prinzessin

    auf der Ameise

    (cai) Treffen sich eine Glühbirne, ein paar Gehirne und jede Menge Ameisen. Das ist trotzdem kein Witz. Das ist eine Ausstellung. Den Künstler interessiert sicher nicht, wie viele Ameisen man braucht, um eine Glühbirne zu wechseln. Und die Hirne stammen vermutlich nicht einmal von Blondinen.

    Oh, der Peter Kogler hat die Wände nicht tapeziert. Sonst wird man ja meist von Ornamenten umzingelt. Von überwältigenden Massenchoreografien. Die Inszenierung in der Galerie Mezzanin ist ernüchternd karg. Okay, bei fünf Hirnen, die da rumkullern, ist die fade graue Masse zumindest in der aktuellen Modefarbe koloriert worden: Bunt. (Dass einem das blaue Hirn eine Spur kleiner vorkommt, liegt aber bloß daran, dass dunkle Farben neben helleren optisch schrumpfen. Das ist kein politisches Statement.) Und der Tisch, auf dem man Kugerln durch Hirnwindungen schubst, macht sogar dem Zengarten Konkurrenz. Als geniales Meditationsspielzeug. Seine Gedanken symbolisch durch ein Labyrinth ohne Anfang und Ende schweifen zu lassen (tja, das Denken ist ein labyrinthischer Kreis), ist mindestens so entspannend, wie eine Mini-Sandkiste zu rechen. Doch warum bietet Kogler dem, der sich seine heillos überfüllten Collagen gemütlich anschauen will (Bilder von fast allem), zum Hinsetzen eine Folterbank an, ein Alu-Ding mit einem popofeindlichen durchbrochenen Ameisenmuster? Wieso nicht gleich einen Ameisenhaufen? (Der wäre wenigstens weich.) Ich hab mich gefühlt wie die Prinzessin auf der Hämorrhoide.

    Galerie Mezzanin

    (Getreidemarkt 14)

    Peter Kogler

    Bis 31. Juli

    Di. - Fr.: 11 - 18 Uhr

    Sa.: 11 - 15 Uhr




    Schlagwörter

    Galerien, Kunst, Kultur, Peter Kogler

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