• vom 11.10.2013, 17:34 Uhr

Kunst

Update: 11.10.2013, 17:46 Uhr

Ursula Mayer

Ein Kult für Maggie




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Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

  • 21er Haus: Ursula Mayers "But we loved her"

Ursula Mayer ruft den Betrachter auf, selbst ihre Arbeiten zu deuten: Valentijn & JD (Ausschnitt, 2013).

Ursula Mayer ruft den Betrachter auf, selbst ihre Arbeiten zu deuten: Valentijn & JD (Ausschnitt, 2013).© Margaret Salmon Ursula Mayer ruft den Betrachter auf, selbst ihre Arbeiten zu deuten: Valentijn & JD (Ausschnitt, 2013).© Margaret Salmon

Um 2000 fiel Ursula Mayer nach ihren Studien an der Wiener Akademie und am Goldsmiths College in London durch Filme und Performances einem breiteren Publikum auf, 2007 gewann sie den Otto Mauer Preis und weilte die letzten Jahre als Stipendiatin in New York. Ihre Installation mit Schwerpunkt Film für das 21er Haus zeigt auch Skulpturen, Fotografie, Collagen und Objekte in einem Handlungsraum für zwischen 15 Werken frei wandelnden Betrachter. Das komplexe Display hat sie mit dem Berliner Architekten Roger Bundschuh im spannenden Gegensatz von sinnlicher Verführung und intellektueller Fragestellung entwickelt.

Information

Ausstellung
Ursula Mayer:
But we loved her
Bettina Steinbrügge (Kuratorin)
21er Haus
Bis 12. Jänner


Menschlichere Sicht
Den Denkanstoß zum Titel "But we loved her" gab die Schlagzeile des "Independent" am 17. April 2013 zum Tod von Margaret Thatcher. Er verhandelt alle Werke dieser Gruppe im Sinne eines Blicks auf anhaltende Konsumkultur. Eine Neonarbeit schreibt sich neben der großen Collage auf Leinwand "The Curious Cult" im dunklen Raum am Boden ein. Doch neoliberale Identität ist weit zurückverfolgbar bis zur Migration der Medea in der griechischen Mythologie oder auf Ayn Rand, aus der Sowjetunion nach Amerika geflohene Verfechterin des Individualismus. Ihre Opposition und binäre Weltanschauung sollen Anstoß geben für eine neue, menschlichere Sicht, jenseits der Ideologien.

Den Rückgriff auf Bruno Gironcolis monumentale "Körpermaschinen" verarbeitet Mayer in ihrer Fotoserie "Die Ungeborenen" und einigen Objekten zwischen Kleidung und Skulptur. Diese werden auch in Performances und Filmen verwendet, doch legt sie auch hier keine festgelegten Bedeutungen mit Affektkonstruktionen vor: Betrachter müssen selbst Deutungen finden.

Drei Filme behandeln die aktuellen sozialen und psychologischen Verwicklungen dann noch komplexer; darin beruft sich Mayer auf Patricia MacCormacks Theorie der "Cinesexuality" nach den strukturalistischen Philosophen Gille Deleuze und Félix Guattari. Hier wird Film als etwas performativ Körperliches in Bezug zur Wahrnehmung und als geschlechtsloser Körper verstanden, der mit Textur, Licht und Farbe jenseits von realen kulturspezifischen Zuschreibungen funktioniert. Von MacCormack und Maria Fuso stammt dabei auch das Filmscript. Ergänzend zu den ästhetisch neue Fragen aufwerfenden sowie politisch mehrdeutigen Filmen "Gonda" und "Medea" wird es zur Eröffnung am Samstag eine Liveperformance mit den Hauptdarstellern geben, an der das Transgendermodel Valentijn de Hingh, die Musikerin JD Samson und das New Ideas Chamber Orchestra (NI&CO) mitwirken.




Schlagwörter

Ursula Mayer, Ausstellung

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-10-11 17:38:05
Letzte nderung am 2013-10-11 17:46:28



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