• vom 02.08.2016, 21:55 Uhr

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Künstlerisch funktionieren diese Muskeln von Anemona Crisan aber gut.

Künstlerisch funktionieren diese Muskeln von Anemona Crisan aber gut.© Anemona Crisan/Bildrecht Künstlerisch funktionieren diese Muskeln von Anemona Crisan aber gut.© Anemona Crisan/Bildrecht

Ordnung ist das

halbe Chaos


(cai) Der beeindruckende Kronleuchter ist zweifellos das Prunkstück der Schau in der Galerie Thoman. Der hat mich fast ein bissl eingeschüchtert. Denn jede der folgenden Redewendungen verkörpert er geradezu programmatisch: "Kleingeld, nein, Kleinvieh macht auch Mist", "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", "Wer den Groschen nicht ehrt . . .", "Nur Bares ist Wahres". In eigenen Worten hätte ich’s jedenfalls auch nicht besser ausdrücken können.

Julia Bornefeld hat Unmengen von Ein-Cent-Münzen aneinandergereiht. Wird der Wert vom Luster nun mit der Zeit sinken oder steigen? Na ja, hängt davon ab, wer stärker ist - die Inflation oder die Kunst. Aber bloß weil man das Trumm tatsächlich einschalten kann, heißt das nicht, dass auch die Stelen einen Gebrauchswert hätten (obwohl man sie angreifen, zwicken, umarmen möchte). Die fertigt die Künstlerin ebenfalls aus unbeständigen Alltagsmaterialien. Schnürt etwa Schaumstoff bis zur Schmerzgrenze ein. Okay, die aufgetürmte Stahlwolle ("POMP" - weil die Pompadour hohe Perücken getragen hat?) könnte man eventuell als Kratzbaum verwenden. Die Formen legen sich zumindest nicht eindeutig fest. Alles ist weich und flexibel.

"Morphic Fields": der Ausstellungstitel zitiert eine umstrittene Theorie, wonach "morphische Felder" jeder Formbildung in der Natur zugrundeliegen würden. Bornefeld nennt zudem ihre fabelhafte Serie von dramatischen Tuschebildern so, die Assoziationen wecken an Sternennebel, die Überreste einer Supernova, den Kreislauf der Materie im Kosmos. Das Chaos versucht dynamisch, sich zu ordnen. Und plötzlich passt auch der Luster stimmig zum Ganzen. Simple Münze wächst zu komplexem Organismus heran.

Galerie Elisabeth &

Klaus Thoman

(Seilerstätte 7)

Julia Bornefeld, bis 27. August

Di. - Fr.: 12 - 18 Uhr

Sa.: 11 - 16 Uhr

Haut wird eindeutig

überbewertet

(cai) Was ist so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz? Hm. Schneewittchen? Ja. Oder die Ausstellung im Bildraum 07. Nur dass die halt so weiß ist wie die Wand und so schwarz wie Tusche. So rot wie Blut ist sie aber auch. Und das sogar in zwei Farbtönen: arteriell und venös.

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Dokument erstellt am 2016-08-02 17:11:04



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