• vom 02.08.2016, 21:55 Uhr

Kunst


Galerien

Kunst




  • Artikel
  • Lesenswert (27)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Galerien

Künstlerisch funktionieren diese Muskeln von Anemona Crisan aber gut.

Künstlerisch funktionieren diese Muskeln von Anemona Crisan aber gut.© Anemona Crisan/Bildrecht Künstlerisch funktionieren diese Muskeln von Anemona Crisan aber gut.© Anemona Crisan/Bildrecht

Ordnung ist das

halbe Chaos


(cai) Der beeindruckende Kronleuchter ist zweifellos das Prunkstück der Schau in der Galerie Thoman. Der hat mich fast ein bissl eingeschüchtert. Denn jede der folgenden Redewendungen verkörpert er geradezu programmatisch: "Kleingeld, nein, Kleinvieh macht auch Mist", "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", "Wer den Groschen nicht ehrt . . .", "Nur Bares ist Wahres". In eigenen Worten hätte ich’s jedenfalls auch nicht besser ausdrücken können.

Julia Bornefeld hat Unmengen von Ein-Cent-Münzen aneinandergereiht. Wird der Wert vom Luster nun mit der Zeit sinken oder steigen? Na ja, hängt davon ab, wer stärker ist - die Inflation oder die Kunst. Aber bloß weil man das Trumm tatsächlich einschalten kann, heißt das nicht, dass auch die Stelen einen Gebrauchswert hätten (obwohl man sie angreifen, zwicken, umarmen möchte). Die fertigt die Künstlerin ebenfalls aus unbeständigen Alltagsmaterialien. Schnürt etwa Schaumstoff bis zur Schmerzgrenze ein. Okay, die aufgetürmte Stahlwolle ("POMP" - weil die Pompadour hohe Perücken getragen hat?) könnte man eventuell als Kratzbaum verwenden. Die Formen legen sich zumindest nicht eindeutig fest. Alles ist weich und flexibel.

"Morphic Fields": der Ausstellungstitel zitiert eine umstrittene Theorie, wonach "morphische Felder" jeder Formbildung in der Natur zugrundeliegen würden. Bornefeld nennt zudem ihre fabelhafte Serie von dramatischen Tuschebildern so, die Assoziationen wecken an Sternennebel, die Überreste einer Supernova, den Kreislauf der Materie im Kosmos. Das Chaos versucht dynamisch, sich zu ordnen. Und plötzlich passt auch der Luster stimmig zum Ganzen. Simple Münze wächst zu komplexem Organismus heran.

Galerie Elisabeth &

Klaus Thoman

(Seilerstätte 7)

Julia Bornefeld, bis 27. August

Di. - Fr.: 12 - 18 Uhr

Sa.: 11 - 16 Uhr

Haut wird eindeutig

überbewertet

(cai) Was ist so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz? Hm. Schneewittchen? Ja. Oder die Ausstellung im Bildraum 07. Nur dass die halt so weiß ist wie die Wand und so schwarz wie Tusche. So rot wie Blut ist sie aber auch. Und das sogar in zwei Farbtönen: arteriell und venös.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-08-02 17:11:04



Bildende Kunst

Lena Knilli

Geboren 1961 in Graz, Studium der Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin sowie an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien bei Maria... weiter




Bildende Kunst

Walter Moroder

Geboren 1963 in St. Ulrich in Gröden (Südtirol); 1977 bis 1980 Besuch der Staatlichen Kunstlehranstalt St. Ulrich in Gröden; 1983 Aufenthalt in den... weiter




Fotografie

Lois Lammerhuber

- © Lois Lammerhuber Weich, mild, sinnlich, ein unendlich weiter Landschaftspark vor der ersten Heumahd, eine geometrische Augenweide im Winter und während der Blüte von... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ansteckende Nacktheit
  2. Wiederholt wuchtig
  3. Ein Stone swingt
  4. "Das war pure Magie"
  5. Rache der Musikanten
Meistkommentiert
  1. Russland nimmt nicht an Song Contest teil


Regisseur Wolfgang Murnberger (l.) mit Josef Hader ("Wilde Maus") und Schauspieler-Kollegin Pia Hierzegger.

Mary Wollstonecraft (1759 - 1797) gilt als die erste Feministin Englands. Das bekannteste Werk der Schriftstellerin, Übersetzerin und Philosophin, "A vindication of the rights of woman" ("Verteidigung der Rechte der Frau") tritt für eine Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Barry Jenkins Film "Moonlight" gewann den Oscar für den besten Film. Zuvor wurde irrtümlich "La La Land" gekürt.

Hugh Jackman winkt am Roten Teppich. Jean-Honoré Fragonard, Das Mädchen mit dem Murmeltier, 1780er Jahre.

Werbung



Werbung