• vom 01.12.2016, 15:49 Uhr

Kunst

Update: 01.12.2016, 16:07 Uhr

Fotoausstellung

Linsenforscher




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

  • Das Jüdische Museum zeigt Menschenbilder von Michael Horowitz.

Helmut Qualtinger.

Helmut Qualtinger.© Michael Horowitz Helmut Qualtinger.© Michael Horowitz

Als Gründer des Magazins "Freizeit" für den "Kurier" ist Michael Horowitz als Autor und Journalistenkollege dafür bekannt, Unmögliches möglich zu machen: So holte er Peter Ustinov für eine Kolumne nach Wien und fotografierte ihn mit Kindern auf einem Ringelspiel im Stadtpark.

Als er in den frühen 1970er Jahren den Auftrag bekam, für das deutsche Magazin "Der Spiegel" eine Fotoreportage von Thomas Bernhard zu machen, wartete er drei Tage vor dem Bauernhof in Ohlsdorf, um den Dichter dann in Lederhose am Fahrrad im Keller porträtieren zu können.

Information

Ausstellung
Horowitz: 50 Jahre Menschenbilder
Jüdisches Museum bis 28. Mai

Die Fotografie ist die Leidenschaft des Doppelbegabten, die Vorbilder dabei keine Geringeren als Robert Capa oder Henri Cartier-Bresson. Die Schau im Jüdischen Museum am Judenplatz zum 66. Geburtstag des Fotografen, "Horowitz. 50 Jahre Menschenbilder", vereint einen Raum mit Vintage-Prints, seine neuen Reisebilder und einen besonderen Rückblick auf die späten 1960er bis 1980er Jahre in zwei weiteren.

Der besondere Schnappschuss

Schon sein Vater Oscar, dessen Familie aus dem Schtetl Stanislau (Galizien) nach Wien kam und 1938 nach Shanghai flüchten musste, war nach seinem Dienst in der französischen Fremdenlegion, zurück in Wien, ein bekannter Theaterfotograf.

Der Sohn schwänzte die Schule, um einen Staatsbesuch zu fotografieren, und wurde dabei vom Direktor entdeckt. Damit bestimmte der unfreiwillige Schulabgang den Weg zur Fotografie. Horowitz gelingt bis heute nicht nur der besondere Schnappschuss, etwa vom seine Boxerhündin küssenden Kanzler Bruno Kreisky, Ustinov oder Senta Berger in Friedensreich Hundertwassers Atelier am Graben, er inszenierte Bundeskanzler Fred Sinowatz im Faschingskostüm eines Zauberers, Arnold Schwarzenegger mit nacktem Oberkörper im Café Hawelka, Ernst Fuchs in der Badewanne sowie die Brandauers im Bett vor dem Fernseher in sonst leerer Wohnung. Er fing sowohl Kunstaktionen von Coop-Himmelb(l)au, Arnulf Rainer, Peter Weibel und Susanne Widl als auch typische Theaterposen von Claus Peymann, Leonard Bernstein und Helmut Qualtinger ein.

Die Fotos waren zwar schon bei den Salzburger Festspielen und in Graz beim steirischen herbst zu sehen, wurden aber noch nie museal präsentiert. Besondere Erinnerungen wecken Aufnahmen von Elias Canetti, Oskar Werner, Helmuth Lohner, Simon Wiesenthal und Kurt Waldheim; Letzterer wird beim Fischen am Attersee eher unfreiwillig zur Witzfigur. Prominente Weggefährten schrieben auch für den Katalog, so Erika Pluhar, Arik Brauer, Hugo Portisch oder Heinz Marecek.

Mit Franz Hubmann zeigte Horowitz Menschenbilder zur Expo in Hannover im österreichischen Pavillon, die Kamera behinderte aber den Autor nie: Er schrieb Biografien und Drehbücher sowie historische Bücher über die Nazizeit; die Liebeserklärung an seine Heimatstadt ist in den Fotografien natürlich weniger ambivalent als seine berechtigt kritischen Worte über "Das goldene Wien."





Schlagwörter

Fotoausstellung

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-12-01 15:53:12
Letzte ─nderung am 2016-12-01 16:07:10



Bildende Kunst

Willy Puchners "Fabelhaftes Meer"

So weit, so tief, so vielfältig, so schwerelos: eine Liebeserklärung des Künstlers an die Ozeane und an alles maritime Leben... weiter




Bildende Kunst

Manu Tober

Geboren 1969 in Wien; 1987- 1989 Biologiestudium, währenddessen Beschäftigung mit Zeichnung, Grafik und Fotografie an der Wiener Kunstschule... weiter




Fotografie

Clemens Kneringer

Geboren 1967 in Wien; Kolleg für Fotografie an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt; Klassische Archäologie an der Universität... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Als Morak und Metropol noch wild waren
  2. Schönheit der Irritation
  3. Voller Kraft und Stille
  4. Im Hörlabyrinth
  5. Sinatra-Patina
Meistkommentiert
  1. Als Morak und Metropol noch wild waren


Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.

Werbung



Werbung


Werbung