• vom 25.07.2017, 16:00 Uhr

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Starker Wirbel: Hocker von Benjamin Hirte.

Starker Wirbel: Hocker von Benjamin Hirte.© Klaus Pichler/Courtesy: Benjamin Hirte und Galerie Emanuel Layr Starker Wirbel: Hocker von Benjamin Hirte.© Klaus Pichler/Courtesy: Benjamin Hirte und Galerie Emanuel Layr

Die Zeit ist

eine Flüssigkeit


(cai) Es gibt also einen Zeitpunkt, eine Zeitlinie und einen Zeitraum. Wieso keine Zeitfläche? Na ja, dafür Zeitzonen. Und mindestens zwölf Bilder vom Gerhard Himmer hängen sogar in derselben. In der mitteleuropäischen. (Weil der Bildraum 07 dort liegt. Wie das Atelier des gebürtigen Salzburgers, der in Wien lebt, übrigens auch.) Doch nicht alle stammen aus demselben Jahr (2017).

Diese imposanten Arbeiten machen quasi die verrinnende Zeit sichtbar. Auf der Fläche. Einer schwarz grundierten. Eigentlich rinnt natürlich die Farbe, die Zeit läuft allerdings immer live mit. Die Tropfen (Zeitpunkte?) bahnen sich ihren Weg über die Leinwand, die brav stillhält. Himmer reduziert die Malerei eben auf das, was sie ist: Farbe auf einem Bildträger. In der Regel zeigt ja der Maler der Farbe, wo’s langgeht, und er macht die Striche. Mit dem Pinsel. Hier zieht die Schwerkraft die Linien. Nämlich nach unten. Aber nicht mit dem Lineal, sondern "freihändig". Beziehungsweise reagiert die dünnflüssige Ölfarbe sensibel auf die Struktur des textilen Gewebes. Bis sich die unglaublich feinen, dichten Linien fast komplett zu einer lebendigen monochromen Fläche schließen. (Violett, Gelb, Schwarz.) Diese abstrakten Bilder kann man jedenfalls nicht falsch herum aufhängen. Unten ist dort, wo die Farbe hinfließt.

Und wenn sie die Zeit anzeigen, dann sicher nicht die Langeweile. Eines der Bilder (gelb) ist womöglich nicht einmal jugendfrei. Wegen der Sadomaso-Spielchen. Okay, wahrscheinlich darf man es sich eh schon mit 16 anschauen. Wie die erotischen Filmabenteuer einer Peitsche ("Fifty Shades of Grey"). Und woher kommen nun die Striemen in der Grundierung? Angeblich von einem Lineal, das der Künstler draufschnalzen hat lassen. Pervers? Vielleicht. Dem Bild tut’s aber eindeutig gut.

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Dokument erstellt am 2017-07-25 16:06:06



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Geboren 1981 in Bozen, Südtirol; 2001-2008 Diplomstudium der Philosophie, Universität Wien; 2001-2008 Studium der Fotografie (Meisterklasse Eva... weiter




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