
"Jens Thiele hat mit seinen Collagen einen ganz eigenständigen, spannungsvollen Bildkosmos entstehen lassen, der eng verknüpft ist mit der visuellen Kultur der Gegenwart und Vergangenheit. Man könnte ihn als Künstler der Entgrenzung bezeichnen, seine Strategie ist das Spiel mit Zitaten, Bezügen, auch medialen Konzeptionen durch Verweise auf Film, Fotografie, Theater und Malerei; er löst traditionelle Erzählformen auf, verwendet Materialien unterschiedlicher Provenienz, öffnet sich für heterogene Adressatengruppen und lässt sich stilistisch kaum kategorisieren. Insofern scheint Jens Thiele ein postmoderner Künstler, dem Surrealen, aber auch Realen verhaftet. Seine Collagen sind Bildkonstruktionen, die sich illusionistischer Räumlichkeit verweigern, und so auch zu Diskursen über Bildentstehungsprozesse werden, sichtbar gemacht durch die charakteristischen, nie verleugneten Spuren des additiven, aus der Nähe betrachtet fast reliefhaft abstrakten Arbeitens mit Papier, Schere und Klebstoff." (Sabine Wallach)
Geboren 1944 in Potsdam; Studium der Freien Graphik und Kunstpädagogik an der Kunstakademie Braunschweig; Studium der Kunstwissenschaft in Göttingen; 1974 Promotion in Kunstgeschichte "Das Kunstwerk im Film", ab 1980 Professor für visuelle Medien an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg; 1997 bis 2008 Direktor der Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur an der Universität Oldenburg. Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Theorie, Geschichte und Ästhetik der visuellen Medien mit Schwerpunkten in der Kinderbuchillustration, im Spielfilm und der Mediengeschichte. Zahlreiche Einzelausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Kinderbücher; Publikationen zur Theorie und Ästhetik des Bilderbuchs und der Medien; 2003 Wiederbeginn der eigenen künstlerischen Arbeit im Bereich der Illustration und freien Grafik (Portrait bei Old-Q.de); seit 2009 Arbeit im Atelier in Münster.

Siehe auch: www.jensthiele.de
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