• vom 01.02.2012, 17:24 Uhr

Kultur

Update: 01.02.2012, 17:43 Uhr

Österreichisches Kulturforum

"Krise, tja, echt?"




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Von Klaus Stimeder

  • Eine Ausstellung über die Finanzkrise im Österreichischen Kulturforum in New York
  • Internationale Werke mit überraschend wohltuendem Tiefgang.

Vor allem Künstlerinnen gestalteten die Ausstellung in New York.

Vor allem Künstlerinnen gestalteten die Ausstellung in New York.

New York. Die Krise, ja die Krise, sie bewegt die Menschen dies- und jenseits des Atlantiks und sie findet kein Ende, herrscht immer und überall, bis, ja, bis sie am Ende im Museum landet. Nun mag das Österreichische Kulturforum New York (ACFNY) vieles, nur kein Museum sein, aber einer hat es im Laufe seines zehnjährigen Bestehens, das heißt seit der Neueröffnung des vormaligen Kulturinstituts, schon einmal eine "Kunst- und Kulturmaschine" genannt und als solche stellt es sich den Fragen der Zeit.

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Die Ausstellung "It’s the political economy, stupid!", die Montagabend unter reger Anteilnahme der New Yorker Bevölkerung eröffnet wurde, warf die Frage in den Raum: Krise, tja, echt? Eine Exhibition, deren Ziel in der Auseinandersetzung mit der Causa prima besteht, ist dementsprechend eine haarige Sache, die üblichen Plattitüden, Marke So-kann-es-wirklich-nicht-mehr-weitergehen/Ende-des-Kapitalismus-jetzt-aber-wirklich, schreien geradezu nach oberflächlicher Auseinandersetzung (auch in den USA droht die alte Linke mit strenger Ich-habs-ja-schon-immer-gewusst-Miene die neue Sozialbewegung zu beschädigen, während die andere Seite, Stichwort Tea Party, böse Miene zum blöden Spiel macht).

"Politkunstszene"
Nicht in diese Fallen zu tappen, oblag den Kuratoren Oliver Ressler (Österreich) und Gregory Sholett, ein Haudegen der New Yorker "Politkunstszene", wie man sie ebendort wirklich nennt. Rund eineinhalb Jahre standen zwischen der von ACFNY-Direktor Andreas Stadler mit angestoßenen Idee und ihrer Realisierung. Dazwischen passierte "Occupy Wall Street" und seine weltweiten Ableger. Aber die Krise dauert ja noch und die Gefahr, dass die Armen reicher und die Reichen ärmer werden, ist nach wie vor keine akute.

Es ist ein bunter Haufen an Werken von Künstlern - vor allem aber Künstlerinnen -, den die Kuratoren versammelt haben. Sie kommen vorwiegend aus den USA, aber auch aus Argentinien, Russland, Australien, Spanien, Deutschland und Österreich (Linda Bilda, Isa Rosenberger). Um sich wirklich eine Meinung bilden zu können, braucht der Besucher vor allem zweierlei, Zeit und Stehvermögen (respektive Sitzfleisch): Die Mehrheit bilden Videoarbeiten, kaum eine davon dauert unter einer halben Stunde. Die gute Nachricht: Es zahlt sich aus, nahezu jeder davon Aufmerksamkeit zu schenken.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2012-02-01 17:29:06
Letzte Änderung am 2012-02-01 17:43:20



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