"Die Ärzte" singen: "Du hast mir nichts als Pech gebracht, hast mich nur belogen, hast mich lächerlich gemacht, mein Konto überzogen! Du nervst noch mehr als Yoko Ono! Du gehst mir tierisch auf den Sack! Du haust nicht ab aus meiner Wohnung; hast einen beschissenen Musikgeschmack!". Die Barenaked Ladies singen: "You can be my Yoko Ono, You can follow me wherever I go, Be my, be my, Be my Yoko Ono."
Keine Frage, wenn es eine Frau der jüngeren Kulturgeschichte gibt, die so richtig polarisiert, dann ist das Yoko Ono. John Lennons Witwe wurde schon viel genannt, die "Drachenfrau", die die Beatles zerstört hat und die "Böse Hexe im Beatles-Märchen" oder auch "Nachlasshai". Am Donnerstag wird nun Yoko Ono der Oskar-Kokoschka-Preis überreicht, der mit 20.000 Euro der höchstdotierte Preis Österreichs für bildende Kunst. In gewissen Künstlerkreisen regte sich Kritik über die Auswahl der Jury unter dem Vorsitz von Gerald Bast, dem Rektor der Angewandten. Yoko Ono sei eine eher mittelmäßige Künstlerin, man wolle wohl nur mit einem bekannten Namen für Publicity sorgen, der renommierte Preis werde damit jedoch verheizt. Auch die Frage nach einer Verbindung der Künstlerin zu Österreich wurde gestellt.
Große Ausstellung geplant

Darauf gibt es eine Antwort. Da war natürlich die Aktion, die das Wiener Hotel Sacher am 31. März 1969 in die Kunstgeschichte eingehen ließ, genauer gesagt das Bett in Suite Nummer 101. Seit den 90ern ist die Beziehung Yoko Onos zu Österreich aufrecht, und zwar durch den Direktor der Kunsthalle Krems, Hans Peter Wipplinger. Er holte sie mit ihren experimentellen Filmen zur Viennale. In der Kunsthalle wird sie auch Freitag, nach der Preisverleihung, auftreten. Die Wiener Performance-Szene war zudem immer stark mit der US-Szene vernetzt, nicht zuletzt deshalb wird Valie Export die Laudatio halten.
Im Skulpturenpark des Museum Joanneum im steirischen Unterpremstätten ist eine von Yoko Onos Installationen zu sehen, "Painting to Hammer a Nail In / Cross Version" - drei große Holzkreuze, bei denen die Besucher aufgefordert sind, Nägel einzuschlagen. Im kommenden Jahr ist außerdem eine große Ausstellung in Österreich geplant.
John Lennon sagte, sie sei die "berühmteste unbekannte Künstlerin der Welt", das hat sich erst in den vergangenen 15 Jahren geändert. Im Jahr 2009 erhielt sie den Goldenen Löwen der Kunstbiennale in Venedig. Die österreichisch-russische Künstlerin Anna Jermolaewa hat eine Arbeit gemacht hat, in der wie bei Yoko Onos Film "Bottoms" sehr viele Hinterteile eine Rolle spielen - ein damals unabsichtliches Zitat. Für sie ist der Stellenwert Onos unbestritten: "Sie ist eine der bedeutendsten Fluxus-Künstlerinnen, ihre Arbeiten sind immer noch frisch und aktuell, was man nicht von allen dieser Generation behaupten kann. Ausschlaggebend dafür ist der Humor." Yoko Ono selbst ist das Polarisieren freilich mittlerweile gewöhnt. Sie sagte einmal: "Ein Drache ist ein starkes, mächtiges und weises Tier. Ich fühle mich durch das Wort Drachenfrau sehr geehrt."
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