• vom 11.09.2012, 16:28 Uhr

Kultur

Update: 11.09.2012, 17:14 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Sydney Ogidan, Veranstalter des Wiener Street-Art-Festivals BLK River, im Gespräch

Das nimmt die Müllabfuhr mit!


Von Philipp Köstenberger

  • Warum Wiens Straßen liberal sind und was die Wiener "schiach" finden.

"Free speech" von Evan Roth ermöglicht, selbst Teil des Festivals zu werden.

"Free speech" von Evan Roth ermöglicht, selbst Teil des Festivals zu werden.BLK River 2012 "Free speech" von Evan Roth ermöglicht, selbst Teil des Festivals zu werden.BLK River 2012

"Wiener Zeitung": Seit 2009, also heuer zum vierten Mal, veranstalten Sie das BLK River Festival. Was hat sich seit dem ersten Mal verändert und mit welchen Schwierigkeiten fühlt man sich als Veranstalter immer noch konfrontiert?

Sydney Ogidan: Wir sind jetzt wieder da, wo wir 2009 begonnen haben. Ohne Förderung, ohne Subventionen, ohne Sponsoren. Der Vorteil ist, dass wir Schritte wahnsinnig schnell umsetzen können, man ist auf niemanden angewiesen und muss niemandem Rechenschaft abliefern. Letztes Jahr haben wir beispielsweise mit "Diesel" als Sponsor gearbeitet, der zwar sehr viel gezahlt hat, aber als Gegenleistung natürlich auch sehr viel wollte. Wenn man jetzt aber mit Street Art zu tun hat, sind gewisse Dinge am kommerziellen Sektor Tabu, vor allem wenn man mit einer gewissen Qualität an Künstlern arbeitet, wie wir es tun.

Über welche Qualitäten reden wir?

Heuer kommt beispielsweise wieder der italienische Künstler "Blu". Sein oberstes Kriterium für die Auswahl der Festivals ist, welche und wie viele Sponsoren dort vertreten sind. Je weniger, desto besser. Mittlerweile haben wir 70 Projekte im öffentlichen Raum gemacht und noch nie eine Genehmigung bekommen, aber auch noch nie nach einer gefragt. Letztes Jahr hatten wir dann zum ersten Mal mit der Polizei zu tun, als zwei Künstler 200 Liter Farbe über ein parkendes Auto gelehrt haben. Optisch natürlich ein Traum! Den dort anwesenden Polizisten gefiel es im Übrigen auch. Das ist unser Alltag. Es ist ein Kampf im öffentlichen Raum. Es wurde nie ausgefochten, wem der öffentliche Raum eigentlich gehört, aber in Wahrheit gehört er doch uns allen.

Ist das Klischee, das Österreich sich geradezu traditionell gegen so progressive Formen der Kunst verwehrt, noch zu halten?

Ich kann nur von Wien sprechen und stelle fest, dass die Leute hier gegenüber jeglicher Form von Aktionen und Irritationen im öffentlichen Raum total aufgeschlossen sind. Was man nicht mag, sind eben "Tags"(Graffiti-Jargon für Signaturkürzel der Sprayer, Anm.). "Tags" sind "schiach" hört man immer wieder. Die Leute wollen dabei aber nicht akzeptieren, dass "Tags" eine Kommunikationsform einer abgeschlossenen Gruppe von Menschen darstellen, wo es eben nicht darum geht, einem Außenstehenden etwas mitteilen zu wollen. Natürlich sorgt dieser Umstand für Irritationen, grundsätzlich jedoch steht Wien der Szene überaus liberal gegenüber.






Schlagwörter

Street Art, Graffiti

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-11 16:36:09
Letzte Änderung am 2012-09-11 17:14:55



Werbung



Galerie Martin Janda: U.F.O.-NAUT JK (Julius Koller), Artmark Galerie: Florentina Pakosta

Rundgang durch Galerien

Seins oder nicht Seins? Rirkrit Tiravanija "klaut" Julius Kollers Fragezeichen und platziert es beim Steffl. - Foto: Galerie Martin Janda Do You Speak Pingpong?(cai) Schlägertypen können sich hier so richtig austoben. Mit den Tischtennisschlägern. (Was haben Sie denn geglaubt... weiter




Der Vatikan nimmt als "Santa Sede" an der Biennale in Venedig teil

Habemus Pavillon

Der Vatikan zeigt auf der Biennale in Venedig etwa Arbeiten von Tano Festa. Collezione Jacorossi, Roma Vatikan. Kaum dass ruchbar geworden war, dass der Vatikan heuer zum ersten Mal in der Geschichte an der Biennale von Venedig teilnehmen wird... weiter




Ab kommender Woche zeigt die Albertina eine umfassende Werkschau

Gottfried Helnwein im Interview: "Justin Bieber will ich nicht malen!"

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix Ab 25. Mai zeigt die Albertina eine große Retrospektive von Gottfried Helnweins Arbeiten. Vieles davon wird zum ersten Mal in Wien zu sehen sein... weiter



Beliebte Inhalte



Ein Plakat zeigt Mohammed Assaf, der Star der Talentshow "Arab Idol" in West Bank bei Ramallah. - Reuters / Mohamad Torokman
  • Sänger Assaf feiert Erfolge in gesamtarabischer Castingshow
  • weiter

Georges Moustaki bei einem Auftritt in Frankfurt (1983). - APAweb / EPA/NABIL MOUNZER
  • Edith Piafs Welterfolg "Milord" stammt aus seiner Feder.
  • weiter
  • Update vor 10 Min.

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Verteidigt Wagner und kritisiert die Klassikwelt scharf: Endrik Wottrich. - Newald
  • Tenor Endrik Wottrich über Wagner, Schlingensief und kleine Stimmen.
  • weiter

Benno Stieber, Vorsitzender der Freischreiber. - Mona Brede
  • "Freischreiber" Benno Stieber über Wege für freie Journalisten.
  • weiter

Chaim Miller bereut die Morde der Gruppe nicht, jedoch, "dass wir nicht mehr gemacht haben". - 3sat
  • TV-Dokumentation zeichnet das Leben des 92-jährigen Chaim Miller nach.
  • weiter

Nachdem sich mehrere Zuschauer, von den drastischen Bühnenvorgängen geschockt, sogar in ärztliche Behandlung begeben hatten, ersuchte Meyer den Regisseur, seine Inszenierung zu modifizieren. Kosminski lehnte ab. - Foto: APAweb/Deutsche Oper am Rhein
  • Bühnenvereins-Präsident Zehelein kritisiert scharf die Düsseldorfer Oper.
  • weiter

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix
  • Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter





Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

Nach 28 Jahren stießen Biologen auf eine unbekannte Affenart in Afrika: die Lesula-Affen. Sie leben versteckt in der Lomami-Region in der Dem. Rep. Kongo und wurden nun von der Universität von Arizona für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Werbung