• vom 11.07.2011, 15:51 Uhr

Medien

Update: 11.07.2011, 16:16 Uhr

Film

Zweiter Teil für Sarkozy?




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Von Johannes Wetzel

  • Lange waren amtierende Politiker in Frankreichs Filmlandschaft tabu - das ändert sich
  • Die Politik erobert das französische Kino.
  • Politiker und ihre Affären als neues Thema.

Der Präsident im Fokus - nicht nur im Fernsehen, sondern vermehrt auch im Kino. - © Foto:epa

Der Präsident im Fokus - nicht nur im Fernsehen, sondern vermehrt auch im Kino. © Foto:epa

Paris. In Frankreichs Medien wirft der Präsidentschaftswahlkampf seine Schatten voraus. Man stellt sich für den Urnengang im Mai 2012 auf, der Auflagen und Einschaltquoten in die Höhe treibt. Die Verantwortlichen der staatlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten basteln bereits an einem Programmschema, das nach der Sommerpause in Kraft tritt. Da aber die Chefs von France Télévision und Radio France faktisch vom Präsidenten ernannt wurden, sind Zweifel an der Unabhängigkeit unvermeidlich.


Der Kulturjournalist und Talkmaster Guillaume Durand etwa beklagte sich im Fachblatt „Média” darüber, dass seine Polit-Talkshow „Face aux Français” abgesetzt wird. Sein Verdacht: „Ich soll mich nicht in den Wahlkampf einmischen.” Offenbar werde ihm seine Nähe zum Sarkozy-Intimfeind Dominique de Villepin zum Verhängnis. Warum aber bekam sein Kollege Franz-Olivier Giesbert, Chef des Newsmagazins „Le Point” und bisher ebenfalls Polit-Talkmaster im Staatsfernsehen, einen neuen Sendeplatz? Die Antwort habe ihm Giesbert selbst gegeben: Giesbert hat ein Buch über Sarkozy geschrieben, um „unantastbar” zu sein.

Der Kampf um das höchste Amt im Staate inspiriert zunehmend auch das Filmgeschäft. Der Spielfilm „La conquête” von Xavier Durringer, der jetzt in den französischen Kinos zu sehen ist, zeichnet recht genau Nicolas Sarkozys erfolgreiche „Eroberung” des Elyseepalastes und parallel dazu das erfolglose Ringen um seine damalige Ehefrau Cécilia nach. Der Drehbuchautor Patrick Rotman, als Zeithistoriker eine unbestrittene Autorität, lässt darin die wichtigsten Episoden auf Sarkozys Weg zur Macht zwischen 2002 und 2007 miterleben: von den ersten Salven, die er als Innenminister auf Premierminister Villepin abfeuerte, über die Provokationen gegenüber Staatspräsident Chirac bis zur Clearstream-Affäre, in der er Villepin der Intrige gegen ihn verdächtigt.

Gastauftritt bei Woody Allen
Von der Übernahme der Parteiführung als erster Stufe zur Macht bis zu Villepins hasserfülltem Ausspruch: „Wie soll einer Frankreich halten, der seine Frau nicht halten kann?” Die französische Kritik befand, die Imitationen seien gelungen - mehr aber auch nicht. Die Fortsetzung des Drehbuchs, in dem sich Privat und Öffentlich zur Freude der Regenbogenpresse so publikumswirksam verquicken, schreibt gerade die Wirklichkeit: Die Schwangerschaft von Carla Bruni-Sarkozy verläuft glücklich und dürfte rechtzeitig zum Wahlkampf beendet sein. Als Sympathie-Trägerin ist Carla Bruni dem Präsidenten jedenfalls sehr nützlich: Ihre drei kurzen Auftritte als Führerin durch das Pariser Rodin-Museum in Woody Allens „Midnight in Paris” sahen mehr als eine Million Franzosen.

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Schlagwörter

Film, Frankreich, Politik

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2011-07-11 15:57:15
Letzte Änderung am 2011-07-11 16:16:54



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