"Das ö. Bundesheer hat 207 Generäle. Mehr als einen für 100 Soldaten. Betreuungsverhältnis ist definitiv besser als auf Unis..." einer von 6.643 (Stand Mittwoch 20.45 Uhr) geposteten Nachrichten von ORF-Moderator Armin Wolf auf Twitter. Der Mann ist ein echter Heuler auf dem Kurznachrichtendienst. Über 26.000 User verfolgen, was der "Leitwolf" auf dem Mikroblogging-Dienst von sich gibt. Mit rund 10.000 verfügt der ZiB2-Anchorman über die mit Abstand meisten österreichischen Follower. Am Mittwoch übte sich Wolf im selbst für ihn ungewohnten "Power-Twittering". 85 Nachrichten in etwas mehr als einer Stunde im Twitter-Interview mit der Wiener Zeitung - unter reger Beteiligung von Usern. Unter Hochdruck "zwitscherte" Wolf, wie er zu dem Kurznachrichtendienst gekommen sei, über den rasanten Anwachs seiner Follower-Gemeinde und worüber er auf Twitter niemals plaudern würde.
Seit Februar 2009 ist Wolf auf Twitter vertreten. Darauf gestoßen sei er bei der US-Präsidentenwahl 2008. Er wollte damit Werbung für die ZiB2 im Web 2.0 machen. Der rasche Zuwachs seiner Follower-Gemeinde habe ihn jedenfalls überrascht – aber sehr erfreut. "Knapp 50 Prozent Marktanteil ist nicht übel ;-) Das wären auf Facebook 1,3 Millionen", so Wolf. Eine Stunde verbringt der Journalist täglich auf Twitter. Die Arbeit sei deshalb mehr geworden. "Die Stunde habe ich nicht dazubekommen – und mir war vorher auch nicht fad."
"Alles Wichtige geht kurz"
Aktuelle Meldungen, mehr oder weniger zynische Kommentare zu ebendiesen, Infos zu ZiB-2-Sendungen - all das verpackt Wolf auf Twitter in jeweils 140 Zeichen. Sogar während er auf Sendung ist, wird schon mal ein Tweet losgeschickt. "Während die Beiträge laufen habe ich ca. zwei Minuten Zeit." Die Kürze der Tweets käme ihm jedenfalls entgegen. "Alles Wichtige geht kurz. Siehe zum Beispiel die zehn Gebote. ;-)"

Außer über 140 Zeichen würde Wolf nie über sein Liebesleben twittern. "Mein Privatleben ist nicht an Öffentlichkeit interessiert", zitiert Wolf Kabarettist Alfred Dorfer. "Meines auch nicht." Zwei-, dreimal habe er schon Tweets gepostet, die er gerne wieder rückgängig gemacht hätte. Und welche das gewesen seien? "Habe ich erfolgreich verdrängt." Bei Twitter gehe es Wolf nicht um "wichtige" Nachrichten, sondern um "hübsche Kleinigkeiten". Ob ein Leben ohne Twitter für Wolf überhaupt noch möglich sei, wollte ein User wissen. "Für mein 'Leben' brauche ich ein Dach über'm Kopf, was zu essen und meine Familie. Der Rest ist Luxus." Und außerdem gäbe es schließlich noch twitterfreie Tage. "Fast immer im Urlaub. Und am Wochenende halte ich mich jetzt auch mehr zurück als früher."
Am Ende war das Twitter-Interview ein gelungenes, fast pannenfreies "Experiment". Ein bisschen stressig sei es für Wolf schon gewesen, aber es habe ihm Spaß gemacht. Der "Wiener Zeitung" auch.
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