• Artikel vom 15.02.2012, 15:03 Uhr

Medien

Update: 15.02.2012, 15:11 Uhr
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Die Rock-Legende fordert beim Festival von Sanremo das Einstellen zweier katholischer Zeitschriften

Celentano schockt Italiens Kirche


Von Francesco Campagner

Adriano Celentano ist auch mit 74 Jahren für Skandale gut.

Adriano Celentano ist auch mit 74 Jahren für Skandale gut.APAweb / EPA Adriano Celentano ist auch mit 74 Jahren für Skandale gut.APAweb / EPA

Mit einer heftigen Kritik an der katholischen Presse und dem italienischen Verfassungsgerichtshof hat Adriano Celentano für Aufruhr auf der Apenninenhalbinsel gesorgt.

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Es war wieder ein denkwürdiger Auftritt, den Italiens Rock-Legende am Dienstag beim Festival von Sanremo vollführte. Eine Stunde lang durfte er zur besten Sendezeit die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen – immerhin 14 Millionen sahen zu – und dies nutzte er ohne falsche Scham aus. Celentano bleibt sich treu, er ließ sich vertraglich zusichern, dass sein Auftritt von keiner Werbepause unterbrochen werden dürfe und auch die Themen gab er nicht bekannt.

Sein Auftritt begann mit Kriegslauten, die durch den Saal des altehrwürdigen Theaters Ariston schallten. Und dann kam er, il Molleggiato, wie er seit seinen Anfängen als Rock’n’Roller genannt wird, und legte seine ganz persönliche Sicht der Dinge dar. Celentano forderte die Einstellung der katholischen Zeitungen "Famiglia Cristiana" und  "L’Avvenire", da diese nur über Politik und nicht von Gott sprechen würden.

Heftig ging er mit dem Verfassungsgerichtshof um, der ein Volksbegehren zur Änderung des Wahlrechts abgeschmettert hatte.

Am Tag danach ging es dann auch entsprechend rund. Die Generaldirektorin der Rai hob die Autonomie des Festivals auf und stellte es sofort unter Kuratel. Die italienischen Bischöfe forderten gleich eine Entschuldigung von Celentano. Doch dieser gibt sich wie immer gelassen. Vom Publikum im Ariston-Theater erhielt er standing ovations.

Das Festival geht noch bis Samstag Abend weiter. Ob Celentano noch einmal auftreten wird, ist aber unklar.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-15 15:05:52
Letzte Änderung am 2012-02-15 15:11:28


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