Wien. "Tue nichts Dummes!" - diese Regel der BBC will auch der ORF-Redakteursrat den Kollegen im Umgang mit sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. ans Herz legen. Denn: "Wir werden nicht nur als Privatperson im Internet wahrgenommen, sondern auch als ORF-Mitarbeiter", so der Redakteursrat in einem 13-seitigen Schreiben an die Mitarbeiter des Hauses. Die Redakteursräte wollen ihren Kollegen keinen Maulkorb verpassen, wie sie betonen, vielmehr sollen die Richtlinien "dazu ermuntern, sich aktiv, aber mit Vernunft in sozialen Netzwerken zu präsentieren".
"Achte auf Deinen Ruf - und den des ORF!"- lautet eine der zehn Regeln. Negative Kommentare über ORF-Programme oder Kollegen und (übel)launige Selbstbefindlichkeitsatteste zur aktuellen eigenen Arbeitsmoral seien daher ein "no-go". Ebenso sei Vorsicht geboten bei Fotos, die eindeutig nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind - sexuelle Vorlieben seien "grundsätzlich Privatsache", heißt es.
Vorsicht bei Lobbyismus
"Tue nichts, was an Deiner Glaubwürdigkeit und Objektivität als Journalist Zweifel auslösen könnte" - will heißen: Vorsicht bei der öffentlichen Unterstützung politischer Initiativen oder "Lobbyismus für was und für wen auch immer". Weiters rät der Redakteursrat zur Ausgewogenheit und Fingerspitzengefühl bei der Zusammensetzung politischer und wirtschaftlicher "Freundschaften" etwa auf Facebook.
Gewarnt wird auch vor "Zeitbomben", also Postings, "von denen Du nicht willst, dass es morgen oder in ein paar Jahren über Dich verbreitet oder gesagt wird!". Schließlich werden ORF-Mitarbeiter dazu aufgerufen, mit Usern, Höhern und Sehern zu interagieren und dabei nicht auf den (freundlichen!) Ton zu vergessen.