• vom 30.03.2012, 11:58 Uhr

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Update: 30.03.2012, 16:58 Uhr
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ORF-Generaldirektor gegen Drei-Standort-Variante

Wrabetz will Funkhaus aufgeben



  • Niederlassungen in Argentinierstraße (Radio-Funkhaus) und in Heiligenstadt (Ö3) sollen fallen.

Wohin geht der ORF?

Wohin geht der ORF?Jäger/APA Wohin geht der ORF?Jäger/APA

Küniglberg oder St. Marx: Auf den ersten Blick sprechen die langfristigen Zahlen derzeit eher gegen einen Neubau des ORF-Zentrums in Wien-Landstraße. 1,49 Milliarden Euro würde der Neubau inklusive der laufenden Betriebskosten gerechnet auf 35 Jahre kosten, die Kosten für Sanierung und einen konsolidierten Betrieb auf dem Küniglberg wären im gleichen Zeitraum mit 1,37 Milliarden Euro um 120 Millionen Euro günstiger. Dies geht nach APA-Informationen aus jenen Unterlagen hervor, die ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Donnerstag kurz vor Mitternacht an die zuständige Arbeitsgruppe des ORF-Stiftungsrats verschickt hat.

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Erwartungsgemäß hat der ORF-Chef darin noch keine klare Empfehlung für oder gegen St. Marx abgegeben, er schließt lediglich die derzeitige Drei-Standort-Variante aus. Die Niederlassungen in der Argentinierstraße (Radio-Funkhaus) und in Heiligenstadt (Ö3) sollen demnach fallen. Wrabetz empfiehlt einen gemeinsamen Sitz für Fernsehen, Radio und Online mit der Begründung, dass dies notwendig und ökonomisch sinnvoll ist. Auch international gehe der Trend in Richtung der "Nutzung von Standortsynergien". Als Beispiel werden die öffentlich-rechtlichen Sender BBC, DR in Dänemark, NRK in Norwegen oder BR in Bayern angeführt. Ein einheitlicher Standort entspreche auch einem weitgehenden Konsens der ORF-Führungsmannschaft, heißt es in dem Papier weiter.

Anders dürfte dies der ORF-Betriebsrat sehen, der seit Jahren für die Beibehaltung der aktuellen Standorte plädiert. Die nackten Zahlen würden für die derzeitige Variante mit dem ORF-Zentrum am Küniglberg, dem Funkhaus in der Argentinierstraße sowie Ö3 in Heiligenstadt sprechen. Auf 35 Jahre gerechnet würde die Drei-Standort-Variante etwa 1,24 Milliarden Euro kosten, heißt es dazu in den aktuellen Unterlagen an die Standort-Arbeitsgruppe.

In den Berechnungen nicht enthalten sind bisher allerdings Synergieeffekte, die etwa durch strukturelle Einsparungen oder auch den Wegfall von Kosten aus Mitarbeiterfahrten zwischen den Wiener Standorten entstehen. An einem einzigen Standort wird es weniger Personal geben, wie Wrabetz in dem Papier erstmals deutlich durchblicken lässt. Der Personalaufwand des ORF beträgt derzeit 280 Millionen Euro. Errichtet man das Zentrum am Küniglberg, wäre mit jährlichen Einsparungen von 1,5 Prozent zu rechnen, in St. Marx sogar mit 2,75 Prozent. Das führt zu einem Kostenvorteil gegenüber der aktuellen Drei-Standort-Variante.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-03-30 11:58:54
Letzte Änderung am 2012-03-30 16:58:59


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