Die Freiheit sei eine universelle Sehnsucht, betont der Autor Ilija Trojanow in der Radiosendung "Gedanken" auf Ö1. In der Folge äußert sich Trojanow über den Abbau von bürgerlichen Rechten, den Verlust der persönlichen Freiheit und den Sicherheitswahn.
"Ich glaube, dass Freiheit einer der wenigen Begriffe ist, die tatsächlich universell sind. Jeder Mensch empfindet es als sehr unangenehm, wenn er in einer Zelle oder in einem Kerker eingesperrt ist", sagt Trojanow. "Es gibt offensichtlich einen menschlichen Drang, seine Pläne, seine Bewegungen, seine freie Willensentscheidung nicht einschränken zu lassen. Interessant ist aber natürlich, dass aufgrund von Zivilisation, Konditionierung und Erziehung dieses natürliche Gefühl vielen Menschen abhanden kommt, es zumindest rational eingegrenzt wird, weil man glaubt, dass man etwas dafür bekommt. Man geht mit dem Staat oder inzwischen privaten Firmen ein Geschäft ein: Man gibt Freiheit ab, um dafür Sicherheit zu erhalten."
Faules Geschäft mit der Sicherheit
Trojanow, dem erst kürzlich - vermutlich aufgrund seiner kritischen Haltung - die Einreise in die USA verweigert wurde, ist überzeugt, dass es sich dabei um ein faules Geschäft handelt und es eher darum geht, immer mehr Kontrolle über den Einzelnen, der sich allein verloren vorkommt, zu erlangen.
Der Schritt vom Sicherheit vorgaukelnden Staat zum autoritären Staat, der mit Hilfe von Gesetzen jeden Protest, jede Bürgerrechtsbewegung oder Umweltschutzinitiative im Keim ersticken kann, ist schnell getan. Dagegen mögen sich die mündigen Bürger wehren, so Trojanow, noch sei es nicht zu spät.
Ilija Trojanow wurde 1965 in Bulgariens Hauptstadt Sofia geboren, wuchs in Kenia auf und lebt heute in Wien. Er schrieb Bücher wie "Der Weltensammler", "Der entfesselte Globus" und zuletzt "Eistau", ein Roman über das Sterben der Gletscher. Gemeinsam mit der deutschen Autorin Juli Zeh veröffentlichte Trojanow den Warnruf "Angriff auf die persönliche Freiheit. Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte".
Rettung lauert überall

In guter Erinnerung ist auch noch sein Roman "Die Welt ist groß, und Rettung lauert überall", auf Bulgarisch "Svetat e golyam i spasenie debne otvsyakade". Letztendlich geht es auch hier um die Freiheit, den Ausbruch in ein "anderes Leben". Der Roman wurde von Jette Steckel und Susanne Meister für die Bühne bearbeitet und war im Sommer 2009 in einer Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg bei den Salzburger Festspielen zu sehen.
Gelungen war auch die Verfilmung (2007) von Stephan Komandarev, die im Herbst 2009 in Österreich zu sehen war. Alexandar hält sich in Deutschland auf. Als sein Patenonkel (Miki Manojlovic) aus Bulgarien ihn besucht, nimmt er den jungen Mann mit auf die Reise. Per Rad (auf dem Tandem) geht es quer durch Europa Richtung Bulgarien. Eine Rückkehr, auch zu Erinnerungen Alexandars, die ihm in Deutschland abhanden gekommen sind.
Eine fantastische Reise führt die beiden mit den Zuschauern durch bildgewaltige Landschaften Europas - und durch eine dramatische Familiengeschichte, die sich über zweieinhalb Jahrzehnte erstreckt und mit Humor sowie Warmherzigkeit erzählt wird.
"Eine Weltkarte, in der Utopia nicht verzeichnet ist, verdient keine Beachtung, denn sie lässt die Küste aus, wo die Menschheit ewig landen wird"...
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"Ich habe all diese hässlichen Wörter einfach hingeschrieben und bin dabei allmählich in Fahrt gekommen. Ein stiller Schreibrausch hat mich erfasst"...
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Es gibt Dinge, auf dieser Welt (und jenseits davon), die werden besonders gern und besonders häufig totgesagt. An erster Stelle ist hier natürlich der...
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