
Wien. Der Wiener Zeitschriften-Verleger und -Herausgeber Rudolf Bohmann (74) ist am 23. April nach schwerer Krankheit gestorben. Bohmann war 25 Jahre lang Präsident des Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedienverbandes (ÖZV) und langjähriger Vizepräsident des Österreichischen Verlegerverbandes. 2007 erhielt er das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Bis Februar 2012 war Bohmann Aufsichtsrats-Vorsitzender der "Wiener Zeitung".
Medien-Staatssekretär Josef Ostermayer würdigte den Verleger in einer Aussendung. "Rudolf Bohmann war eine echte österreichische Verlegerpersönlichkeit, die weit über die Grenzen des Landes hinaus dachte und agierte. Er öffnete seine Verlagsgruppe hin zu neuen Medienauftritten und -diensten. Sein Einsatz ging aber weit über sein Unternehmen hinaus. Als Präsident des Österreichischen Zeitschriften-Verbandes vertrat er erfolgreich die Interessen der rund 200 Mitglieder dieser Organisation. Große Verdienste erwarb er sich auch als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wiener Zeitung."
Beruf von der Pike auf erlernt
Der Jurist und gelernte Schriftsetzer lernte das Verlagsgeschäft von der Pike auf. 1962 trat er als 25-jähriger in den väterlichen grafischen Betrieb ein, wurde 1964 Gesellschafter im Unternehmen und begleitete den Aufbau der Druckerei und des Fachzeitschriftenverlages.
Nach dem Tod des Vaters übernahm Rudolf Bohmann 1975 die Geschäftsführung und begann mit der Erweiterung des Unternehmens. Er baute den Verlag mit neuem Standort Leberstraße 122 in Wien-Simmering zu einem der erfolgreichsten, dynamisch wachsenden und zukunftsweisenden Kommunikationszentren in der österreichischen Medienlandschaft aus.
Nach zehn Jahren niederländischer Konzernführung erwarben Gabriele S. Ambros und Gerhard Milletich 2004 den Wiener Verlag in Privatbesitz. Rudolf Bohmann unterstützte als Vorsitzender der Bohmann Verlagsgruppe und als Herausgeber dabei die neuen Gesellschafter und Eigentümer bei der weiteren Expansion des Medienunternehmens. Der Verlag, in dem rund 180 MitarbeiterInnen beschäftigt sind, gibt heute 80 Fachzeitschriften, Magazine und Bücher heraus. Zum Unternehmen gehört auch der renommierte Buchverlag Holzhausen.