
London.Ein britischer Parlamentsausschuss hat schwere Vorwürfe gegen Medienzar Rupert Murdoch erhoben. Er sei nicht in der Lage, ein internationales Großunternehmen zu leiten und müsse die Verantwortung für den Abhörskandal rund um die eingestellte Zeitung "News of the World" übernehmen, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Bericht des Ausschusses. Er habe das Parlament "absichtlich getäuscht" und könne nicht als "geeignete Person" für die Führung des Konzerns angesehen werden.
Die Untersuchungskommission bestand aus fünf Abgeordneten der Konservativen und der Labour-Partei sowie einem Liberaldemokraten. Allerdings wurde der Bericht nicht einstimmig verabschiedet, sondern mit vier Nein-Stimmen aus den Reihen der regierenden konservativen Partei von Premierminister David Cameron. Der Labour-Abgeordnete Tom Watson nannte dies bedauerlich, da der Skandal "Schande" über das Land gebracht habe. Die konservative Abgeordnete Louise Mensch kritisierteden Bericht als einseitig.
Die Affäre hatte im vergangenen Jahr Großbritannien erschüttert. Unter anderem sollen Journalisten des Konzerns offenbar die Telefone von Verbrechensopfern abgehört haben und Schmiergeldzahlungen an die Polizei vorgenommen haben.