
Die diesjährige Fußball-Europameisterschaft findet in der Ukraine und in Polen statt. Während Polen seit 2004 EU-Mitglied ist und wirtschaftlich prosperiert, stagnieren in der Ukraine die Wirtschaft wie auch die demokratische Entwicklung. Seit Jahren pendelt das Land politisch, wirtschaftlich und kulturell zwischen der EU und Russland hin und her. Die wohl wichtigste Protagonistin der Orangen Revolution, die ehemalige Ministerpräsidentin Julija Timoschenko, wurde 2011 zu sieben Jahren Haft verurteilt wegen angeblichen Amtsmissbrauchs. Das Urteil verdeutlicht den tiefen Riss zwischen jenen Kräften, die eine Annäherung an die EU und eine Stärkung demokratischer Standards fordern, und den pro-russischen Akteuren in Politik und Gesellschaft.
Anlässlich der in der Ukraine stattfindenden Euro widmet ihr Radio Ö1 von 20. bis 26. Mai einen Programmschwerpunkt.
Paul Celans Ringen mit Gott
Den Auftakt des Ö1-Schwerpunktes am Sonntag bildet "Erfüllte Zeit". "Orthodox und Katholisch" - so der Titel des Porträts der ukrainisch-unierten Gemeinde von Sankt Barbara in Wien (7.05 Uhr). Die "Menschenbilder" porträtieren den erfolgreichen ukrainischen Schriftsteller, Essayisten und Dichter Juri Andruchowytsch (14.05 Uhr). "Löwenzahn, so grün ist die Ukraine" lautet der Titel der "Motive - Glauben und Zweifeln" (19.05 Uhr): Pfarrerin Ines Knoll thematisiert die Heimat Paul Celans in seiner Dichtung und sein Ringen mit Gott.
Das "Radiokolleg" (21. bis 24. Mai, 9.30 Uhr) setzt sich unter dem Titel "Ukraine. Wo endet Europa?" mit dem Umbruch des Landes auseinander.
Ausgewählte Musik zwischen Moskau und Wien steht auf dem Programm von "Apropos Musik" (21. Mai, 15.06 Uhr). "On Stage" bringt ab 19.30 Uhr in "Music For A While" einen Konzertmitschnitt mit dem Sopransaxofonisten Andrej Prozorov und dem aus Serbien stammenden Akkordeonisten Milos Todorovski. Unter "Die Unterworfenen" porträtieren die "Tonspuren" die Autorin Oksana Sabuschko (21 Uhr).
Am Dienstag, 22. Mai, wird um 18.55 Uhr in "Religion aktuell" "Kirchliche Vielfalt in der Ukraine: Fluch oder Segen?" thematisiert. Volksmusik und Emigration, historische Aufnahmen zwischen Kiew und den USA stehen im Zentrum der "Spielräume" (17.30 Uhr). Und Michael König liest in den "Radiogeschichten" (23. Mai) Josef Burgs Erzählung "Ein Stück trockenes Brot" (11.40 Uhr). "Im Zentrum der Peripherie" lautet der Titel einer zweiteiligen "Zeit-Ton"-Sendung, die neue und experimentelle Musik der Ukraine behandelt. In "Terra incognita" (23. Mai, 11.40 Uhr) sind Auszüge aus Michael Jelisarows Roman "Die Nägel" zu hören und die "Dimensionen" (19.05 Uhr) berichten über die Plünderung der größten Kornkammer Europas.
Den Abschluss der "Ukraine-Woche" macht die "Ö1 Jazznacht" (26. Mai, 0.05 Uhr) mit Musik von Enver Izmailow, Alexander Nesterow, Juri Yaremtschuk und Mark Tokar. (vf)