• vom 28.06.2012, 17:21 Uhr

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Update: 28.06.2012, 17:58 Uhr
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Umstrittene Skinhead-Reportage im ORF

Fall Moschitz: Gutachten abgelehnt


Von Ina Weber

  • Das Bundeskriminalamt Wiesbaden kann doch kein Gutachten erstellen.

Wien/Wiesbaden. Der Fall Ed Moschitz und seiner noch unter Manipulationsverdacht stehenden ORF-Skinhead-Reportage wurde um ein pikantes Detail reicher. Seit einem Jahr wird - nach zwei bereits erfolgten Gutachten, die keine Manipulation feststellen konnten - versucht, ein drittes Gutachten, diesmal vom Bundeskriminalamt (BKA) Wiesbaden zu bekommen. Dieses sei technisch viel besser ausgestattet als jenes in Österreich, hieß es am 6. Juni 2011. Nun hat das BKA Wiesbaden allerdings hören lassen, dass es doch nicht die technischen Mitteln habe, um ein Gutachten zu erstellen. "Die technische Ausrüstung ist nicht vorhanden", heißt es laut BKA Wiesbaden zur "Wiener Zeitung". Warum es überhaupt bis jetzt gedauert hat, wurde seitens der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt auf "Recherchevorarbeit" geschoben.

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Der zuständige Staatsanwalt Erich Habitzl der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt nahm die Antwort des BKA Wiesbaden zur Kenntnis. Man habe aber eine Empfehlung vom BKA Wiesbaden für einen neuen Sachverständigen bekommen, sagte er gegenüber der "Wiener Zeitung". "Es gibt nur eine Handvoll Experten in Europa, die sich um solche spezifischen Dinge kümmern können", sagte er. Man müsse sich nun erneut auf die Suche machen. Die Staatsanwaltschaft will jetzt "versuchen, sich mit dem neuen Sachverständigen in Verbindung zu setzen." Dem Vernehmen nach soll der neue Gutachter aus den USA kommen.

Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren, am 12. März 2010, begleitete der ORF-Redakteur Ed Moschitz für seinen "Am Schauplatz"-Beitrag über das Nazi-Milieu in Österreich zwei seiner Protagonisten zu einer FPÖ-Veranstaltung. Vor laufender Kamera will FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache "Heil Hitler"-Rufe vernommen haben. Er bezichtigte Moschitz, die beiden Skinheads zu diesen Rufen aufgefordert zu haben, und zeigte Moschitz wegen Widerbetätigung an.

Technisch zu kompliziert
Die Staatsanwaltschaft stellte am nächsten Tag die Drehbänder sicher. Da darauf nichts von den Rufen zu hören war, verdächtigte die FPÖ Moschitz, die Bänder manipuliert zu haben. Zwei österreichische Gutachten konnten keine Manipulation feststellen. Ein drittes Gutachten sollte vom BKA Wiesbaden kommen.

Im März 2012, drei Tage, nachdem Moschitz eine Pressekonferenz gegeben hatte, in der er aufgrund von Verzögerungsverdacht seinen Schritt zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bekanntgab, wurde das Rechtshilfeersuchen nach Wiesbaden geschickt. Die "modernen wissenschaftlichen Geräte und Methoden", wie das BKA wirbt, reichen für das ORF-Band nicht aus.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-28 17:26:12
Letzte Änderung am 2012-06-28 17:58:56


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