• vom 26.07.2012, 15:42 Uhr

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Update: 26.07.2012, 15:51 Uhr
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Autoritäre Staaten pflegen ihre eigenen Sozialen Netzwerke: VKontakte und Sina Weibo

"Gefällt mir" auf Russisch


Von Ina Weber

  • Ohne Soziale Netzwerke gäbe es einen Volksaufstand, so Experte Manuel Nappo.

Wien. Unumstritten stehen sie nach wie vor an der Spitze der Sozialen Netzwerke: Facebook, YouTube und Twitter. Kaum jemand stellt sie in Frage oder würde eine Alternative bevorzugen. Doch die Freiheit, diese Netze zu nutzen, hat nicht jeder. Und selbst, wenn es die Möglichkeit gibt, werden, wie etwa in Russland, die nationalen Netzwerke bevorzugt. Anfang 2011 gab es Facebook erstmals auf Russisch. Fünf Jahre zu spät, sagen viele, die nicht mehr auf die anglo-amerikanische Variante umsteigen wollen. Denn das beliebteste Soziale Netzwerk dort ist VKontakte.

VKontakte-Gründer Pawel Durow in London.

VKontakte-Gründer Pawel Durow in London.© Getty Images VKontakte-Gründer Pawel Durow in London.© Getty Images

Dieser ebenfalls in Blau gehaltene Facebook-Klon wurde 2006 von den Brüdern Pawel und Nikolai Durow gegründet. Damals haben die Studenten, ähnlich wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, digitale Universitäts-Plattformen gegründet, woraus eben VKontakte entstand. Das Netzwerk zählt offiziell 110 Millionen User. Manche Quellen sprechen von 290 Millionen. Es ist mittlerweile in 70 Sprachen verfügbar. Russland und die Ukraine nutzen es aber am meisten. Die beiden Länder sind mit 80 Prozent am aktivsten auf der Plattform.

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Facebook kann in Russland nur schwer Fuß fassen. "Mittlerweile sind vier Prozent der russischen Bevölkerung auf Facebook. Von Konkurrenz kann also noch nicht wirklich die Rede sein", sagt Manuel P. Nappo, Leiter der Fachstelle Social Media Management an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich zur "Wiener Zeitung". Facebook habe monatlich nur rund die Hälfte der Besucher, die VKontakte aufweist. In Russland sind laut Nappo heute etwas mehr als 40 Prozent der Bevölkerung online. "Es kann auch hier davon ausgegangen werden, dass diese Zahl in den nächsten Jahren noch weiter wächst." Im Westen seien bereits teils über 80 Prozent online. Auch wächst das Interesse der Unternehmen an Russlands Online-Markt. Laut Nappo rangiert Russland in Europa mit 60 Millionen Personen an zweiter Stelle, wenn es um die Anzahl der Personen mit Online-Zugang geht. Angeführt wird die Rangliste von Deutschland mit rund 67 Millionen Personen. Dass VKontakte weiter wachsen wird, steht außer Frage. Erst im März 2012 hat das Netzwerk eine Auslandsvertretung in Kiew eröffnet.

Doch auch in Russland ist das Verhältnis zwischen Freiheit und Zensur angespannt. Erst Anfang Juli peitschte das russische Parlament ein Gesetz durch, welches es dem Staat erlaubt, Internetseiten ohne Gerichtsbeschluss zu blockieren. Die Begründung für diese Vorgehensweise war der notwendige Schutz der Bevölkerung. Das Gesetz soll Kinder vor Seiten mit Drogen, Pornografie und Gewalt schützen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-26 15:47:07
Letzte Änderung am 2012-07-26 15:51:54


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