• vom 28.08.2012, 16:53 Uhr

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Update: 28.08.2012, 17:21 Uhr
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Risiken für das Netz sollen generell neu bewertet werden

Facebook als Schulfach


Von Theresa Sophie Breitsching

  • Expertin fordert verpflichtende Social-Media-Schulungen für Schüler.

Facebook am Smartphone ist für Teenager ein ständiger Begleiter. - © © Daniel Koebe/Corbis

Facebook am Smartphone ist für Teenager ein ständiger Begleiter. © © Daniel Koebe/Corbis

Alpbach. Im Zusammenhang mit den Technologiegesprächen in Alpbach rät Sarah Spiekermann, Professorin und Leiterin des Instituts für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Wirtschaftsuniversität Wien zu einem Internet-Führerschein, der vor allem jungen Menschen den Einstieg in die Online Welt erleichtern soll. So soll eine Expertengruppe jährlich ein Wissenspaket mit den wichtigsten Regeln über Datenschutz und Sicherheit im Internet zusammenstellen und als Broschüre in den Schulen verteilen.

"Dieser Führerschein für die Datenautobahn soll ähnlich einer Fahrradprüfung abgeprüft werden und vielleicht mehrmals in den verschiedenen Klassen wiederholt werden". Sie rät eventuell eine verpflichtende Schulung anzudenken, die auch Erwachsenen zu Gute kommen würde. Denn es ist wichtig, die Regeln des Internets zu kennen und zu befolgen.

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Sie selbst ist aus Facebook ausgetreten, nicht bloß aus Datenschutzgründen, sondern mit der Überzeugung, dass "Facebook mittlerweile out ist". Facebook langweile die Menschen zusätzlich und eine Studie habe ergeben, dass es sogar über 70 Prozent der befragten Nutzer nichts ausmachen würde, wenn Facebook ihre Daten löschen würde.

Den Grund sieht sie in einem Overload der unterschiedlichen Chanels, wie Twitter, Skype, E-Mail-Programmen und Instagramm. Eine Veränderung, etwas gänzlich neues muss her.

"Was wir außerdem brauchen ist 100 Prozent Datenportabilität", so Spiekermann. "Es muss ein Gesetz geben, dass Facebook und andere soziale Online Anbieter dazu verpflichtet, mit einem Knopfdruck mit allen Freunden und Informationen in ein anderes soziales Netzwerk umzuziehen". Es erfordere keine technische Höchstleistung der Anbieter, dies zu ermöglichen. Und so könnten andere Betreiber in Sachen Privatsphäre auch konkurrieren. "Facebook ist nicht vertrauenswürdig, ein anderer Anbieter könnte hier eine Alternative sein. Ähnlich der Rufnummernportabilität. Ich kann einen Mobilfunkanbieter wechseln und meine alte Nummer mitnehmen"- wieso also nicht auch im Online Bereich? "Den Leuten muss die Möglichkeit geschaffen werden, alle Daten mitzunehmen. Die Daten gehören schließlich uns!", ist Spiekermann überzeugt. So benötige man eigentumsähnliche Rechte an den eigenen Daten und Firmen müsse bewusst sein, dass sie sich strafbar machen, wenn sie diese weitergeben.

Problematisch seien hier auch die diversen Kundenkarten, die man bereits in jedem Geschäft ausstellen lassen kann. Denn diese speichern unser Konsumverhalten, persönliche Daten und wie wir erreichbar sind. Die Anbieter wissen dadurch, wann bestimmte Produkte im Laden beworben werden sollten und machen Preisanalysen. "Dem Kunden ist meist nicht bewusst, mit wie vielen Unternehmen die Informationen auf der Karte geteilt werden, denn natürlich haben alle Firmen, die sich am Kundenprogramm beteiligen, Zugriff auf die Daten. Fraglich ist, ob die wenigen Prozentpunkte Discount dies wirklich wert sind.

Netz kein Ersatz für Kontakt
Spiekermann sieht auch den Online-Fernstudien skeptisch entgegen, denn der persönliche Kontakt zwischen Lehrer und Student sollte aufrecht erhalten werden. Sie spricht sich gegen diese Art der "Ausbildung am Fließband" aus. Die Elektronik sollte als Unterstützung dienen und den Menschen nicht ersetzen. Auch auf der Wirtschaftsuniversität Wien werde verstärkt die Möglichkeit der Online Lernplattformen genutzt.

Eine Neuerung ist auch die IP Adresse Version 6, die nach und nach eingeführt werde und mit der jeder Rechner eine eindeutige Adresse zugeteilt bekommt. "Das birgt Datenschutzrisiken, weil der Rechner dadurch eindeutig identifizierbar ist. Bis jetzt zieht man dauernd um, eine statische Adresse macht meinen Rechner verfolgbar. So kann man die IP Adresse als ID benutzen, wie eine Art Super-Cookie, denn mein Computer wird jedenfalls wiedererkannt", so Spiekermann.

In den nächsten fünf Jahren werde "das Internet in die reale Welt kommen. Die beiden Welten werden zunehmend vermengt und vermischt". Heutzutage kommt durch Facebook die reale Welt ins Internet, in Zukunft wird sich dies umkehren. Die neue google-Brille beispielsweise, die man aufsetzt und die durch einen overlay über die reale Welt Informationen aufs Auge projiziert, ist erst der Anfang.




Schlagwörter

Fecebook, Social Media, Bildung

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-28 17:17:06
Letzte Änderung am 2012-08-28 17:21:29


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