Wien. Mehr Geld gebe es für das Personal zwar nicht, vielmehr sei es die Leidenschaft der Mitarbeiter für das Programm, die diese zu Höchstleistungen treibe. ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner präsentierte am Mittwoch gemeinsam mit ORF-Chef Alexander Wrabetz das neue Programm des ORF für 2013. "Ziel ist die Goldmedaille an jedem Platz", sagte Zechner im Hinblick auf die Sportübertragungen: "Wir sind das Team dahinter, für Österreich. Wir gehen ins Risiko."

Mit dem neuen ORF-Programm werden 33 neue Formate inklusive bestehender mit neuen Titeln aufgenommen plus einer zusätzlichen täglichen Informationsschiene zu Mittag. "Heute Österreich" folgt "Heute Mittag", das ab 24. September on air gehen soll, danach folgt "Heute Leben" und "Heute konkret". "Wir senden täglich 340 Minuten österreichische Information. Danach werden es 385 Minuten sein", sagte Wrabetz, der den Ausbau der Eigenproduktionen hervorhob.
ORF-Persönlichkeiten
Neues gibt es diesmal vieles. Zechner baut auf bekannte Persönlichkeiten des ORF: So erhält Moderator Armin Assinger ein Service-Magazin. Er wird in der Sendung "Das Einser Team" mit Psychologen und Anwälten durch Österreich ziehen und all jenen helfen, die Hilfe bitter nötig haben: von Nachbarschaftsstreitereien bis zur Wohnungsrenovierung. Mirjam Weichselbraun erhält die Sendung "Haben Sie Nerven", die auf den Klassiker der versteckten Kamera setzt. Moderatorin Mari Lang lässt in der Reportage-Reihe "Mein Leben" das ORF-Publikum an ihren Entdeckungen im Leben teilhaben. "Krone"-Kolumnistin Maggie Entenfellner wird die Sendung "Zurück zur Natur" präsentieren und zeigt, wie ein modernes Leben am Land möglich ist. Christoph Grissemann und Dirk Stermann wandern in die neue "Dienstag Nacht" und bekommen zusätzlich am Samstag im Hauptabendprogramm eine eigene Spiele-Show, in der zwei Teams gegeneinander antreten; das Stermann- gegen das Grissemann-Team. Serien-Neuheiten sind "Braunschlag", "Fauner Consulting" von und mit Manuel Rubey, "Unforgettable", "Revenge" mit Emily VanCamp, "Es kommt noch dicker" und die Neuauflage von "Dallas".
Die Programmreform der derzeitigen Geschäftsführung, die vor neun Monaten ihre Arbeit aufgenommen hat, läuft in mehreren Schritten. Der Ausbau der Informationsschiene funktioniert mit der Einbindung der Landesstudios. Mehr Beiträge aus den Bundesländern würde sich Zechner auch für die "ZiB20" auf ORFeins wünschen, die sie auf zehn bis 15 Minuten ausdehnen will.
Der neue Vorabend sei noch in Schwebe. Man arbeite derzeit an fünf Formaten: einer Daily Soap, einer Reality Soap, zwei Infotainment-Formaten und einer Live-Sitcom. Ob es eine Fortsetzung für Dominic Heinzls "Chili" gibt, dessen Vertrag Ende des Jahres ausläuft, stehe noch nicht fest. Auch über die Zukunft des "Club2" hielt sich Zechner bedeckt. Sie betonte aber, dass sie neben einem aktuellen Polittalk am Sonntag eine ergänzende Talkrunde zu gesellschaftspolitischen Themen haben möchte.
Für die ORF-Mitarbeiter ist die Programmreform eine besondere Herausforderung. Sie haben bereits fast alle ihren Arbeitsplatz verlassen müssen und wurden in Containern neben dem ORF-Gebäude am Küniglberg umgesiedelt. Das Gebäude muss komplett saniert werden.
Stiftungsrat für Küniglberg
Die im Raum stehende Übersiedlung des ORF nach St. Marx gestaltete sich zu einem Mammut-Projekt. Der Stiftungsrat heute, Donnerstag, wird wohl die Variante Verbleib am Küniglberg absegnen, nachdem der Finanzausschuss bereits am Montag dafür gestimmt hatte. Der derzeitige Standort am Küniglberg soll komplett saniert werden. So mancher Mitarbeiter rechnet damit, dass er bis zu zwei Jahre in den Containern arbeiten muss.
Wiens Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner legte dem ORF indes nahe, das in Sachen Neubau vorliegende Angebot einer Investorengruppe genau zu prüfen. Das Angebot des Wiener Projektentwicklers Bondi Consult und der US-Investmentbank Morgan Stanley sieht nicht nur die Verwertung von ORF-Liegenschaften vor. Geplant ist auch, das für den ORF reservierte Grundstück in St. Marx zu kaufen. Man wolle das Angebot sorgfältig prüfen, sagte ORF-Direktor Richard Grasl.