Wien. Rapper Sido hat sich nach einem Handgemenge mit "Chili"-Moderator Dominic Heinzl reumütig gezeigt. "Ich weiß, dass der Rahmen absolut falsch war - besonders, weil Kinder anwesend waren! - und, dass man mit Fäusten keine Probleme lösen kann, sondern vielmehr welche schafft", schrieb der Hiphop-Musiker am Sonntagabend auf seiner Facebook-Seite und auf Twitter.
"Ich möchte niemandem das Bild vermitteln, dass diese Aktion richtig war", fügte er hinzu. Sido bedankte sich für die Unterstützung seiner Fans, verurteilte seine Aktion aber selbst. "Es ist nix wofür jemand gelobt werden darf!", schrieb er.
Der 31-jährige Berliner saß in Österreich als Juror in einer Casting-Show. Freitagabend verlor Sido nach der Live-Ausstrahlung die Fassung und versetzte einem Journalisten auf offener Bühne einen Faustschlag. Sido wurde daraufhin fristlos vom ORF gekündigt.
Sido und die Folgen
Robert Kratky wird an Stelle des Rappers Juror bei der "Großen Comedy Chance", die ab Montag produziert wird. Das teilte der ORF am Sonntag in einer Aussendung mit. Nach einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Sido und "Chili"-Chef Dominic Heinzl im Anschluss an die Casting-Show "Die große Chance" am Freitagabend hatte ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner am Samstag die Zusammenarbeit mit Sido beendet.
Der deutsche Rapper wäre auch bei der "Großen Comedy Chance" mit Peter Rapp, Eva Maria Marold und Ulrike Beimpold in der Jury gesessen. An seine Stelle rückt nun Ö3-Moderator Robert Kratky. Bei der "Großen Comedy Chance" ist für 23. November eine Live-Show geplant. Wer Sido in der Jury der "Großen Chance" folgen wird, blieb am Sonntag weiterhin offen.
Heinzls "Chili"-Vertrag wird nicht verlängert
Was sich schon lange angekündigt hat, ist nun offiziell: Dominic Heinzls "Chili" verschwindet mit Jahresende von den ORF-Bildschirmen, wie die "Kleine Zeitung" schreibt. Die Entscheidung darüber, den mit Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, sei bereits im September gefallen, wie es im ORF auf APA-Anfrage hieß. Mit dem handgreiflichen Ende des Eklats zwischen dem Society-Moderator und Rapper Sido am Freitag, habe das ganz und gar nichts zu tun.
Schon zu Beginn des Jahres hatte ORF-TV-Direktorin Kathrin Zechner für die Neugestaltung des ORF eins-Vorabends einen "Wettbewerb der Formate" ausgerufen, an dem sich auch Dominic Heinzls "Chili" beteiligen muste. Nur die besten sollten on Air gehen, so die Devise der TV-Direktorin. Ob Heinzl im Rahmen von Spezialsendungen etwa zum Opernball oder anlässlich des Song Contests weiter zu sehen sein wird, stehe derzeit noch nicht fest, hieß es.
Für Rapper Sido dürfte die Faustattacke auf Heinzl im Anschluss an die Freitagabend-Live-Show "Die große Chance" zumindest keine strafrechtlichen Konsequenzen haben. Heinzl hatte ja in verschiedenen Medien betont, er wolle von einer Anzeige absehen. Trotzdem müssen vonseiten der Wiener Polizei Erhebungen durchgeführt werden, da hier mit dem Verdacht auf Körperverletzung ein Offizialdelikt vorliegt, von dem die Exekutive durch die mediale Berichterstattung Kenntnis hat, so Polizeisprecherin Adina Mircioane.
Dominic Heinzl war im Jänner 2010 unter großem Mediengetöse von ATV zum ORF gewechselt und galt dort als große Zukunftshoffnung für den quotenschwächelnden Vorabend. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hatte gehofft, er werde vor allem das Profil von ORF eins stärken. Der Quotenerfolg ließ allerdings auf sich warten und Heinzls "Chili" geriet vor allem wegen seiner hohen Sendekosten zunehmend in die Kritik.
Unklar ist noch, wer die Nachfolge Sidos in der Jury der "Großen Chance" antreten wird. Schrieb Peter Rapp am Sonntag in seinem Blog noch von "ersten Absagen", gibt es jetzt zumindest einen prominenten Bewerber: Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe-Nachod. "Der Hochadel fehlt ohnedies im öffentlich rechtlichen TV, denn man macht mit uns Quote und Geld", verkündete er in einer Aussendung.