• vom 03.05.2013, 16:27 Uhr

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Update: 10.05.2013, 13:41 Uhr

Film

Wrabetz will "nicht locker lassen"




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  • ORF-General über Gebührenrefundierung
  • Wrabetz ortet Handlungsbedarf bei den zuletzt einbrechenden ORF-Quoten.

Wrabetz fehlen 2014 im schlimmsten Fall 75 Millionen Euro. - © apa

Wrabetz fehlen 2014 im schlimmsten Fall 75 Millionen Euro. © apa

Wien. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz äußerte sich am Freitag zu einer Vielzahl brisanter Themen, welche die unmittelbare ORF-Zukunft betreffen: Die ORF-Gremienreform und Verkleinerung des ORF-Stiftungsrats gehören da nicht dazu: "Die Frage der Gebührenrefundierung hat gegenüber der Gremienreform aus meiner Sicht die höhere Priorität. Aus einer reinen Veränderung des Stiftungsrats würde jedenfalls noch keine ökonomische Besserstellung des Unternehmens erfolgen", sagte Wrabetz zur APA.

"Wichtigste Frage" im Hinblick auf die weitere Entwicklung des ORF sei die Refundierung der ORF-Gebühren. Dem ORF entgehen durch Gebührenbefreiungen rund 58 Millionen Euro im Jahr, in den letzten vier Jahren erhielt der Sender deshalb vom Bund eine Refundierung von insgesamt 160 Millionen Euro zugesprochen. Ende des Jahres läuft diese Regelung aus. "Wenn die Refundierung vor der Wahl nicht klappt, dann kommen wir auch bei der langfristigen Finanzierung heimischer Filme in eine ganz schwierige Situation. Deshalb werde ich da nicht locker lassen. Wir haben gezeigt, dass wir die zusätzlichen Gebührenmittel korrekt verwendet und unsere Hausaufgaben gemacht haben. Wir starteten ORF III und erreichten unsere Sparziele. 600 Mitarbeiter weniger, die Kosten um 100 Millionen reduziert, das alles bei gleichzeitigem Leistungsaufbau. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unseren Argumenten nach der Nationalratswahl, wenn keine Emotionalisierung der Debatte stattfinden kann, zum Zug kommen", so Wrabetz.


Sollte die Refundierung aber entfallen, droht dem ORF das nächste Sparpaket. Im schlechtesten Fall fehlen 2014 etwa 75 Millionen Euro, allein 30 Millionen durch den Entfall der Refundierung. Nächstes Jahr sei ein besonderes. Wrabetz: "Wir haben durch die Rechtekosten für die Olympischen Winterspiele und die Fußball-WM große finanzielle Aufwendungen".

Ein Teil des Sparvolumens soll deshalb durch Einmalerlöse finanziert werden. "Wir wollen brachliegendes Familiensilber in Zukunftsinvestitionen umleiten und stille Reserven umschichten. Ich glaube, dass wir dadurch 20 bis 30 Prozent des Einsparungsziels erreichen." Als Beispiel nannte der ORF-Chef etwa den Verkauf der Rosenhügelstudios.

Strategisch wichtige Sendungen wie "Bundesland heute" werden vom Sparprogramm ausgenommen. ORF III werde es weiter geben, auch das Radio Symphonie Orchester will der ORF-General "nicht infrage stellen", denn: "Wir haben hier eine Verantwortung für Österreich als Kulturnation." Auch Gerüchten um eine Einstellung des Radiosenders FM4 erteilte der ORF-Chef eine Absage.

Für die Filmwirtschaft, die zuletzt gegen mögliche Einschnitte bereits laut aufschrie, will der ORF "ein verlässlicher Partner" bleiben. Wrabetz: "Das Volumen für die Filmwirtschaft war auch durch die Gebührenrefundierung so hoch wie noch nie. Wir haben es von 70 Millionen auf über 100 Millionen gesteigert. Es ist allerdings klar, dass auch bei den Filmvolumina Einsparungen zu machen sind. Wir werden das so planen, dass möglichst wenig Schäden entstehen".

Nicht sparen bei der Technik
Dass in der ORF-Technik erhebliches Sparpotenzial schlummere, wie unternehmensintern moniert wird, weist Wrabetz zurück. "Man kann nicht beim Neujahrskonzert und der Ski-WM unsere professionellen Technik-Leistungen bejubeln, und dann sagen wir, das kann alles auch von Praktikanten realisiert werden".

Handlungsbedarf ortet Wrabetz bei der Quotenentwicklung des Senders. Im April brachen die Marktanteile der ORF-Hauptprogramme ein. ORF eins kam auf nur 9,9 Prozent, gemeinsam mit ORF 2 lag der Marktanteil bei 31,3 Prozent - ein neuer Tiefstwert. Der Rückgang bei ORF eins sei "zu etwa einem Drittel durch fehlenden Sport erklärbar." Wrabetz spricht vom "Champions League-Phänomen". Die Rechte für den Top-Fußball-Bewerb liegen seit Herbst bei Puls 4.




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Dokument erstellt am 2013-05-03 16:32:03
Letzte ─nderung am 2013-05-10 13:41:04



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