• vom 18.09.2015, 12:58 Uhr

Medien

Update: 18.09.2015, 15:32 Uhr

Digital News Initiative

Google finanziert künftig Medienprojekte




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZOnline/APA

  • "Es geht nicht darum, dass Google den Journalismus repariert", Inzwischen 40 österreichische Partner.

Mountain View. Als Google seine Digital News Initiative (DNI) vorstellte, stieß diese nicht nur bei vielen österreichischen Medienmachern und Verlegern auf große Skepsis. Inzwischen seien die Medien aufgeschlossener, erklärte Madhav Chinnappa, Head of Strategic Partnership bei Google, im Interview. Alleine in Österreich gebe es inzwischen mehr als 40 Partner. Sie können Google ab Oktober um Geld bitten.

Allerdings sind derzeit nur acht von diesen heimischen Unternehmen - darunter "Heute", die "Kronen Zeitung" und "oe24.at" sowie die Onlineplattform "Dossier" - auch online als Partner zur finden. Die anderen - laut Chinnappa Start-ups und Boulevardzeitungen ebenso wie Qualitätszeitungen - hätten ihr Engagement der Öffentlichkeit momentan noch nicht bekannt gegeben. "Es ist ganz klar, dass wir daran gemessen werden, ob wir unser Ziel erreichen, Innovationen im digitalen Journalismus zu fördern", meinte Chinnappa, der am Mittwoch auch einen Vortrag bei den 22. Österreichischen Medientagen halten wird.


Ideen und Innovationen

Google fokussiert mit der DNI drei Aspekte: die Produktentwicklung, Training und Forschung sowie Innovationsfinanzierung, wofür demnächst ein Fördertopf bereitgestellt wird. Derzeit werde das Prozedere noch finalisiert, Bewerbungen sollen spätestens ab Anfang Oktober möglich sein. 150 Millionen Euro sollen in den nächsten drei Jahren investiert werden. "Wichtig ist uns auch zu betonen: Ideen und Innovationen, die von der DNI finanziert werden, müssen überhaupt nichts mit Google zu tun haben", so Chinnappa. Ebenfalls noch heuer soll das DNI-Trainingsprogramm in Österreich starten.

Grundsätzlich gehe er davon aus, "dass die meisten Medien sehr daran interessiert sind, Innovation gemeinsam zu fördern". Die ursprüngliche Skepsis sei vor allem geschwunden, als Verleger die unterschiedlichen Beteiligungen an der DNI erkannt hätten. Denn es sei natürlich möglich, nur an einzelnen Bereichen teilzunehmen. Zudem sei nun klarer, dass die DNI allen Unternehmen und Projekten unterschiedlicher Größe offenstehe.

Eine lange Reise

Generell zeigte sich der Head of Strategic Partnership zufrieden mit dem Erfolg der Initiative: Man habe einen guten Start hingelegt, aber natürlich noch eine lange Reise vor sich, erklärte er. Mehr als 1.000 Medien und Projekte aus ganz Europa hätten inzwischen Interesse an dem Projekt gezeigt. Als einen der ersten Erfolge nannte Chinnappa etwa die erstmalige Ausweitung des jährlichen Digital News Reports des Reuters Institute auf Österreich - die Ergebnisse sollen im Oktober vorliegen.

Kritiker bezeichnen Googles Projekt allerdings immer wieder als reines Marketinginstrument, mit dem der Konzern das nach dem Streit um das Leistungsschutzrecht angeschlagene Verhältnis zu den europäischen Verlegern verbessern will. Ganz so will Chinnappa das nicht sehen, auch wenn er "Kommunikationsprobleme" eingesteht: "Wir haben immer versucht, ein guter Partner der Medien zu sein. Allerdings haben wir uns auf unterschiedlichen Pfaden bewegt, was den Dialog zwischen beiden Seiten manchmal ein bisschen schwierig gemacht hat."

In Sachen Leistungsschutzrecht zeigte sich Chinnappa zurückhaltend: "Wir arbeiten hart daran, Verlegern zu helfen, Leser zu gewinnen und auch online Umsatz zu machen. Jeden Tag bringt Google Leser zum Angebot der Medien, und jeder dieser Besuche bringt Einnahmen für die jeweilige Website. Trotzdem steht es ihnen frei, zu entscheiden, ob ihre Inhalte in Google-Produkten erscheinen oder nicht."

Google bekenne sich jedenfalls dazu, "unseren Beitrag zu leisten, um qualitativ hochwertigen Journalismus auch langfristig erfolgreich zu machen". Denn dieser sei nicht nur eine wichtige demokratiepolitische Kraft, sondern Nachrichten und Qualitätsjournalismus seien auch wichtig für die Google-User. Mit der DNI wolle man Unternehmen aller Größe den Platz geben, Neues auszuprobieren und so besser auf die Digitale Revolution reagieren zu können. "Es geht nicht darum, dass Google den Journalismus repariert, sondern um Produktinnovationen und Ideen, von dem das ganze Nachrichten-Ökosystem profitiert."

Vor den Umbrüchen und der immer größer werdenden Bedeutung von Sozialen Netzwerken als Nachrichtenverteiler müssten sich klassische Medien dennoch nicht fürchten: "Es sind herausfordernde Zeiten. Aber Innovation lebt von Risiken und dem Ausprobieren. Fehler werden gemacht werden, aber das ist eine gute Sache. Das sind Zeiten, in denen man wirklich lernt."




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-09-18 12:59:58
Letzte nderung am 2015-09-18 15:32:23



Asterix

"Die Orgie wird kalt!"

Es ist kein Stau, es ist ein Rennen: Asterix und Obelix lassen die Konkurrenz Via-Appia-Staub fressen. - © Asterix® Obelix® Idefix ®/2017 Les Éditions Albert René "Caesar fühlt sich auf einmal sehr müde . . .", sagt Caesar. Man kann es dem Manne nicht verargen. Schließlich ist es schon wieder passiert... weiter




Graphic Novel

Anne Frank und die Generation iPhone

Eine Figur, so stark, dass man Angst hat: Fast hätten sich die Zeichner nicht zugetraut, Anne Frank gerecht zu werden. - © S. Fischer Verlag "Natürlich nicht!" David Polonskys Ablehnung war deutlich und instinktiv, als Ari Folman ihm vor vier Jahren von der Anfrage des Anne-Frank-Fonds aus... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ein ewiger Anfänger
  2. Eskalation im Pazifik
  3. liebe
  4. Der Familienkombi im Zeugenstand
  5. Pop als Kunstwerk
Meistkommentiert
  1. Peter Turrini mit Kulturpreis des Landes Kärnten ausgezeichnet
  2. Beethoven-Skulptur in Wien enthüllt
  3. Ist da jemand?
  4. Zu kurzsichtig
  5. Ein ewiger Anfänger


Quiz


CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Werbung



Werbung


Werbung