• vom 17.08.2016, 16:26 Uhr

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Zeitungsmarkt braucht zügige Reform




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  • Nach "WirtschaftsBlatt"-Aus: Wie eine neue Presseförderung helfen soll.

Eine Glückszahl ist es nicht: Mit Einstellung des "WirtschaftsBlattes" erscheinen am österreichischen Tageszeitungsmarkt nur noch 13 Kaufzeitungen. Dazu kommt mit "Heute" eine reine Gratiszeitung. Das "WirtschaftsBlatt" der Styria Media Group erscheint voraussichtlich am 2. September 2016 das letzte Mal. 2014 erging es gleich zwei Medien so: der "Kärntner Tageszeitung" und der "Salzburger Volkszeitung".

Medienminister Thomas Drozda bedauerte die verlorengegangenen 66 Arbeitsplätze und betonte, dass die Einstellung des "WirtschaftsBlattes" deutlich mache, wie wichtig eine "Presseförderung neu" sei. Wolfgang Kralinger, Präsident des Verbands österreichischer Zeitungen (VÖZ), forderte denn auch eine zügige Umsetzung der Reform. Weiters wies Kralinger darauf hin: "Auch zahlreiche andere Rahmenbedingungen müssen dringend angepasst werden. Der erhöhte Steuersatz auf Digitalprodukte erschwert neue Angebote, die Ungleichbehandlung bei der Werbeabgabe bevorzugt Onlinewerbung vornehmlich von US-Plattformen, permanente Belastungen im Arbeits- und Sozialbereich für Medienunternehmen sowie die ungestrafte Ausbeutung fremder Leistungen auf Grund mangelnden urheberrechtlichen Schutzes von Inhalten sind nur ein kurzer Auszug einer langen Liste an Maßnahmen, die rasch in Angriff genommen werden müssen."


Inhalte als Kriterium
Bereits im Juni hatte der Minister auf mehr Geld für die Presseförderung beharrt. Einen Gesetzesentwurf für die Reform will er noch heuer vorlegen. Kriterien sollen etwa die Qualität von Journalismus und die Ausbildung sein. "Ich würde lieber Inhalte fördern als die Vertriebsschiene. Im Mittelpunkt soll nicht das Unternehmen sein, das Journalisten beschäftigt, sondern der Content in allen Ausgabeformen. Perspektivisch halte ich die Inhalte für das einzige entscheidende Kriterium", sagte Drozda im "Standard". Auch den Wandel durch die Digitalisierung gilt es zu bedenken: Es müsse verhindert werden, dass Google und Facebook Werbegelder in Millionenhöhe abschöpfen mit Inhalten, die "andere wochenlang recherchieren". Als Voraussetzung für die Förderung will Drozda auch über eine Mitgliedschaft im Presserat diskutieren. "Krone" und "Heute" sind keine Presserat-Mitglieder.

Eine Evaluierungsstudie der Presseförderung hatte zuletzt ergeben, dass eine Dotierung von 15 bis 20 Millionen Euro jährlich am effektivsten sei. 2015 betrug die gesamte Presseförderung 8,8 Millionen Euro.

Dem "WirtschaftsBlatt" hätte eine "Presseförderung neu" allerdings nicht geholfen, glaubt man der "Styria": Auch mehr öffentliche Gelder hätten die Zeitung nicht retten können, erklärte Vorstandsvorsitzender Markus Mair.




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