• vom 18.10.2016, 10:29 Uhr

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Update: 18.10.2016, 10:52 Uhr

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  • Anlässlich des 95. Geburtstages von Ilse Aichinger am 1. November gratuliert Radio Ö1 der Schriftstellerin mit zahlreichen Sendungen.

Heute lebt sie zurückgezogen: Ilse Aichinger auf einem Archivbild aus 2002.

Heute lebt sie zurückgezogen: Ilse Aichinger auf einem Archivbild aus 2002.© Foto: apa/Barbara Gindl Heute lebt sie zurückgezogen: Ilse Aichinger auf einem Archivbild aus 2002.© Foto: apa/Barbara Gindl

Ihr 1948 erschienener Roman "Die größere Hoffnung" zählt zu den großen Werken der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Mit ihren Erzählungen, Gedichten und Hörspielen eroberte sie sich einen Ehrenplatz in der jüngeren österreichischen Literaturgeschichte. Ihre Kurz-Feuilletons "Unglaubwürdige Reisen" und "Journal des Verschwindens" über Leben, Lesen und ihre große Leidenschaft, das Kino, begleiteten heimische Zeitungsleser mehr als ein Jahrzehnt. Am 1. November feiert die Autorin Ilse Aichinger ihren 95. Geburtstag.

Anlässlich des Jubiläums widmet Radio Ö1 der heimischen Autorin einen Programmschwerpunkt, der am Freitag, den 28. Oktober, startet: Bibiana Zeller liest aus "Unglaubwürdige Reisen" in den "Beispielen" (11.40 Uhr).

Christine Nagels Stück "Nach dem Verschwinden. Ein fiktiver Dialog mit Ilse Aichinger" steht am Samstag, den 29. Oktober, auf dem Programm der "Hörspiel-Galerie" (14 Uhr). In der Produktion von RBB/ORF aus dem Jahr 2014 wirken Verena Lercher, Elfriede Irrall, Gabor Biedermann, Petra Friedrich, Sandra Kreisler und Ilse Aichinger im Originalton mit. Ilse Aichinger hat sich bereits vor vielen Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die Berliner Autorin Christine Nagel, die auch Regie führte, macht das "Verschwinden" Aichingers zum zentralen Thema dieses Hörstücks. Auch gibt es Begegnungen mit der "realen" Ilse Aichinger: Mit ihrer ebenso sanften wie markanten Stimme denkt sie dem Stoff des Lebens nach, stets hart an der Grenze zum Schweigen. Nagel verfilmte übrigens auch 2014 ein Porträt zu Aichinger unter dem Titel "Wo ich wohne. Ein Film für Ilse Aichinger" frei nach Motiven der Erzählung "Wo ich wohne" als Mischung aus Spiel-, Archiv- und Interviewszenen sowie Super-8-Aufnahmen.

Ilse und Helga - zwei Schwestern

In den "Nachtbildern" - ebenfalls am 29. Oktober um 22.30 Uhr - liest Andrea Clausen aus dem Lyrikband "Concord" von Helga Michie, Aichingers Zwillingsschwester. "just to leap forward to another/attacked and limited riddle": Das Motto, das Aichinger ihrem Band "Eliza Eliza" (1965) voranstellte, stammt aus einem Gedicht ihrer Schwester. Und in Aichingers "Kleist, Moos, Fasane" (1987) funkeln zwei Prosaminiaturen als Hommage an das von trojanischen Pferden und Strichmännchen bevölkerte bildnerische Werk der Schwester. "Concord" ist auch der Titel einer Radierung von Michie, die ein Zwillingspaar in einem Haus zeigt, durch das ein Riss hindurchgeht. Michie wuchs mit ihrer Schwester auf, doch 1939, kurz vor Kriegsausbruch, konnte sie mit einem der letzten Jugendtransporte nach England fliehen, während Aichinger in Wien zurückblieb.

Unter dem Titel "Und hätt ich keine Träume - so wär ich doch kein anderer." liest Sabine Sinjen Gedichte von Aichinger in "Du holde Kunst" am 30. Oktober (8.15 Uhr). Für den musikalischen Rahmen sorgen Werke von Antonin Dvorak, Friedrich Kuhlau, Camille Saint-Saëns. Und in "Ex libris" (16 Uhr) wird Aichingers Roman "Die größere Hoffnung" besprochen.

Am 1. November, Aichingers Geburtstag, ist "Die größere Hoffnung" dann in der "Hörspiel-Galerie am Feiertag" ab 16 Uhr zu hören. Die Schauspielerin Anne Bennent hat für Ö1 eine Hörspielfassung erarbeitet und führt auch Regie.(vf)

Ilse Aichinger zum 95. Geburtstag

Ein Programmschwerpunkt von 28. Oktober bis 1. November auf Radio Ö1.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-10-18 10:32:05
Letzte nderung am 2016-10-18 10:52:01



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