• vom 18.10.2016, 16:41 Uhr

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Update: 18.10.2016, 17:11 Uhr

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Der Mediaprint-Berater




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Von Reinhard Göweil

  • Richard Grasl soll dort TV-Aktivitäten ausbauen. Christian Konrad hört bei Kurier-Medienholding auf.

ORF-Finanzchef Richard Grasl unterlag im August bei der Wahl zum ORF-Generaldirektor. - © apa

ORF-Finanzchef Richard Grasl unterlag im August bei der Wahl zum ORF-Generaldirektor. © apa

Wien. Richard Grasl hat nun also bekannt gegeben, dass er den ORF zwei Monate vor Ablauf seines Vertrages verlassen wird, um sich einer "spannenden Aufgabe in der Privatwirtschaft widmen" zu können, wie es in einer Aussendung des Unternehmens heißt. Details würde er später bekannt geben.

ORF-Finanzdirektor Grasl war im August in der Wahl zum Generaldirektor des größten Medienunternehmens Österreichs dem amtierenden Chef Alexander Wrabetz unterlegen. Grasl wird der ÖVP zugerechnet, deren niederösterreichischer Teil ihn auch bei der ORF-Wahl unterstützte.

Dem Vernehmen nach wird Richard Grasl vorerst bei der Mediaprint andocken, heißt es aus Eigentümerkreisen unter Zusicherung von Anonymität. Die Mediaprint gehört der "Kronen Zeitung" und dem "KURIER". An beiden Zeitungen ist die deutsche Funke-Mediengruppe beteiligt (WAZ).

Grasl soll dort allerdings keine Managementfunktion übernehmen, sondern als Berater den Ausbau der TV-Aktivitäten beider Zeitungen vorantreiben. Vor allem der sogenannte "Bewegtbild-Bereich" wird in Online-Auftritten von Zeitungen immer wichtiger. Dieses digitale Standbein wird auch von der Werbewirtschaft stärker nachgefragt.

Beste Verbindung zu Raiffeisen Niederösterreich

Printmedien haben genau da ein Know-how-Defizit. Bei Krone-TV und Kurier-TV soll dieses Defizit künftig von Richard Grasl behoben werden. Die "Kronen Zeitung" und "Servus TV" beenden jedenfalls das gemeinsam produzierte Vorabendprogramm, die redaktionelle Zusammenarbeit bleibt aber bestehen. Es ist evident, dass die Mediaprint den TV-Sektor ausbauen möchte. Die beiden in der Mediaprint vereinten Tageszeitungen betreiben auch gemeinsam das Krone-Hitradio. Konkurrent Wolfgang Fellner ("Österreich") startete jüngst sein oe24.tv.

Grasl war in ÖVP-Kreisen nach der ORF-Wahl immer wieder mit der Medienholding von Raiffeisen in Verbindung gebracht worden. Diese Medicur Holding, zu der auch 40 Prozent der ORF-Senderanlagen, ein Anteil am SAT1-Werbefenster Österreich, sowie 25,3 Prozent des News-Verlags gehören, weist für 2015 einen - allerdings gestaltbaren - Bilanzgewinn von 13 Millionen Euro aus.

Was die meisten nicht wissen: In der Geschäftsführung der Medicur sitzt nach wie vor Ex-Raiffeisen-Chef Christian Konrad, seine letzte aufrechte Funktion im breitgefächerten Beteiligungs-Reich unterm Giebelkreuz.

In den kommenden Wochen wird der 73-Jährige auch diese Geschäftsführung niederlegen. Wegen der engen Verbindungen von Raiffeisen zur ÖVP Niederösterreich wurde als Nachfolger öfters der Name des Niederösterreichers Richard Grasl genannt.

Tatsächlich könnte diese Funktion aber Veronika Haslinger übernehmen, die bei der Medicur-"Mutter" Raiffeisen Holding dafür zuständig ist. Bestätigung dafür gibt es allerdings nicht. Als zweiter Geschäftsführer der Medicur fungiert Erwin Hameseder, Chef von Raiffeisen in Niederösterreich und Aufsichtsratspräsident der RZB.

VÖZ und ORF betreiben Nachrichtenagentur APA

Dass die beiden Geschäftsführer der in diesem Vergleich kleinen Medicur sind, zeigt schon, welche Bedeutung Raiffeisen seinen Medien-Beteiligungen (noch) beimisst. Die Medicur hat zudem mit dem Eigentümerwechsel beim News-Verlag eine "Baustelle" unverlangt geerbt. Dort ist der Kurier mit 25,3 Prozent beteiligt. Die Übernahme der Mehrheit am Magazin-Verlag durch Geschäftsführer Horst Pirker vom deutschen Verlag Gruner & Jahr wurden ohne Einbindung des Minderheitsgesellschafters durchgeführt. Was bei Raiffeisen als eher feindlicher Akt eingestuft wurde.

Der neue Job von Richard Grasl bei der Mediaprint muss nun von Hameseder und Krone-Herausgeber Christoph Dichand abgesegnet werden. Dass er nun zwei Monate vor Ablauf seines Vertrages beim ORF aussteigt, habe damit zu tun. Denn "Krone" und "Kurier" sind Mitglieder im Zeitungs-Herausgeberverband (VÖZ). Der VÖZ betreibt gemeinsam mit dem ORF die österreichische Nachrichten-Agentur APA. Grasl in laufender ORF-Funktion abzuwerben, wollte die Mediaprint offenkundig nicht. Immerhin ist Kurier- und Mediaprint-Geschäftsführer Thomas Kralinger auch Präsident des VÖZ. Mit seinem Ausscheiden allerdings macht Richard Grasl den Weg frei.

Er wird auch die Funktion als Aufsichtsrats-Vorsitzender der APA zurücklegen. Wer ihm dort nachfolgt, ist noch nicht ausgemacht. Sein Stellvertreter in diesem Gremium ist - Kralinger.





Schlagwörter

Medien, ORF, Medienpolitik

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-10-18 16:44:07
Letzte ─nderung am 2016-10-18 17:11:53



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