• vom 13.02.2017, 16:16 Uhr

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Mediaprint und ORF gehen gegen ATV-Deal vor




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Von Bernhard Baumgartner

  • Stellungnahmen im Kartellverfahren könnten vertiefte Prüfung auslösen - Angebot von RTL.

ATV-Zentrale in Wien-Leopoldstadt. Der Verkauf von ATV könnte sich doch noch weiter in die Länge ziehen. - © apa

ATV-Zentrale in Wien-Leopoldstadt. Der Verkauf von ATV könnte sich doch noch weiter in die Länge ziehen. © apa

Wien. Der Deal zwischen ATV-Eigentümer Herbert Kloiber und ProSiebenSat1 über den Verkauf der heimischen ATV-Gruppe an ProSiebenSat könnte im Kartellverfahren noch auf Schwierigkeiten stoßen. Nach Informationen der "Wiener Zeitung" werden sowohl die Mediaprint als auch der ORF fristgerecht bis Mitte kommender Woche negative Stellungnahmen bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) abgeben. Im ORF fand zu diesem Thema am Montag eine Sitzung statt. Der ATV-Eigentümer wollte den Deal als "Sanierungsfusion" durchgewunken wissen - da jedoch sogar mehrere andere Angebote vorliegen, dürfte das nun nicht mehr so einfach gehen.

Zentrale Stoßrichtung der Vorwürfe bei ORF und Mediaprint: Die Auflagen der Bundeswettbewerbsbehörde gehen den Mitbewerbern nicht weit genug. Mit der Sache vertraute Personen kritisieren etwa, dass zwar die Integrität der ATV-Redaktion, nicht jedoch jene von Puls4 gesichert wurde. So könnte es etwa der Fall sein, dass statt bei ATV Abbaumaßnahmen bei Puls4 gesetzt werden. Auch ATV2 ist von den Auflagen gar nicht erfasst, es wäre ProSiebenSat1 daher möglich, mit dem Sender nach Belieben ohne behördliche Einmischung zu verfahren.


Bis Mitte der kommenden Woche haben die Marktteilnehmer Zeit, ihre Stellungnahmen abzugeben. Danach entscheidet die Bundeswettbewerbsbehörde, ob der Deal dennoch durchgeht oder ob eine vertiefte Prüfung vor dem Kartellgericht nötig ist. In der Vergangenheit war so etwas bereits öfters der Fall. Ein Verfahren vor dem Kartellgericht kann bis zu einem halben Jahr dauern. Gut möglich, dass der Deal aufgrund der Prüfung dann doch nicht zustande kommt. Das Closing des Deals ist wohlweislich erst für nach dem Ende der Prüfung angesetzt. Bei Verfahren der BWB geschah es bereits öfters, dass Unternehmen die vertiefte Prüfung nicht abgewartet haben und die Kartellanmeldung von sich aus zurückgezogen haben.

50 Millionen Euro für ATV
Die Mediaprint wird indessen mit IP/RTL gemeinsam ein Angebot für ATV legen, wie "Kronen Zeitung"-Herausgeber Christoph Dichand dem "Standard" bestätigte. Das war schon länger erwartet worden. Ein konkretes Angebot ist bisher jedoch aufgrund des Zögerns der Essener Funke-Gruppe, Mitgesellschafter bei "Krone" und "Kurier", nicht zustande gekommen. Nachdem Essen nun grünes Licht gegen hat, wird sich wohl auch ATV-Eigentümer Herbert Kloiber nochmals mit dem Angebot befassen. Dem Vernehmen nach ist die Mediaprint bereit, 50 Millionen Euro in ATV zu investieren. Darin sind jedoch auch die ersten fünf Jahre des Betriebes von ATV enthalten. Der reine Kaufpreis soll demnach bei etwa 25 Millionen Euro liegen. ProSiebenSat1 soll Kloiber für seine Anteile mehr als 20 Millionen Euro geboten haben.

Das ist im heimischen Medienmarkt doch relativ viel Geld für einen Sender, der in den vergangenen Jahren lediglich Verluste gemacht hat. Attraktiv an ATV ist jedoch die aufrechte Sendelizenz, die gut eingeführte Marke und der dritte Senderplatz, den ATV auf sehr vielen Programmlistings und Fernbedienungen hat. TV-Anbieter können ein Lied davon singen, wie schwer es ist, die Zuschauer dazu zu bewegen, einen Sender in ihre Favoritenliste zu verschieben - geschweige denn auf den dritten Platz hinter ORFeins und ORF2.




Schlagwörter

Medien, Fernsehen, ATV, ORF, Mediaprint, BWB

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