• vom 29.03.2017, 16:14 Uhr

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Von Bernhard Baumgartner

  • Verband schlägt Medienminister Streichung des Limits an digitalen Radio-Programmen vor.

Wien. Der Privatsenderverband (VÖP) will die Rahmenbedingungen für das digitale Radio DAB+ in Österreich verbessern. Er hat Medienminister Thomas Drozda die Streichung einer Bestimmung im Privatradiogesetz vorgeschlagen, die Gesamtzahl an Programmen pro Sendegebiet auf zwei reduziert. Derzeit würde das für analog und digital gleichermaßen gelten, was ein klares Hindernis für den Start digitaler Programme durch etablierte Medienhäuser darstellt. Der VÖP will daher erreichen, dass das Limit - das dafür eine gerechte Verteilung des limitzierten Guts der Radiofrequenzen gedacht war - nicht für digital verbreitete Programme gilt. Bei DAB+ ist diese Bestimmung auch relativ sinnlos, da es genügend Kapazitäten gibt, um jedem, der es sich leisten kann, einen Sendeplatz zur Verfügung zu stellen. Schließlich kann DAB+ bis zu 15 Programme pro Frequenz übertragen, wenngleich nicht mit höchster Qualität.

Ein entsprechend ausformulierter Gesetzesentwurf liegt Drozda nun vor. Ob dieser auch beschlossen werden soll, war am Dienstag noch unklar - im Kabinett des Bundesministers war dazu vorerst keine Auskunft zu erhalten. Prinzipiell gelten Änderungen an Mediengesetzen immer als problematisch, da sie stets vielfältige Interessen der Marktteilnehmer betreffen und diese nicht immer einer Meinung sind. Mit Widerstand etwa aus dem ORF ist zu rechnen.


Derzeit läuft die Ausschreibung für den Betreiber der Multiplex-Plattfom, der auch den Sendebetrieb von DAB+ in Österreich koordinieren soll. Da sich die Radiobetreiber Sendefrequenzen teilen, braucht es dafür einen Betreiber, der deren Verteilung administriert. Vier Interessenten haben ihre Bewerbung angekündigt. Neben der ORF-Sendertochter ORS, die ihr Interesse jüngst in der "Wiener Zeitung" bekannt gab, sind das die deutschen Firmen Uplink Network und Divicon Media sowie die RTG Radio Technikum GmbH, die zur FH Technikum Wien gehört und bereits als Radiosender am DAB+-Testbetrieb in Wien teilnimmt. Dem Vernehmen nach soll es auch Überlegungen für ein Crowdfunding-Projekt geben, das einen der Multiplexe sozusagen als Non-Profit Organisation betreiben könnte.

Uplink Network aus Düsseldorf und die Divicon Media Holding aus Leipzig - ähnlich wie die ORS - Interesse am Aufbau einer nationalen digitalen Sendeinfrastruktur. RTG Radio Technikum wiederum stellte ein Konzept für einen lokalen Multiplex im Großraum Wien vor. Die Ausschreibung für den Digitalradio-Standard DAB+ läuft bis zum 12. Juni. Interessenten müssen bei der Einreichung bereits ein vertraglich fixiertes Programmangebot nachweisen. Der ORF sowie der größte private Radiosender, Kronehit, haben bereits angekündigt, sich nicht an der Digitalisierung beteiligen zu wollen.

Start 2018 wahrscheinlich
Unter den rund 40 Rundfunkveranstaltern eines Fachtags am Montag waren auch neue Marktteilnehmer, die keinen Zugang zu Ukw-Frequenzen haben. Die Veranstalter zeigten sich zuversichtlich, dass DAB+ wie geplant 2018 startet, das Interesse sei groß.




Schlagwörter

Medien, Radio, Digital, DAB, ORF

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Dokument erstellt am 2017-03-29 16:18:02



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