• vom 19.04.2017, 16:59 Uhr

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Bezahlmodelle unter Druck




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Von Bernhard Baumgartner

  • Die "NZZ" stellt ihr österreichisches Online-Bezahlmagazin ein - ein Rückschlag für bezahlten Online-Journalismus.

Die gedruckte Vielfalt täuscht: Medien haben in der digitalen Alles-gratis-Welt keine Chance, ihre Inhalte ausreichend zu refinanzieren. - © Pierre Adenis/picturedesk

Die gedruckte Vielfalt täuscht: Medien haben in der digitalen Alles-gratis-Welt keine Chance, ihre Inhalte ausreichend zu refinanzieren. © Pierre Adenis/picturedesk

Eines der ambitioniertesten Projekte, in Österreich einen Markt für bezahlten, hochwertigen Online-Journalismus zu schaffen, endete am Mittwoch mit zwei Sätzen: "Mit viel Herzblut und einem engagierten Team haben wir als Erste in Österreich ein digitales Bezahlangebot lanciert. Wir haben das Produkt mehrmals weiterentwickelt, dennoch blieb es hinter unseren Erwartungen", so Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe. Mit Ende April wird daher bei "NZZ.at" endgültig der Stecker gezogen. Von fünf Mitarbeitern trennt man sich, sieben sollen zu anderer Verwendung innerhalb der "Neuen Zürcher Zeitung" herangezogen werden. Das Büro in Wien, für die "NZZ" kein unerheblicher Markt, will man jedoch erhalten.

Im Jänner 2015 wurde "NZZ.at" mit 25 Mitarbeitern gestartet. Möglich war das durch eine besondere personelle Konstellation: Der ehemalige Chefredakteur der "Presse", Michael Fleischhacker, stand als prominenter Frontmann des Projektes zur Verfügung. Sein Gegenpart in Zürich war Veit Dengler, ebenso Österreicher, mit Berufserfahrung bei Procter & Gamble, McKinsey und T-Mobile. Als CEO der Mediengruppe konnte er einen österreichischen Alleingang finanzieren. Das Online-Projekt war nämlich nicht, wie man meinen sollte, eine Österreich-Variante der Inhalte der "Neuen Zürcher Zeitung", sondern ein völlig neu und auf Österreich zugeschnittenes Portal, das gehobenen Journalismus gegen Geld bieten sollte. 14 Euro waren für ein Monatsabo fällig - ein vergleichsweise sehr hoher Preis in einer digitalen Welt, in der die User gelernter Weise davon ausgehen, dass Medienangebote gratis sind. Zwar wäre ein Monatsabopreis von 14 Euro für die gedruckte "NZZ" eine Sensation, für ein Online-Produkt, das nicht einmal die Inhalte aus Zürich, sondern lediglich die österreichischen Ableger zugänglich macht, erwies sich die Summe als deutlich zu hoch. Das Projekt war zudem intern umstritten, schließlich verstehen etliche Mitarbeiter in der Schweiz auch heute noch nicht, warum ihr Geld in ein österreichisches Online-Portal und nicht in das Flaggschiff in der Schweiz investiert wird.


Mauern an der Paywall
Die Zweifler sollten recht behalten. Nach dem Abgang von Fleischhacker und einer Personalhalbierung zieht Zürich nun die Konsequenzen. "NZZ.at" war deutlich (dem Vernehmen nach vielfach) unter den erwarteten Abozahlen geblieben.

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Schlagwörter

Medien, Digital, NZZ, Medienpolitik

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